Jans Kolumne

Zielgerade

yep, mir war langweilig.

Heute ist früh aufstehen angesagt, die 13. und letzte Runde beginnt um 12 Uhr mittags statt des gewohnten 13:30, so dass wir unsere Routine um eineinhalb Stunden vorverlegen. Die gestrige zwölfte Runde brachte keine großen Änderungen in der Tabelle, nach wie vor führt Nakamura einen halben Punkt vor Anand, Carlsen und Aronian sind einen weiteren halben Zähler dahinter. So geschah es:

Das ging schnell

Nakamura ging gegen Kramnik kein Risiko sondern folgte mit den weißen Steinen dessen Partie gegen Smeets, ein schnelles Remis.

Dies gab Anand die Chance, durch einen Weißsieg gegen Anish Giri wieder zur Spitze aufzuschließen, aber mit diesem Vorhaben haben nicht nur der HSV und Schalke so ihre Probleme.

Am Ende war es der Weltmeister, der mit dem halben Punkt hochzufrieden sein musste, nachdem er die gesamte Partie mit dem Rücken zur Wand stand. In der Eröffnung bracht Giri eine interessante Neuerung:

Anand - Giri, Stellung nach 12.e4

Eine Standardstellung der Moskauer Variante, in der unzählige Male 12..e5 zur Diskussion stand, nach 13.d5 steht Weiß minimal besser.. Giri spielte stattdessen das nicht minder logische 12...c5 !?

Wo ich beim Thema bin, ich glaube nicht, dass irgend jemand in so einem Turnier Neuerungen zurückhält. Wenn eine Stellung auf dem Brett steht, in der man eine starke Idee hat, wird diese auch gespielt, zu groß ist die Gefahr, dass es sonst ein anderer tut. Eher kommt es vor, dass bestimmte Eröffnungen (noch) nicht eingesetzt werden und die Leute auf ihr bewährtes Repertoire oder was auch immer zurück greifen, um das neu einstudierte Grünfeld oder whatever dann erst beim nächsten großen Anlass, aktuell den Kandidatenmatches, einzusetzen. Extrem zu beobachten natürlich immer vor WM-Kämpfen, ich erinner mich an Vishys Auftritt letztes Jahr in Wijk und Topalovs in Linares.

Wie dem auch sei, Anand entkam dank extremer Zähigkeit ins Remis und hat heute mit Schwarz gegen Nepo noch einmal die Chance, Nakamura einzuholen, der es mit Wang Hao zu tun bekommt. Dieser kam gestern gegen Carlsen böse unter die Räder:

Carlsen - Wang Hao, Stellung nach 23...Sa4

24.Lxf7+! und aus Kxf7 25.Df3+ beim Zugucken habe ich zunächst nicht kapiert, wie Weiß nach 25...Kg6 gewinnt, z.B. 26.Dg4 Kf7. Die Pointe ist stattdessen 26.Lf6!! und Schwarz ist erstaunlich wehrlos gegen die Drohung Dg4 nebst matt. In der Partie geschah noch 25...Kg8 26.Txh8+ Kxh8 27.Th1+ Kg8 28.Dh5 Tf8 29.Lf6! und 1-0. Sieht so einfach aus bei Carlsen... 

Auch Aronian, dem heutigen Gegner von Smeets, gelang es gestern nicht, Nakamura auf die Pelle zu rücken. Gegen l'Ami griff er zu 1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 e5, um auf Gewinn zu spielen. Wie heißt das, Altbenoni? Jedenfalls ging es beinah scheif, auch Levon konnte sich am Ende nicht über die Punkteteilung beschweren. Instruktiv erschien mir folgender Moment:

Schwarz hat mit dem dieser Variante immanenten (ist das ein Wort?) Problem zu kämpfen, dass er nicht besonders viel Platz für seine Figuren hat, die Springer auf f8 und h7 sehen n bisschen komisch aus. Konkret hängt aber h3, was soll der Weiße dagegen tun? In der Partie geschah das naheliegende 19.g4?!. Dies schwächt aber das Feld f4 und gibt den schwarzen Springern damit eine Perspektive, nach 19...g5! gefolgt von Sg6-Sf4 spielt Schwarz wieder mir, auch wenns später nochmal bergab ging. Ich denke, l'Ami hätte stattdessen das ruhige 19.Th1! spielen sollen. Er kann ruhig Taf1 nebst Kb1 folgen lassen und zusehen, wie der Gegner sich entknoten will. b5 ist vorerst nicht durchsetzbar, auch sonst kann ich keine annehmbare Idee entdecken.

 

DEN Zug der zwölften Runde spielte Vachier in seiner Partie gegen Nepomniachtchi.

Vachier -Nepo, Stellung nach 25...Kh8

Weiß zieht und setzt matt!

Shirov hat gegen Ponomariov nach zuletzt zwei Nullen mit Cambridge-Springs auf Slawisch umgestellt und remisiert. Smeets Partie gegen Grischuk lief leider wieder nach dem Muster, das wir inzwischen kennen :(

Ich zieh mir noch ein Red Bull rein (ausgewogene Ernährung muss sein) und widme mich wieder Freund Leertaste, bis bald!

32 Kommentare
hanjie
30.01.2011 12:12

Vielen Dank für die Aufklärung bezüglich der Neuerungen :)

Riku
30.01.2011 12:12

Smeets hat eben die ersten 12 Züge geblitzt :)
das erste mal, dass er wirklich schnell spielt ohne in Zeitnot zu sein.

Rumo
30.01.2011 12:21

Nakamura benötigt einen halben Punkt zum mindestens geteilten, wahrscheinlich aber alleinigen Turniersieg, und er spielt ... Benoni! Ui. Da fordert aber jemand das Schicksal heraus.

Stan
30.01.2011 12:40

Ich finde ja auch das Finale zwischen den beiden erstplazierten in der B-Gruppe nicht schlecht, nämlich gegeneinander!!
Qualifiziert sich der erste eigentlich wieder für das A-Turnier nächstes Jahr?

@Jan: Unter "Aktuelles" könnte man den Eindruck gewinnen, dass Du das Schachspielen einstellst...aber wie lange planst Du eigentlich Deine Aktivitäten, bzw. wie lange im Voraus kannst Du sie planen (Einladungen etc.)?

Peter B.
30.01.2011 13:19

Smeets schlägt sich wacker, Stellung und Zeit ok!

@Jan G.: Auf Chessbase war zu lesen, du spielst nächstens in Island. Stimmt das?

Riku
30.01.2011 13:46

@ Peter B.
Bist du dir sicher, dass er mit 33 Minuten für 21 Züge gut in der Zeit ist?

Iljas Putzfrau
30.01.2011 14:31

Nakamura remis. Hat Anand überhaupt eine Gewinnchance trotz Quali mehr? Turmtausch. Sc6 plombiert die Stellung. Oder Qualle-Rückopfer mit Übergang ins Bauernendspiel. Gewinnidee? Linien am Königsflügel öffnen?

Rumo
30.01.2011 14:54

Vielleicht irre ich mich ja, aber ich meine von mir, bzgl. Benoni nicht völlig ahnungslos zu sein, und mein Eindruck ist, dass Nakamura beim Remisschluss zumindest nicht besser stand. Im Gegenteil, Weiß steht bereit, im Zentrum zu expandieren, und das schwarze Gegenspiel muss man schon mit der Lupe suchen. Das hätte so ein spannendes Finish werden können. Was für eine Enttäuschung, Wijk braucht im nächsten Jahr dringend auch Sofia-Rules.

Riku
30.01.2011 15:02

Anand hat jetzt das Remis, Smeets ist mal wieder in Zeitnot, aber die Stellung scheint noch in ordnung zu sein.....

Peter B.
30.01.2011 15:21

@Riku
Ja, denn er bekommt ja pro Zug immer noch das Inkrement dazu. Und außerdem ist das schon eine Steigerung zu den letzten Spielen;-)
Im Ernst, es gibt genügend Spieler die fühlen sich wohl damit und setzen erstaunlicherweise damit den Gegner unter Druck. Aronian trifft trotz viel Zeit auch nicht das Beste ( 32. Dg5) und Smeets bekommt seinen Bauern wieder. Hoffentlich kann er seine Chance nutzen, es wäre ein guter Abschluss!

hanjie
30.01.2011 15:30

Ein Remis gegen Aronjan wäre schon schick, und wenn ich das recht sehe, wäre seine Eloerwartung dann auch fast im Soll. Die vielen Nullen täuschen darüber hinweg, dass er in der Setzliste ja auch ziemlich weit hinten platziert war. Dass das Turnier schwer werden würde war vorher bereits klar. Ist natürlich dann mittendrin trotzdem böse wenn man dann merkt, dass man von der Weltspitze doch (noch?) ein ganz schönes Stück weit entfernt ist.
Aber das wird schon.

Und ich muss hier jetzt mal sagen, dass ich mich just heute wie der letzte Anfänger fühle ... Kramnik-V.Lagrave habe ich nicht kapiert, ist die Schlusstellung wirklich remislastig ...? Läuferpaar, geschwächte schwarze Königsstellung, Dame als Blockadefigur kann's ja auch nicht eben sein ... und dann macht er einfach so remis? Hab ich nicht begriffen.

Wer bei Shirov-L'ami bessersteht, weiß ich auch nicht. Dachte erst Schwarz, aber diese Königsstellung auf einmal ...hrmpf.

Ralf_M
30.01.2011 15:50

Hallo zusammen,
was ich immer schon mal wissen wollte:
Arbeitet Carlsen auch mit Sekundanten ?
Von den anderen Spielern liest man das ja hier aber bei Carlsen gab´s mal Kasparow und das wars.

ebitda
30.01.2011 16:12

Magnus braucht mal wieder ein einmonatiges Spezialtraining mit Garri. Dieses Tschigorinzeugs bspw. sind doch seinem jugendlichem Leichtsinn geschuldet, auch insgesamt kam mir sein Gesamtauftritt eher schludrig vor. In so einem Feld mit Garris Hilfe macht er mindestens 10/13.
Gerne würde ich Jan G. mal im A-Turnier spielen sehen, vielleicht kann Smeets mal was machen.

chSchlesinger
30.01.2011 16:17

Nach solch einem Turnier würde ich gerne von Großmeister Smeets erfahren, ob er damit und davon leben kann, wohl für immer der Yates zu sein, gegen den jemand wie Capablanca leichthin seinen königsindischen Läufer gibt, um danach - entgegen allen Regeln und Gesetzen - völlig auf Gewinn zu stehen.
Vor allem, wenn man irgendwann kein hoffnungsvoller, junger Yates mehr ist.

Riku
30.01.2011 16:34

Ich hätte es gerne für z.B. die Kandidatenwettkämpfe, dass ein Remisangebot angezeigt wird, da sowas das verständnis für die Partie verändern würde.
So würde man z.B. erfahren, ob in Smeets laufender Partie bereits einer der beiden ein Remis angeboten hat.

Uwe B.
30.01.2011 17:10

Bei Smeets sieht es jetzt im Turmendspiel nach remis aus - würde zumindest der Hobbyspieler sagen.
Und in Gibraltar lohnt sich ein Blick auf das Brett 1. Bei Ivanchuk und Short steht das Brett in Flammen!

Peter B.
30.01.2011 17:22

Nun isses Remis!

Riku
30.01.2011 17:39

Super gemacht Smeets, gegen die Nr.3 der Rangliste remis zu schaffen ist doch gut^^.

hanjie
30.01.2011 20:53

Na gucke, grade mal 5 Elo Minus für Smeets. Dürfte verschmerzbar sein.
Faszinierend aber auch, dass ein Carlsen außer Form immer noch +1 Elo macht ... stimmt schon, in Form macht der Bursche sicher 10/13, aber Garri meinte anlässlich Moskau letztes Jahr, dass sich die wahre Größe eines Spielers zeigt, wenn er gerade nicht gut drauf ist! Dem kann ich mich vollumfänglich anschließen.

Nakamura vor den "Großen 4" aber auch: Respekt! Vor dem Turnier hätten sicher nicht viele auf einen Alleinsieg Nakamuras getippt.

Und den beiden Jans wünsche ich jetzt eine Mütze voll Schlaf, ihr habt es euch verdient!

Erzgebirgseiche
30.01.2011 21:45

26.Tg7! schick :)

Rumo
31.01.2011 00:48

Dass ein Carlsen außer Form immer noch +1 Elo gemacht hat, könnte eventuell damit zusammenhängen, dass er gar nicht außer Form war :-). Jedenfalls halte ich die "mindestens 10/13 in Normalform" für sehr gewagt. Carlsens Ergebnisse sind altersgemäß noch ziemlich schwankend, er ist längst noch nicht so stark wie es Kasparov in den Neunzigern war, und auch der wäre mit 10 Punkten in diesem Feld mehr als zufrieden gewesen.
Thema Sekundanten, ich vermute mal, dass bei Carlsen derzeit noch Garris Datenbank diese Rolle einnimmt. Seine Schottischversuche zu Beginn des Turniers waren wohl daraus entnommen, und ich würde mich nicht wundern, wenn er sich bei seinen Sizilianern mit beiden Farben ebenfalls davon hat inspirieren lassen.
Und nochmal zu Nakamura: Stehe ich eigentlich als einziger unter dem Eindruck, dass Wang Hao in der Schlussstellung besser stand? Wenn ich nicht von dem Remisschluss wüsste, würde ich sogar sagen, klar besser.

Gerhard
31.01.2011 08:20

Carlsen war nicht außer Form. Kramnik dagegen war wohl ausser Form, sonst wäre es nicht zum Ergebnis gegen Carlsen gekommen.
Naka hat zurecht gewonnen. Soviel ich vom Schach verstehe, war Ha-Naka am Schluß etwa ausgeglichen. Auf Le5: geht sogar de:.

hanjie
31.01.2011 10:10

Tja, in Form, außer Form ... welche er nun hatte, wird er wohl nur selbst beantworten können ;)
Die Klasse eines Kasparow damals oder Anand heute hat er jedenfalls -noch- nicht. Man sieht ja bei dem Turnier hier auch, wie schwer Anand zu schlagen ist - das ist bei Carlsen -noch- nicht der Fall ...

Vielen Dank noch einmal an Jan für die zeitweise Liveberichterstattung! Dank dessen habe ich jetzt mal ein Turnier mit ganz anderen Augen verfolgt und habe eher noch mehr als weniger Respekt vor den Topleuten, weil man zu sehen bekam, wie stark vor allem so manch Verteidigungsleistung ist. Just Anands Zähigkeit ist wirklich beeindruckend.

Thomas Oliver
31.01.2011 11:41

@hanjie: Ich teile Dein Lob und Dank für Jans Livekommentar. Wenn Du einigermassen Englisch verstehst, kann ich darüber hinaus Shipovs Livekommentar wärmstens empfehlen, übersetzt auf www.chessintranslation.com - auch im Nachhinein für Tata und wohl auch zukünftig für andere Topturniere.

@Rumo: Gebe dir völlig Recht - Resultate wie in Nanjing und Bazna hat Carlsen höchstens in jedem zweiten Turnier. Dann gab es noch Corus 2010 und London 2010 wo er "irgendwie" gewonnen hat ohne völlig zu überzeugen bzw. zu dominieren. Hat meiner Meinung nach nicht (nur) mit dem Alter zu tun: Shirov und Ivanchuk schafften ähnliches, aber eben noch seltener.
Ich glaube übrigens eher nicht, dass Carlsens 5.g3 gegen Anand Najdorf von Kasparov inspiriert war ... .

Rumo
31.01.2011 12:24

@Gerhard: Deswegen sollte Weiß ja auch nicht 23.Lxe5, sondern 23.f4 spielen. Anschließend stellt er den Turm nach e3, die Dame nach a1, und e4-e5 dürfte sich nicht einmal mit f7-f6 aufhalten lassen. Die beiden sind mehr als 400 Elopunkte besser als ich, daher gehe ich stark davon aus, dass sie bzgl. der Stellung etwas wissen, das mir entgangen ist. Vielleicht kann ja Jan oder ein anderer mitlesender GM etwas dazu sagen.

Gerhard
31.01.2011 13:15

Rumo: Man muß analysieren, ob e5 eine ernste Drohnung ist. Kann sein, daß es nur Luft ist, wenn S eine gute Auffangstellung hat.
Und selbst wenn Naka hier schlechter gestanden haben sollte: Wieviele standen schlechter in einzelnen Partien und haben trotzdem halbe oder volle Punkte eingeheimst. Derjenige, der am wenigstens Glück hatte, war für mich Kramnik.

RainPiper
31.01.2011 14:26

@Rumo: Stockfish (d21) kommt nach 23. f4 mit der Fortsetzung 23. ... Lxc3 24. Txc3 Tb2 25. Tce3 a4 26. e5 dxe5 27. fxe5 Da5 28. T1e2 Db4 29. e6 Txe2 30. exf7+ Kxf7 31. Dxe2 Txe3 32. Dxe3 a3 33. d6 Da4 34. De7+ mit Dauerschach. -- Ist natürlich nicht erzwungen, aber deutet darauf hin, dass der Vorstoß e5 keinen entscheidenen Vorteil verspricht.

Thomas Oliver
31.01.2011 14:56

@Gerhard: Ich würde mich auch als "Kramnikianer" bezeichnen, aber wo oder wann hatte er Pech bzw. kein Glück? Höchstens dass gleich zwei Spieler gegen ihn mit Weiss nur Remis wollten - erst Smeets, dann Nakamura (unabhängig davon ob das aus deren Sicht und Turniersituation verständlich und 'akzeptabel' war).

Was Auslosung und Farbverteilung betrifft: Erstaunlicherweise gab es in der A-Gruppe keinen empirischen Weissvorteil: 14 Siege mit Weiss gegen 15 Schwarzsiege. Auch interessant im Vergleich zur B- und C-Gruppe (31-20 bzw. 41-22 für die Weisspieler).

Gerhard
31.01.2011 17:43

T. Olivier: Kramnik hatte jetzt zum 5ten Mal oder 6ten Mal eine Schwarzpartie mehr.
Naja, meine Bemerkung mit dem Pech war leicht überzogen, vielleicht aus der Enttäuschung heraus, wie K.'s Partie gegen Carlsen verlief. Jetzt hat er aus den letzten 2 Partien gegen ihn statt mind. 1,5 Punkte nur einen halben.

TBressel
31.01.2011 19:48

Gerade bei Turnieren mit so vielen Teilnehmern wäre es doch gut, mit ungerader Zahl zu spielen. So hat jeder Spieler mal einen Tag frei, und alle haben die gleiche Zahl an Schwarz- wie Weißpartien.

Jens
01.02.2011 01:08

@TBressel
Das ist sicher eine nette Idee, aber das hilft leider nicht viel weiter. Zum einen verzerrt das während des Turniers das Bild, weil manche nochmal aussetzen müssen und andere schon Pause hatten und zweitens gibt es dann auch wieder Spieler, die in der ersten oder letzten Runde frei haben. Den Nachteil finde ich als Amateur gravierender als einmal Schwarz mehr zu haben. Da ist es halt das Losglück, welches einem hold sein muss.
Da streiten sich ja auch die Gelehrten drüber, ob man nun lieber gegen die schwächeren Spieler Weiss oder Schwarz haben will...
Kramnik hat mit dem Losen in letzter Zeit Pech gehabt, aber so ist das in der Wahrscheinlichkeitstheorie nun mal. Irgendwen trifft es immer und gerne auch mehrmals in Folge. Das war sicher nicht immer so und wird auch nicht immer so sein. Es fällt halt bloss gerade bei Kramnik auf.
Wenn ich an Ivanchuks Kommentar in Gibraltar denke frage ich mich jedoch auch: Warum spielt er gegen Anand nicht eine gute Position weiter? Er hat aus Schwarz etwas gemacht und macht sofort remis. Ich beziehe mich dabei bewusst auf Chuckie, ich selbst würde mir das nicht rausnehmen können oder wollen...

Riku
01.02.2011 20:36

@ Jan hast du gesehen, dass auf chessvibes deine DVD besprochen wurde? Da gibt es nur Lob, und folgenden Satz fand ich super: His German blog, arguably the world’s best grandmaster blog at the moment, is also testimony of his wit.

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