Karriere

Mein Vater war in seiner Jugend ein Weltklasse-Segler. Als ich sechs Jahre alt war, beschlossen meine Eltern, nunmehr Lehrer, sich für ein paar Jahre beurlauben zu lassen und mit meinen beiden jüngeren Schwestern und mir auf einem 11 Meter langen Segelschiff aufs Mittelmeer loszufahren. Wir waren unterwegs in Frankreich, Spanien, Griechenland, der Türkei etc. 

Da Fußball sich an Bord nicht anbot, habe ich im Alter von acht oder neun von meinem Vater das Schachspielen erlernt. Nach zwei Jahren in Spanien, wo wir ein Haus gekauft hatten und ich zur Schule gegangen bin, kamen wir wieder nach Deutschland, als ich 11 Jahre alt war.


Hier ging meine Schachkarriere los, mit deim Eintritt in den Hamburger Schachklub. Ich hatte viel Freude am Training jeden Freitag und habe nebenbei jedes Schachbuch verschlungen, das ich kriegen konnte. Ich machte Fortschritte, der erste große Erfolg war der Titel " Deutscher Mannschaftsmeister U13" im Jahre 1991.

Ich blieb dem Schach also treu, wurde 1994 Deutscher Meister U 15 und 1996 Deutscher Meister U17. Im gleichen Jahr auch Hamburger Meister U20, was mir damals ebensoviel bedeutete, hatte ich doch in den Jahren zuvor bei ebendiesem Turnier einiges an Lehrgeld zahlen müssen.

Parallel durchlief ich die Mannschaften beim HSK und habe mich über die Jahre von der Stadtliga bis in die die 1. Bundesliga vorgearbeitet, in welcher ich 1996 debütierte. 1998 wurd ich internationaler Meister und ging nach dem Abitur in die Sportfördergruppe der Bundeswehr, in diesem Jahr wurde ich "Nato-Meister" und verbesserte meine Elozahl auf über 2500.

Der nächste Sprung kam im Jahr 2003, welches ich als Austauschstudent in Madrid verbrachte. Durch das Training mit meinem Freund Javier Moreno Carnero und die regelmäßige Praxis im Schnellturnier-Mekka Spanien verbesserte ich meine Elozahl in Richtung 2600 und wurde Großmeister.

2004, zurück in Deutschland, debütierte ich in der deutschen Nationalmannschaft und wurde deutscher Vizemeister, wie auch 2005.

In den  Jahren 2005-2008 galt meine Aufmerksamkeit neben dem Schach auch einem Kartenspiel. Als schachliche Erfolge aus dieser Zeit lassen sich die Qualifikation für den Weltcup 2007 und 2008 und natürlich der geteilte zweite Platz beim Superturnier in Dortmund, einen Punkt vor Kramnik, nennen. Auch der Titel des österreichische Mannschaftsmeisters 2005 mit dem SK Hohenems, für den ich beinahe 10 Jahre aktiv war, hat mir viel bedeutet.

2009 habe ich hauptsächlich als Trainer für den ungarischen Topspieler Peter Leko gearbeitet. In diese Zeit fällt auch mein Wechsel vom HSK zur OSG Baden-Baden.

Ich hatte es beim HSK bis an Brett 1 der 1. Mannschaft gebracht und suchte nach einer neuen Perspektive. Dennoch bleibe ich natürlich weiter Mitglied und werde dem HSK und seinem Vorsitzenden Christian Zickelbein stets verbunden und dankbar sein.

2010 wurde ich dann erstmals deutscher Mannschaftsmeister mit Baden-Baden, es soll nicht der letzte Titel gewesen sein! Auch in Spanien mit Marcote wurden wir Meister. In Einzelwettbewereben war mein größter Erfolg der geteilte erste Platz in Gibraltar mit einer Eloperformance von 2769.

Noch ist das Jahr nicht vorbei! Meine Schachkarriere auch nicht, die größten Erfolge liegen hoffentlich in der Zukunft.