Jans Kolumne

Von NBA und DEM

Die Dallas Mavericks gewinnen das fünfte Spiel und gehen mit 3-2 in Führung!

Jason Terry!

Die Nummer 31 der Dallas Mavericks treibt Fans der Mannschaft häufig zur Verzweiflung. Wenn es läuft bei Dirk Nowitzkis Sidekick, ist er kaum zu stoppen, aber wehe, wenn nicht.

Heute liefs! Dreier zum 100-100 Ausgleich, Traumpass auf Jason Kidd, der die Führung ausbaut und dann der entscheidende Wurf zum 108-101 über LeBron  hinweg.  Terry Star des Abends in dem wohl besten Basketballspiel, das ich je gesehen habe, auch Nowitzki mit 29 Punkten wieder saustark.

Blass blieb im entscheidenden vierten Viertel wieder einmal Miamis Superstar LeBron James, der den Finals bisher nicht seinen Stempel aufdrücken kann und deutlich im Schatten von Kollege Dwyane Wade steht. Meine Theorie ist, dass er sich immer noch nicht von diesem brutalen Foul aus der Serie gegen die Chicago Bulls erholt hat:

Dallas geht damit erstmals in Führung und muss nun eines der letzten zwei Spiele in Miami gewinnen, um erstmals NBA Champions zu werden. Hoffentlich packen sie es!

Hab mich in meinem streng geheimen Trainingslager um 3 Uhr nachts aus dem Bett gestohlen, um das Spiel zu gucken. Ok, einen kleinen Tipp kann ich geben. Bin mit Smeets in Hamburg und bereite mich auf das Match gegen Fressinet vor. Morgen fahren wir nach Oberhof, wo das Ganze im Rahmen der Deutschen Jugendeinzelmeisterschaft stattfindet. Man mag es kaum glauben, aber ich war seinerzeit tatsächlich mal deutscher Meister, U15 und U17, das waren noch Zeiten...


Womit wir beim Thema wären, DEM... Zweiter Platz, nicht happy.

Ging ganz gut los mit 3/3, wobei ich auch schon in den ersten Partien viel übersehen hab und mit meinem Spiel nicht besonders glücklich war. So etwa in der zweiten Runde, als ich kurz den Eindruck hatte, nach 9 Zügen aufgeben zu müssen:

Lubbe-Gustafsson, Stellung nach 9.Sd4

Oops. ...bxc5 10.Sc6 De8 11.Sb5 und aus, geht überhaupt noch irgendwas? Ja, zu meinem Glück war 9...Lb7! 10.c6 Dc8! sogar gut spielbar, 11.b5 Lb4 hält komischerweise ebenso wie 11.bxc6 Dxc3+ 12.Kf1 Tae8.

In der dritten Runde dann ein halbwegs anständiger Sieg gegen Falko Bindrich, es sollte dessen letzte Partie im Turnier werden. Das Thema ist auf Schach-Welt schon zur Genüge durchgekaut worden.

Meine Meinung bleibt bestehen, es war unverhältnissmäßig Falko zu nullen, weil er erst um 14:02 eintraf, nachdem wir in der zweiten Runde mit dem Rundenbeginn circa acht Minuten gewartet hatten, bis Herr Natsidis am Brett eintraf. Da ihm auch das Rechtsmittel Schiedsgericht versagt wurde, das wohl in den Regeln steht, kann und konnte ich Bindrichs Rückzug aus dem Turnier absolut nachvollziehen. Für mich wars natürlich nicht ideal, hatte ihn ja schon hinter mir.

In Runde vier dann ein Kurzremis mit Schwarz gegen Khenkin, das ich nach wie vor für vernünftig halte. Nicht zufrieden war ich, am nächsten Tag mit Weiß gegen Daniel Fridman wieder schnell zu remisieren. Ok, Schlußstellung war nix, aber vorher hätte ich statt Se4 einen Zug wie a3 oder b3 probieren sollen, wonach er nicht so leicht ausgleichen kann wie in der Partie.

Das Ergebnis war ok, Turnierstand auch, aber dieses frühe Taktieren kostete mal wieder Mojo und sollte sich am nächsten Tag rächen.

Niclas Huschenbeth hat mich in der Eröffnung gut erwischt, hätte ich doch bloß nie diese DVDs gemacht :)

 Mit Hindsight ärgere ich mich natürlich, nicht einfach 4...Lb6, 5...La5, 7..d6 oder eine der vielen anderen vernünftigen Möglichkeiten gegen sein überraschendes Evans-Gambit gespielt zu haben, aber was soll man machen. Ich glaubte an meine Empfehlung und so etwas kann ab und zu passieren, auch wenn der Zeitpunkt natürlich nicht glücklich war. Nach Sd5? c4! war die Partie dann schon vorbei, stattdessen wäre Sac6 noch ok gewesen, aber hab mich nicht erinnert und es am Brett nicht gesehen.

Glückwunsch an Niclas, der dreisterweise auch noch den Schönheitspreis dafür gekriegt hat...

Nächste Runde gabs dann auch noch Rasmus Svane. Kein tolles Los, ersten trainieren wir zusammen und zweitens spielt er einen Tick besser als seine 2297, die mir auch noch meinen vorletzten Strohhalm, den überlegenen Gegnerschnitt, einknickten.

 

 

Gustafsson-Svane, Stellung nach 8...a5

Hmm, es droht Lb4! Hab ich gesehen und 9.a3? gespielt. Und wie es immer ist, kaum hatte ich den Bauern in der Hand, fiel mir auf, dass 9...Lb4! auch jetzt nicht so schlecht ist.. Nach 10. axb4 axb4 11.Txa8 bxc3 12.Txb8 cxb2 13. Lxb2 Dd6! hat Weiß zwar Material mehr, aber konsolidieren klappt irgendwie nicht so richtig. Ich musste zu 13.Kd2 greifen, und obwohl mir meine Stellung nie so schlecht erschien, wie engines und damit Schachpresse sagen, war es doch eine mehr als zittrige Geschichte, aber Rasmus spielt halt auch stark.

Kurz vor Schluß gab es noch eine hübsche Möglickeit fürihn, Remis zu halten. Sehr gemein, ich versuche in so Stellungen gegen die Dame immer zu rechnen, bis er kein Schach mehr hat, aber ohne Schachgebot zu halten hebelt diese meine Strategie leider aus:

Stellung nach 68.Ke8?

Schwarz zieht und hält Remis.

In der vorletzten Runde mit Schwarz gegen Rene Stern musste ich dann gewinnen, um dranzubleiben und spielte mal wieder Grünfeld. Aber auch hier ließ meine Vorbereitung zu wünschen übrig:

Stern-Gustafsson, Stellung nach 9.0-0

Eine ruhige Nebenvariante, die ich nicht erwartet, aber am  Vormittag kurz auf dem Schirm hatte. Ich hatte gesehen, dass Nielsen hier 9...Sb6?! spielte. Und da ich größere Sorgen hatte und PHN in der Eröffnung blind vertraue, folgte ich seinem Beispiel, als die Stellung dann tatsächlich aufs Brett kam. Der Zug hat seinen Zweck, wenn er den Weißen dazu provozieren kann, mit c5 oder cxd5 die Spannung aufzulösen, aber nach dem a tempo gespielten 10.Tfd1! fiel mir auf, dass meine Stellung nicht sonderlich viel Sinn machte. 10..dxc4 11.Lxc4 Sxc4 12.Dxc4 Sd7 (Sd5 e4 gefiel mir nicht besser, ist aber vielleicht das kleinere Übel) 13. e4! e5 14.Lg5 De8 15.d5, und Schwarz steht schlecht. Da Khenkin mittlerweile remisiert hatte, meinte ich, meine beste Chance ihn noch abzufangen, wäre, hier mit 15...Sb6 remis anzubieten, was akzeptiert wurde. Nach 16.Db4 sagt mir die schwarze Stellung nicht zu.

Dann letzte Runde. Fridman-Khenkin, Gustafsson-Tischbierek und Buhmann-Stern. Habe am Abend vorher Fridman und Tischbierek gebrieft, dass ersterer gewinnen und letzterer verlieren müsse, aber leider klappte nur die Hälfte des Plans.

Meine Partie gegen Raj war wieder ziemlich schlecht, aber am Ende irgendwie gewonnen. Stern, der mittlerweile die beste Wertung hatte, verlor gegen Buhmann, aber Khenkin hielt mit Schwarz stand.

Wir landeten also beide bei 6.5/9, er 2488 Schnitt, ich 2480, mal wieder Vizemeister.

Klar ist, dass ich es auch nicht verdient gehabt hätte. Schlechte Vorbereitung, einfache Übersehen, dazu die bösen Kurzremisen, keine meisterliche Leistung.

Ich hab eine Ahnung, woran es lag, werde hier aber nur den offensichtlichen Schwachpunkt erwähnen:

Ein neues Hallo-Wach Lied vor der Partie muss her! Ante up hat sich über die Jahre etwas abgenutzt. Mein derzeitiger Favorit ist dieser, aber bin mir nicht ganz sicher, ob ich mich nicht vom Video blenden lasse. Vorsicht, Text usw. sind nicht ganz jugendfrei.

 

Kanye West Monster (Muppet remix)

Flash is required!
vimeo.com, Video von blackx smith
108 Kommentare
Peter B.
10.06.2011 09:45

Bei dem Aufwachsong würde ich auch so spielen;-)

Hier mein Tipp mal eine andere Musikrichtung auszuprobieren. Da schwingt die Zahnbürste:

http://www.youtube.com/watch?v=AMg2cd5iiKg

oder:

http://www.youtube.com/watch?v=ihbRtLrK36Y

Viekl Glück beim Wettkampf gegen Fressinet!

Matthias
10.06.2011 10:51

danke für den heißersehnten Bericht und viel Erfolg gg. Fressinet!

Muppet
10.06.2011 12:53

@ Peter:
Die Jungs in Deinen Videos würden durch Muppets-Kostüme eher gewinnen als verlieren ;-)

project_chaos
10.06.2011 13:48

probier die lieder http://www.youtube.com/watch?v=e0j0GCbMC7A
oder http://www.youtube.com/watch?v=m3AoiVMQqX4 oder another body murdered von boo ya tribe und faith no more

project_chaos
10.06.2011 13:59

wenns net zu ernst sein soll :)

http://www.youtube.com/watch?v=h4L0WyxY49w

http://www.youtube.com/watch?v=PUTfiioERz8

http://www.youtube.com/watch?v=io_bJo5rOSY&feature=related

Tiger-Oli
10.06.2011 15:47

Moin!

Ein schöner Bericht, vielen Dank für die vielen Details und Stimmungsberichte aus Deinen Partien.

Wenn Du jetzt Zweiter wurdest, bleiben Dir immer noch Ziele für die Zukunft. Sowas braucht man ja irgendwie auch, als Profi!
Auf ein Neues darum vielleicht nächstes Jahr, und bis dahin erstmal viel Spaß und viel Glück gegen Fressinet in Oberhof. (Kleiner Tip: ich glaube, er spielt 1.e2-e4, aber ganz sicher bin ich mir nicht.)

Moinmoin

Tiger-Oli

robbe
10.06.2011 16:22

jupi endlich wieder ein Bericht! Finde im übrigen, dass ein DEM Vize auch sehr gut ist und du dir (hoffentlich jedenfalls für Dich) bewußt bist, dass du auf sehr hohem schachlichen Niveau kritisch mit dir bist!
DIRKtastic Style - Partien fallen halt nicht vom Himmel aber kommen auch wieder.

hanjie
10.06.2011 17:36

Vielen Dank für die Rückschau und vor allem für den Direktlink zum Interview! War sehr unterhaltsam, man könnte den Wettkampf wohl auch typmäßig "Chaos tritt Ordnung" nennen. :)

janostar
11.06.2011 12:22

Jan, grossartige Seite. Mach so weiter.
Noch ein Vorschlag zum einstimmen: Fanta4:
http://www.youtube.com/watch?v=oQWkmuqm_Uw&feature=related

Marcus
11.06.2011 23:20

Hallo Jan,

"hätt ich doch nicht diese DVD`s gemacht".....beide DVD´s sind einfach klasse und es wär richtig schade wären sie nie entstanden, alles hat natürlich so seine Vor und Nachteile ((o.. und alles hat natürlich auch seinen Preis!

die kleine Schlappe gegen Huschi is nix gegen die DVD`s, die sind nämlich für immer und der nächste der gegen Dich Evans spielt, sollte sich vorsehen.**
Klasse DVD`s, Klasse Seite und klasse das man als Amateur mal einen Einblick bekommt wie ein Großmeister so denkt und lebt. Respekt natürlich an Huschenbeth, der ein Loch gefunden hat und Dich erwischt hat! Aber was ist ein kleines Loch gegen soviel Qualität!! Ich wünsche mir weitere DVS z.B. 1.d4 da ja 1. e4 bei dir nie oder nur selten zu finden ist.

Viel Glück gegen Fressinet!
Ich werde wieder alles verfolgen und aufsaugen!!.-) Ich bin einfach nur begeistert!!

ebi
11.06.2011 23:36

Bei diesem Franzman wäre ich vorsichtig, besser Gus besteht darauf, dass Handys im Saal verboten sind. :)
Hoffentlich gibt es zwischen den Spielern einen Codex, dass das abgelehnte Damengambit beiderseits nicht gespielt werden darf.

Martin
12.06.2011 00:29

Guten Tag Hr. Gustafsson,

dem Lob von Marcus möchte ich mich anschließen. Ihre DVDs finde ich ebenfalls ausgezeichnet, zumal ich sowieso ein Freund der "Offenen Spiele" bin.
Schade dass es für den Meistertitel doch nicht ganz gereichtt hat. Aber das wird hoffentlich noch klappen.

Jedefalls drücke ich Ihnen gegen Fressinet feste die Daumen.

Ach ja, noch ein Musiktipp :)

Faith no more, "Epic"
http://www.youtube.com/watch?v=Jshq3q5itbI
(enthält 37,1 % HipHop )

Liebe Grüße
Martin

Marcus
12.06.2011 01:45

einen Musiktipp habe ich natürlich auch:-)

Schach und Musik hängen sowieso irgendwie zusammen. Scheint mir die richtige Mischung zwischen Harmonie, Kampf und Kunst zu sein.*

Entweder so Gitarre spielen oder so Schach spielen wie Jan Gustaffson wäre schon schön im nächsten Leben!! ((o

http://www.youtube.com/watch?v=fsV0Mvy4no4

PeterOs
12.06.2011 13:31

Kann jemand helfen und mitteilen, zu welchen Uhrzeiten die Partien Gustafsson- Fressinet stattfinden. Kann ich irgendwie leider nicht finden. Danke im voraus!

Uwe B.
12.06.2011 20:48

@PeterOs: Die nächsten drei Tage jeweils um 14:30 Uhr.

Ob es sich lohnt, die Partien zu verfolgen, musst du aber selbst entscheiden. Heute wieder eine kraft- und saftlose Vorstellung von Gusti. Mit einfachsten Mitteln wurde er heute einfach überspielt. Nach 25 Zügen hätte er schon heim gehen können. Der Abwärtstrend von der DM setzt sich nahtlos fort. So wird das nichts mit 2700!

Hoffentlich hat Dirkules heute nacht bessere Vorbilder :-)

patzerle
12.06.2011 21:31

naja Uwe, die Eröffnung verlief doch ganz ok denke ich?

Er hat dann vermutlich übersehen, dass er den Druck in der d-Linie nach seinem Manöver 22.Df6(?) nebst a5 und c6 nur auf Kosten eines Bauern abschütteln kann [vermutlich hat er 28.Df3! in der Vorausberechnung übersehen] und danach war seine Stellung im Grunde nicht mehr zu halten.

Ein Fehler der bitter bestraft wurde, sowas passiert auch den besten Spielern, man denke nur an Anands Grünfeldkatastrophe gegen Topalov im WM Kampf!

Hoffentlich kann Jan zurückschlagen, ich bin optimistisch und werde heute Nacht ab 2 und Morgen ab 14Uhr wieder die Daumen drücken. :-)

Philipp
12.06.2011 21:45

@ patzerle
Anand hat in einem Interview gesagt, dass der Verlust der ersten Partie (die hast du vermutlich gemeint) daran lag, dass er seine Eröffnungsvorbereitung vergessen hatte und nicht wusste ob er erst Springer oder König spielen soll und hat sich dann für das falsche entschieden.

patzerle
12.06.2011 22:25

@Philipp
Anand wird ja keine Münze geworfen haben... ;-) ...sondern in die Stellung geguckt haben und dann hat er eben nicht gesehen, dass er im Grunde nach dem Figrenopfer aufgeben kann.

Und Jan hat (vermutlich) den Trick mit Df3 und Sxe5 übersehen in der Vorausberechnung. - Sowas passiert eben auch starken Großmeistern ab und zu - heute hat z.B. Nisipeanu auch eine Remisstellung gegen Nakamura einzügig eingestellt mit f3?? was auch 5-zügig taktisch nicht ging und "eigentlich" nicht passieren darf...

Natürlich ist so ein Matchstart alles andere als optimal, ich wollte nur der doch sehr negativen und kritischen Sicht von Uwe entgegentreten, denn zwischen "einen Trick übersehen und pleite stehen danach" und "saft- und kraftlose Vorstellung... mit einfachsten Mitteln überspielt worden" sind dann doch Welten.

Uwe B.
13.06.2011 09:32

Vielleicht hören sich die Worte - kritisch - zu kritisch an. Beim Nachspielen der Partie entsteht aber der Eindruck - und Gusti wird sich sicher auch noch zu der Partie äußern. Und wann hat er das letzte Mal ein wirklich starke Partie gespielt?

Marcus
13.06.2011 11:02

@ Uwe B.

na ich denke das ist zu kritisch!!

1. die 2647 Elo hat er nicht im Supermarkt gekauft oder auf irgendeinem selsamen Open errungen.
2. zuletzt stark gespielt? Die Partie gegen Bindrich bei der DEM war saustark meiner Meinung nach, auch fast aus dem Stand Zweiter zu werden bei der DEM verdeutlicht über was für ein Niveau wir hier reden.
3. Mag sein dass er in letzter Zeit hier und da mal etwas unglücklich agiert, aber Jan wird sich sein Selbstbewusstsein schon wiederholen und zurückschlagen.

Vergessen wir nicht, er ist ein sehr starker Schachspieler und noch ein smypatischer dazu.
Und auch dass er hier diese Kolumne ins Leben ruft ist aller Ehren wert.! Ich drücke ihm fest die Daumen! Go Jan, zeig was Du kannst!

ebitda
13.06.2011 11:40

@ Uwe B.
wie wäre es noch mit der Sequenz "früher war alles besser"? Soll an Stammtischen mit bräsigen Kritikern der Hauptslogan sein.

Freddy Dan
13.06.2011 14:22

Glückwunsch zum Vize, aber wäre da nicht ein Stichkampf angemessen um den Titel - mit einem Smart-Cabrio als Sonderpreis - Eloschnitt ist doch Roulette. Lh3 hat mir gut gefallen. - viel glück noch gegen Fressinet!

Thomas Oliver
13.06.2011 14:24

Ich lese in Uwe B.'s Kommentar auch fehlenden Respekt für Fressinet - der ist doch nicht irgendein Patzer den man weghaut. Im Match ist er leichter Elofavorit, und vor kurzem hatte er noch über 2700 (auch wenn es - gleich - danach für ihn tendenziell wieder bergab ging).

Uwe B.
13.06.2011 15:57

@ Thomas: Es gibt Respekt vor beiden Spielern, aber spiele auch einfach mal die Partie von gestern nach.

Und verfolge dann die heutige Partie. Ansonsten ist der Blog hier ohne Fehl und Tadel - also bitte Inhalte differenziert betrachten.

Thomas Oliver
13.06.2011 16:30

@Uwe B.: Ich hatte die Partie bereits nachgespielt, gerade habe ich es nochmal getan. Mein Eindruck: Jan stand, schon bevor er den Bauern einstellte, unbequem bzw. leicht schlechter (aber objektiv sicher nicht verloren). Dann wurde er überspielt bzw. hat was übersehen.
So what? Aehnliches kann auch ein, zwei, drei Etagen höher passieren. Spontan fällt mir (als Kramnik-Fan) Carlsen-Kramnik 1-0, London 2009 ein. Aber das war weder entsetzlich schwach von Kramnik (eben irgendwie irgendwo der falsche Plan, kann passieren) noch Grund um Carlsen in den siebten Himmel zu loben - wie es seine Fans (darunter auch die Turnierorganisatoren?) damals taten.

hanjie
13.06.2011 17:51

Na, ich hoffe doch dass der Wettkampf weiter so spannend bleibt. Gestern und heute interessante Partien, was will man mehr?

Was die Kritiker angeht, kann ich nur sagen: "Wasch mich, aber mach mich nicht nass!", hmmm? Ist doch klar, dass es auch mal Niederlagen gibt gegen gleichstarke Gegner. Nur wenn man sie riskiert, kann man auch an ihnen wachsen. Die Partie gestern war sicher sehr lehrreich und bringt erneut ein Stückchen voran.

Georg Meier brachte es im Schachwelt-Blog schön auf den Punkt: Nur wenn man hinreichend starke Gegnerschaft serviert bekommt, kann man sich auf Dauer auch weiterentwickeln.
Insofern ist der Kampf gegen Fressinet, der eben nicht irgendwer ist sondern ein sehr starker Großmeister, ein schöner Härtetest.
Die Fans freut's dann noch zusätzlich, dass man per Liveübertragung auch hautnah dabei sein kann.

Erik
13.06.2011 18:53

Habt ihr's schon mitbekommen? Unser aller Fide-Präsident hatte wieder mal einen unrühmlichen, aber viel beachteten Auftritt...http://www.youtube.com/watch?v=_aTfDU4OSmA

Gerhard
13.06.2011 20:54

Bisher verlief der Wettkampf für Jan nicht gut.
In der ersten Partie enstand eine typische Druckstellung, die für S schwer zu spielen war, Schlüsselzug war m.E. Sa5 mit Abtausch des Lc6.
Im Londener System gibt es oft solche Stellungen.
In der 2. Partie kam S sehr leicht zum Ausgleich. Dieses Standardding mit Einpflanzen des Springer auf d4 kam ohne jeden Nachteil zustande. Jedenfalls habe ich das so beim oberflächlichen Nachspielen empfunden.
Jan muß noch ne Schippe drauflegen.

Philipp
13.06.2011 20:54

@ Erik. Ich glaube, dass der ins Irrenhaus gehört. Erst meint er von Aliens entführt worden zu sein, und dass diese das Schachspiel auf die Erde brachten .... und nun so ein Unsinn.

Ich bin immernoch dafür, dass Karpov oder irgendein anderer Präsident der FIDE wird und nicht dieser Russe mit dem komischen Namen (kann den einer wirklich schreiben ohne vorher nachzusehen ? )

Deep Mikey
13.06.2011 21:12

Hier was für Nowitzki- und Mavericks-Fans: http://www.buzzfeed.com/decetra/the-loss-of-the-ring-3k6y

Hobbyspieler
13.06.2011 21:16

@Gerhard und Uwe: Warum müsst ihr immer so kritisch mit Gusti sein. Gestern hat er nach heroischem Kampf unglücklich verloren und heute mit vollem Risiko auf Sieg gespielt. Sein Gegner hat zwar nur eine hohe 26xx als Elo, aber vom Spielverständnis sehe ich nur 3 oder 4 Spieler in der Weltspitze vor ihm.

Wir müssen Gusti dankbar sein, dass er trotz Eurer Nörgelei den Blog nicht schließt...!

Gerhard
13.06.2011 22:25

Hobbyspieler,
ich habe nirgendwo genörgelt. Wieso sollte ich das tun?
Ich habe mir die Partien kritisch angesehen und meine Schlüsse gezogen. Ganz einfach.
Die Struktur der Stellung in der 1. Partie war nach sc6: ungünstig - Dominanz auf d und schwache weiße Felder um den König und starker Springer gegen nicht so starken Läufer.
Sei also bitte objektiv.

Andre
14.06.2011 06:10

Übrigens kann man die Analyse der beiden, jeden Abend auf dem Chessbase Server live verfolgen!

Tommy´s
14.06.2011 16:28

Da können sich die Ausrichter der DEM der Herren mal eine Scheibe von abschneiden. Neben Liveportal mit Radio Applet und einer täglichen Zeitung gibt es auch einen Livestream http://djem2011.liveschach.net/
Auch ansonsten scheint mir die jüngere Generation kompetenter in der Sponsoren Akquise zu sein, zumindest ist die Zeitung mit sehr vielen namhaften Sponsoren gespickt.
Es kann aber auch daran liegen, dass sich die Offiziellen der Sache unterwerfen und nicht im 5 Sterne Hotel 2 Straßen weiter residieren.

patzerle
14.06.2011 19:40

:-(

jetzt wird es schwer den Kritikern was entgegenzusetzen...
Die Partie zu verfolgen war echt nicht leicht.

Kopf hoch Jan, wird schon wieder!

pipidipapa
14.06.2011 20:05

Laurent Fressinet zeigt bisher eine starke Leistung in dem Zweikampf. Hoffentlich kann Jan in den anderen Disziplinen den Punkterückstand aufholen.

Uwe B.
15.06.2011 01:04

Das war heute eine starke Vorstellung von Fressinet. Auf der anderen Seite hat Gusti ihn aber wieder eingeladen zu einem Spiel auf ein Tor. Mein Eindruck ist, dass Jan als Schwarzer Eröffnungen wählt, die dem Gegner liegen. Mal sehen, ob er morgen mit Weiss mehr riskiert?

Polo Ralph Lauren
15.06.2011 09:11

Hauptsache Polo Ralph Lauren!!!


GLG,
Tommy Hilfiger

Stiller Beobachter
15.06.2011 15:14

Bei Jan könnte man heute den Eindruck bekommen, dass er sein Ergebnis im Zweikampf absichern will. Quasi eine Kukident Eröffnung - ohne jeden Biss :-)

hanjie
15.06.2011 16:59

Oje, das sieht wieder so aus (bei Zug 25), dass sich Fressinet Gustafsson in die Ecke gestellt hat und G. nur noch drauf hoffen kann, dass ein Befreiungspunsch (eine Kombination z.B.?) seinen Gegner doch noch k.o. schlagen kann.

Ach ja, Nowitzki hat es ja geschafft. Groooßartig!

Jack
15.06.2011 17:47

Es sieht nach einem 3,5:0,5 aus Sicht von Laurent aus. Also so ein Ergebnis habe ich überhaupt nicht in Betracht gezogen. Ist der "Bremer" wirklich so viel stärker als unser Jan? Ich habe leider nur 1900 DWZ und kann das nicht so beurteilen, aber der jeweilige Partienverlauf sah immer recht souverän aus...

ebitda
15.06.2011 19:12

.......................................... - was ist nur mit ihm los?

Werner
15.06.2011 22:35

@Jack
Ich habe leider nur 1900 DWZ und kann das nicht so beurteilen, aber der jeweilige Partienverlauf sah immer recht souverän aus...

Du bist einfach zu ehrlich für diesen Blog - normalerweise gibt man seine Elo nicht an, redet dafür aber um so schlauer daher. Sätze wie 'So wird es nichts mit 2700', wenn Jan verliert - wer hätte das gedacht!

Werner
15.06.2011 22:41

Beliebt sind auch Aussagen wie: 'Gusti' - mit dem wir ja auf du und du sind - 'hat ihn richtig eingeladen zum Spiel aufs Tor' - das legt nahe, der Kritiker hätte natürlich niemals eine so schwache Eröffnungsbehandlung hingelegt.

Man könnte versuchen, diese Herren zu entlarven, indem man ihnen Varianten abverlangt. Aber dann werfen sie wahrscheinlich einfach ihren Rechner an...

hanjie
16.06.2011 00:35

@Jack: Keine Sorge - ich hab Niveau 2100 und steig durch die Partien auch nicht durch, dafür bin ich immer noch um Längen zu schlecht ;)

Mein persönlicher (im Prinzip Patzer-) Eindruck ist, dass grade einfach ein kleines Formtief guten Tag sagt.
Das kann jedem passieren, ist sicher auch schon jedem passiert. Umso ärgerlicher natürlich dass es ausgerechnet dann da ist, wenn so ein attraktiver Wettkampf gegen einen starken Gegner auf dem Terminplan steht.

Ich hoffe für Gustafsson, dass die Schnellpartien besser laufen, um so wieder ein wenig Selbstvertrauen zu tanken.
Dass das jetzt grade etwas leidet, dafür muss man sicher kein Prophet sein.

Stiller Beobachter
16.06.2011 01:13

Ich kann mich nur einigen Vorrednern anschließen. Der Webblog von Jan ist Spitzenklasse, im Zweikampf aber fällt das Fazit einfach aus: Gewogen und leicht empfunden. Der Abwärtstrend aus der Schachbundesliga und von der DM hält an! Mit Weiß die Eröffnungen ohne Biss und mit Schwarz ideenlos?

Guter Beobachter
16.06.2011 05:26

@ Stiller Beobachter
Wo genau war der abwärtstrend in der BL, laut fide.com hat Jan seine ELO bestätigt (0,5 ELO +) und das obwohl er in der letzten Runde gegen Bernd Rosen Remis spielte (mit einen Sieg wären es 4 ELO Punkte+ gewesen)
Auch kann ich den Abwärttrend bei der DEM nicht erkennen, Jan ist mal eben 2ter geworden ohne in Form zu sein. Ich möchte nur nochmal daran erinnern das Jan schon einmal in Dortmund gegen Weltklasseleute nicht nur mithalten, sondern auch die meisten hinter sich lassen konnte. Darüber sollte auch Nationalspieler Georg Meier nachdenken bevor er, in meinen Augen etwas provakante Statements auf www.schach-welt.de veröffentlicht. Sätze wie z.B. " Jan bekommt nun als Erster in einer Ewigkeit ein Match, ist aber leider der Falsche..." oder aber "Ich bin ein Spieler der das Potential hat sich im Bereich um Platz 20 der Weltrangliste zu etablieren aber ganz bestimmt nicht das Zeug um Weltmeister zu werden.
Deutschland hat aber in Arkadij und mir nur 2 Spieler die überhaupt eine derartige Steigerung zeigen können. Sonst ist weit und breit niemand zu sehen."
Große Worte von Herrn Meier der seit knapp 2 Jahren die 6 hinter der 2 stehen hat. Jan hat die 2600 seit 2004 und konnte trotz zwischenzeitlichen Pokerbooms, wo es durchaus vernünftig war auf Poker umzusatteln seine Zahl halten bzw. ab Juli 2007 stetig entwickeln, zwar sind es "nur" 12 Punkte im Schnitt pro Jahr, aber es geht aufwärts. Das Match gegen Fressinet ist halt blöd gelaufen, jedoch glaube ich fest daran das es auch wieder in die andere Richtung geht.
Ich freue mich schon auf Dortmund wo Herr Meier zeigen kann wie groß sein Potenzial ist. Nicht das ich falsch verstanden werde, ich wünsche ihm genau soviel Glück wie jeden anderen Deutschen Vertreter bei Top Turnieren, nur schade finde ich die Art und Weise wie er seine Missgunst und Selbsteinschätzung öffentlich macht.

Feller's Fan
16.06.2011 07:42

Fressinet hat im gesamten match keinen einzigen Fehler gemacht...
War da nicht was im Zusammenhang mit Franzosen und "advanced chess" kürzlich?

Wenn es ohne Hilfe war, war es einfach eine bärenstarke Leistung von ihm. Der sowieso etwas bessere Spieler (laut ELOliste) hat weit oberhalb seines Niveaus gespielt und der Gegner (leider) deutlich unter seinem Niveau und dann kommt auch schnell so ein Debakel bei rum.

Frankilein66
16.06.2011 07:45

Wir alle hier sind aufgrund Herrn Gustafssons sympathischer und offener Art Fans von ihm.
Wir sollten ihn aber mit unserer "Zuneigung" nicht erdrücken und zu kritisch mit ihm sein. Bekanntlich lernt man ja aus seinen Verlustpartien mehr als aus Gewinnpartien. Insofern war der Wettkampf gegen Fressinet bisher sehr lehrreich für Gustafsson. Vielleicht folgte das Match zu schnell nach der kräftezehrenden DEM, die zudem noch mit einer Enttäuschung endete. Er wird, unabhängig vom Endergebnis, den Wettkampf gründlich analysieren und die richtigen Lehren daraus ziehen. Als seine Fans müssen wir jetzt eben mit einer kleinen Formdelle leben.

theWizard
16.06.2011 10:42

Georg Meier hat am Montag in der Schweiz mit 8 aus 9 und einem Punkt Vorsprung ein Schnellschachturnier gewonnen. Vor Caruana, Bauer, Gagunaschwili, Fridman, Khenkin, Milov, Naiditsch...

So ganz Unrecht hat er mit seiner Einschätzung nicht, neben Naiditsch der einzige Deutsche mit dem Potential zu sein, sich in der erweiterten Weltspitze
festzusetzen.

Ich freue mich auch auf Dortmund und hoffe, dass er zeigt, was in ihm steckt.

hanjie
16.06.2011 14:02

Hmmm - "der Falsche" für Fressinet zu sein ist schon starker Tobak von Meier. Ich sage da aber doch lieber "im Zweifel für den Angeklagten" und hoffe drauf, dass es nur unglücklich ausgedrückt ist.

Es sollte viel mehr dieser Wettkämpfe geben!

Dann holt man sich mit 2650 vielleicht 2, 3 Mal eine blutige Nase gegen einen 2700er (Fressinet hat allemal das Zeug dazu, diese Hürde wieder zu nehmen), aber dann HAT man sich ja vielleicht doch jenes Niveau gewöhnt und vielleicht ja auch die Trainingspläne für solche Wettkämpfe optimieren können.

Zudem bin ich persönlich der Meinung, dass sich Wettkämpfe sehr gut vermarkten lassen. Das "Rocky"-Prinzip lässt grüßen, der Kampf Mann gegen Mann war schon immer publikumswirksam.

Ich wünsche Gustafsson das nächste Hoch, damit er Meier zeigen kann, dass er doch "der Richtige" gewesen ist. :)

Südschachfreund
16.06.2011 14:09

Bin mal sehr gespannt, ob Jan auf Georg Meiers Aussage eingehen wird. Was aber viel interessanter sein wird: Wie sich Meier in Dortmund schlagen wird. Denn vergessen wir nicht, Jan hat sich vor drei Jahren in Dortmund top gezeigt. Das muss ihm Georg erstmal nachmachen. Apropos Dortmund: Drücke Kramnik die Daumen für den Turniersieg.

Thomas Oliver
16.06.2011 18:25

Ich finde die Kommentare von Georg Meier auch reichlich arrogant - genauso nervt mich dass jeder der ihn auch nur ein bisschen kritisiert bzw. ihm widerspricht von der Schach-Welt Redaktion niedergemacht wird ("Du Amateur hast doch keine Ahnung ..."). Meier sagte ja auch wiederholt dass Giri ("ein Talent der 2. Reihe") in Deutschland mangels Förderung nie den Durchbruch geschafft hätte - vielleicht ist er aber auch, sicher für sein Alter, ein Talent aus der ersten Reihe??

Zum Fressinet-Match: Offensichtlich musste Jan Lehrgeld bezahlen, "what does not kill us just makes us stronger". Ich hoffe dass er "demnächst" Kraft und Lust hat hier darauf zurückzublicken, gerne mit dem vielleicht angebrachten (Galgen)Humor!

Bastian
16.06.2011 18:56

Nachdem ich die Schach-Welt-Geschichte nun ein wenig mitverfolgt habe, bin ich ebenso zu dem Schluss gekommen, dass Herr Meier durchaus einen Gang zurückschalten könnte. Wie dem auch sei, in Dortmund hat er Gelegenheit zu zeigen ob er mithalten kann, diesbezüglich warte ich mit meinem entgültigen Urteil noch.

Was Jan angeht: Hätte ehrlich gesagt jedem passieren können, und die Match-Erfahrung hat er jetzt glaub ich auch nicht. Aber wie schon gesagt wurde, danach ist er auf jeden Fall ein ganzes Stück an Erfahrung reicher, und kann daraus lernen. Ich wünsche Ihm auf jeden Fall einen besseren Turnierverlauf für die anstehenden Schnell- und Blitzpartien, und hoffe dass er dort wieder ein paar Punkte mehr mitnimmt.

ebitda
16.06.2011 19:32

Dieser Meier schafft es doch mit jeder Aussage auf schach-welt.de zu provozieren oder zumindest mißverstanden zu werden. Es scheint in ihm gewaltig zu rumoren, dass er ständig Spitzen von sich gibt. Ich dachte er sieht sich als Amateur und studiert in den USA? Da Schach immer mehr ein Spiel des Erinnerns wird auf absolutem Topniveau, sehe ich auch gar nicht die Notwendigkeit auch nur einen Spieler in diese Region zu fördern.

Bastian
16.06.2011 20:07

Und was Giri angeht: Sicher kein Talent aus der zweiten Reihe. Die Fortschritte, die Anish Giri zeigt sind allemal beeindruckend!

hanjie
16.06.2011 20:12

Jep, ein Galgenhumorblogeintrag nach dem Match und dann einfach erstmal garnicht den Blog besuchen bis die Lust auf Schach wieder da ist, klingt doch nach einem guten Plan :)

Ist nicht so, dass Meier nicht konstruktiv wäre. Den Satz, dass das Fressinet-Match der Falsche gekriegt hat, hätte er sich aber wirklich sparen können. Gustafsson hat Elo knapp 2650 und ist die Nr. 4 der deutschen Rangliste, die gegen die Nr. 3 der französischen spielt. Das ist ein Match absolut auf Augenhöhe, spielstärkemäßig.

Dass die Form gerade nicht stimmt, kann nun einmal passieren. Nicht jeder ist ein Magnus Carlsen, der selbst trotz Fiebers noch beinahe Moskau gewinnt ;)

Meier Fan
16.06.2011 21:54

Und der Abwärtstrend geht weiter. Fakt ist:

0:3 mit Schwarz
1:2 mit Weiss

Die Formulierung bzgl. Jan war etwas unglücklich, aber ansonsten spricht er einfach einmal unangenehme Dinge offen aus!

Nachtigal
16.06.2011 23:40

Wirklich komisch, dass die Schachjugend lieber den sympathischen Betreiber dieses Blogs für den Zweikampf wählt, der auch regelmäßig über andere Kanäle sich "zeigt", als einen Spieler, der mit Exvereinen, DSB und aller Welt im Clinch liegt und es immer nur an den anderen liegt und der dann auch noch böse nachtritt.

Ungeachtet dessen wäre es natürlich ggf. sinnvoller, Gusti diesen Kampf mit 20 Jahren spielen zu lassen bzw. jetzt z.B. Huschi spielen zu lassen.
So etwas in die Richtung hat GM möglicherweise mal wieder gemeint, nur verstehen ihn wieder alle falsch. Böse, böse, böse.

@ Fellers Fan: Klar, alle französischen Schachspieler jetzt erstmal unter Generalverdacht stellen. Auf Fressinets Blog steht auch schon, dass Gusti bestimmt einen Angriffskrieg auf Frankreich plant.

Ich würde nicht einmal sagen, dass Fressinet nun so wahnsinnig gut spielt, aber Jan spielt für seine Verhältnisse einfach grausig und schafft es nicht einmal, dass mit ein paar gut laufenden Eröffnungen zu kompensieren. Und wenn Du kein Glück hast, kommt eben auch noch Pech hinzu.

Und, ist das schlimm? Ist Gusti deshalb jetzt ein schlechterer Mensch? Wohl kaum. Er hat über 4 Turnierpartien ca. 1,5 Punkte zu wenig gemacht. Überprüft doch mal Eure DWZ/Elo-Daten, wann Euch das zum letzten Mal passiert ist.
Wenn der Zweikampf Elo ausgewertet wird, bekommt Gusti dort seine Quittung - dafür geht er in die nächste Saison dann mit niedrigerer Elozahl und gewinnt um so mehr Punkte ;-)

@ Stiller Beobachter:
Hmm, Thailand-Turnier incl. Sieg gegen Short, Sieg gegen Bindrich... der Rest ist die Ruhe vor dem Sturm.

@ Gusti: Kopf hoch, bring den Zweikampf irgendwie zu Ende, reset und weiterarbeiten.

Bardeleben
17.06.2011 00:08

@Nachtigal: agreed...

Jeder, der selbst Schach spielt, kann sich vorstellen, dass man sich nach ein paar Niederlagen in Folge ziemlich mies fühlt; hier (anonym) verbal nachzutreten, zeugt von ziemlich armseligem Charakter. Schachlich vernünftig analysieren, was passiert ist, kann wohl keiner der Leute, die hier kommentieren, aber Experten über Jans schachliche "Trends" gibt es viele. Klar doch...
Die Bemerkung von Georg Meier fand ich ziemlich traurig; kollegialer Respekt sieht anders aus. Wenn er der Ansicht ist, dass er selbst hätte spielen müssen, kann er das erstens weniger abfällig formulieren und zweitens vielleicht auch nicht gerade in einem Schachblog. Solche Sticheleien, für die ja auch Naiditsch zu haben ist, werfen ein ziemlich schlechtes Licht auf das Verhältnis der deutschen Super-GMs. untereinander.

wurschtler
17.06.2011 10:28

Ich kann mich dem geschriebenen von " guter Beobachter " nur zu 100 % anschliessen, auch bei mir ist das geschriebene von Herrn Meier eigenartiig vorgekommen, die wenigen Elopunkte zwischen Herrn Meier und Jan sind wohl definitiv kein Spielstärkeunterschied

Es würde mich nicht wundern, wenn Jan Seinen Blog einstellen würde, wenn ich an Seiner Stelle immer von Amateuren lesen müsste, wie schlecht ich alles schachliche mache, ich hätte schon lange die Schnauze voll !

Jan, bitte mach aber weiter, die die alles negativ sehen sollen bitte diese Seite meiden Danke

mogelkatz
17.06.2011 13:13

Was soll das ständige Wehklagen über die kritischen Worte, die hier bisweilen geäußert werden?
1.Das ist hier ein Blog von Jan Gustafsson, wo ausdrücklich eine Kommentarfunktion freigeschaltet ist, also etwas anderes als eine Jan-Gustafsson-Jubelseite.
2. Dennoch habe ich den Eindruck, dass die allermeisten, die sich hier äußern, - und dazu zähle ich mich auch -zumindest wohlwollend Jan gegenüberstehen, ihm die Daumen drücken, ihm bei Erfolgen gratulieren und sicherlich auch das eine oder andere Mal enttäuscht sind.
3. Nach der DEM2011 habe ich keine kritischere Stimme als Kommentar gehört als die von Jan selbst. Während hier überwiegend zur Vizemeisterschaft gratuliert wurde, hat er sich sehr enttäuscht gezeigt, obwohl der Sieg nur an einigen wenigen Gegner-ELOs gescheitert ist.
4. Wirklich bösartige Kommentare gibt es doch eher wenige, ein Jan-Gustafsson-Hasser-Thread ist das hier bestimmt nicht.
5. Wieso ich als Amateur - wohlwissend um den großen Niveauunterschied - nicht die Leistung von Profis beurteilen kann und darf, verstehe ich nicht.
6. Dickes Dankeschön an Jan für den Blog, mir hat er geholfen, sowohl den Schachspieler als auch den "sonstigen Menschen" Jan Gustafsson etwas näher kennen- und schätzen zu lernen.

mogelkatz
17.06.2011 13:14

Was soll das ständige Wehklagen über die kritischen Worte, die hier bisweilen geäußert werden?
1.Das ist hier ein Blog von Jan Gustafsson, wo ausdrücklich eine Kommentarfunktion freigeschaltet ist, also etwas anderes als eine Jan-Gustafsson-Jubelseite.
2. Dennoch habe ich den Eindruck, dass die allermeisten, die sich hier äußern, - und dazu zähle ich mich auch -zumindest wohlwollend Jan gegenüberstehen, ihm die Daumen drücken, ihm bei Erfolgen gratulieren und sicherlich auch das eine oder andere Mal enttäuscht sind.
3. Nach der DEM2011 habe ich keine kritischere Stimme als Kommentar gehört als die von Jan selbst. Während hier überwiegend zur Vizemeisterschaft gratuliert wurde, hat er sich sehr enttäuscht gezeigt, obwohl der Sieg nur an einigen wenigen Gegner-ELOs gescheitert ist.
4. Wirklich bösartige Kommentare gibt es doch eher wenige, ein Jan-Gustafsson-Hasser-Thread ist das hier bestimmt nicht.
5. Wieso ich als Amateur - wohlwissend um den großen Niveauunterschied - nicht die Leistung von Profis beurteilen kann und darf, verstehe ich nicht.
6. Dickes Dankeschön an Jan für den Blog, mir hat er geholfen, sowohl den Schachspieler als auch den "sonstigen Menschen" Jan Gustafsson etwas näher kennen- und schätzen zu lernen.

Krocker
17.06.2011 19:04

1. Sieg für Gusti.
Ich denke das ist in erster Linie balsam für die Seele.

Frankilein66
17.06.2011 20:42

Ein schöner Sieg! 43. Le8 war doch mal ein feiner Zug.

Jetzt muss er nur noch alle Blitzpartien gewinnen und alles ist in Butter!

Tiger-Oli
18.06.2011 00:52

@Thomas Oliver

Moinmoin,

ich finde es immer prima, was Du schreibst - es steckt eine Menge Fachwissen hinter Deinen Kommentaren.
Ich verfolgte die Diskussion bei der Schach-welt auch, so wie Du. Wo aber gab es dort ein Zitat "Du Amateur hast doch keine Ahnung", von dem Du schreibst, und das die Redaktion als Antwort auf einen Georg-Meier-kritischen Kommentar gepostet haben soll? Das erschiene mir sehr krass - aber beim Suchen gerade eben konnte ich so etwas nicht finden. Oder war das nur sinngemäß gemeint von Dir (?) (dann bitte anders kennzeichnen, sonst ist es unfair)

Mit Grüßen!

Gerhard
18.06.2011 03:59

Das mit dem Zitieren ist so eine Sache.

Sinngemäß meinte Georg Meier, daß man sich als Amateur nicht in die Welt des Profis hineinversetzen kann. Eine durchaus nachvollziehbare und verständliche Aussage.
Ich kann als Hobbykünstler auch im Grunde Picasso nicht "verstehen". Ich kann ihn bewundern, aber seine Einstellung zur Kunst und das, was sie iin ihm bewirkt, das kann ich bestenfalls nur erahnen.
Die Aussage bzgl. des Profitums betrifft aber m.E. nicht die grundsätzliche Vverstehbarkeit einer GM-Partie durch den Amateur.

Thomas Oliver
18.06.2011 12:01

Moin Tiger-Oli!

(Ich wohnte ca. acht Jahre in Kiel und hab' mir dort mein süddeutsches "Grüss Gott" weitgehend abgewöhnt .....). Erstmal danke für die Blumen, und jetzt zur Sache: Im aktuellen Thread gab es tatsächlich kein derartiges Zitat, auch nicht sinngemäss (wie ich es gemeint hatte). Da ich mir sowas nicht aus den Fingern sauge, hatte ich wohl frühere Themen und Kommentare von Georg Meier in Erinnerung - ich verfolge diesen Blog schon länger. Generell finde ich nicht dass man Meiers Meinungen teilen muss, nur weil er einer der stärksten deutschen GMs ist und unter denen offenbar Liebling der Schach-Welt Redaktion (Gustafsson ignorieren sie, Naiditsch und vor allem Khenkin mögen sie offensichtlich nicht).

Am nächsten kommt, was mich persönlich betrifft, der zweite Beitrag von Gastautor Gerald Hertneck (15.6.) - ich kann absolut nicht nachvollziehen wie er aus meinem Beitrag "Missgunst" über Meiers Förderung durch den Schachbund herauslesen kann. Ich hatte nur erwähnt dass er durchaus gefördert wurde, auch wenn er den gegenteiligen Eindruck erwecken will.

Und das beste Beispiel für die generelle Meinung und Meinungsmache der Redaktion ist für mich Löfflers letzter Artikel zum Kandidatenturnier mit Sieger Gelfand, und Hickls Kommentar in der Diskussion - dieses Zitat ist wörtlich:
"Die Kritik an Stefan Löffler kann ich nicht ganz nachvollziehen. Wer im Spitzenschach aktiv war, bekommt einen anderen Blickwinkel, ein anderes Gefühl für die Wertigkeit der Elozahlen und die Hackordnung der Spieler untereinander. Schach wird analytisch und man möchte den Besten oben sehen. Ob sich jemand gemäß Regularien rechtmäßig qualifiziert hat, spielt dabei kaum eine Bedeutung."
In meiner Antwort, die warum auch immer nicht veröffentlicht wurde, hatte ich u.a. (freundlich aber dezidiert) geschrieben dass IM- oder durchschnittliches GM-Niveau für mich kein "Spitzenschach" ist - wobei für mich ein ähnlicher Kommentar von z.B. Kasparov auch nur eine Meinung wäre.

Gerhard
18.06.2011 14:21

@Thomas Olivier,
generell sollte man m.E. Äusserungen und Kommentare nicht so dediziert analysieren. Man selbst argumentiert ja durchaus in einer Minute so und in der anderen wieder andersrum.
Je nach Eingebung und Stimmungslage kann sich das Blatt von konservativer Rhetorik hin zu liberalem Gedankengut bewegen.
Was ist nun genau meine oder des Kommentierenden Meinung und was genau wollte ich/er eigentlich ausdrücken? Von was wurde er genau zu dieser speziellen Meinungsäusserung bewegt? Etwas, was nicht immer sichtbar ist.

Arkadi Meier
18.06.2011 16:07

30....Th5! Krönender Abschluss einer erfolgreichen Turnierwoche - oder gewogen und zu leicht empfunden? Wieviel Kohle hat es eigentlich für diese Vorstellung gegeben? Mit Arkadi Meier als Gegner wäre dies nicht passiert :-)

Georg Meier
18.06.2011 16:45

Der bestbezahlte Einsatz eines Nationalspielers im DSB-Rahmen in den letzten 10 ,vielleicht 15 Jahren soweit ich das überblicken kann.Bezahlt vom Hauptsponsor des DSB,organsiert von der DSJ ohne dass die Wahl des deutschen Spielers irgendwie objektiv begründbar wäre.Gusti werfe ich nicht vor dass er die Einladung annimmt,inakzeptabel ist für mich nur dass er erste Wahl war,obwohl Alter und Spielstärke klar dagegen sprechen.Das ist eine Kritik an denen die die Fäden in der Hand hietlen,leider weiss ich nicht wer verantwortlich ist.

Bastian
18.06.2011 17:12

@Georg Meier:

Vielleicht liegt die Wahl doch auch, abgesehen vom doch eher geringen Spielstärkeunterschied zu Ihnen, auch wesentlich daran, dass Jan Gustafsson wesentlich sympathischer herüberkommt, als jemand, der hauptsächlich mit Kritik an allen und jedem um sich wirft.
Ich persönlich sehe mir viel lieber eine Parite von Jan an, mit dem ich deutsches Schach eher identifizieren kann als mit den dauernden Negativmeldungen von anderen deutschen Spielern. Ganz davon abgesehen hat Jan schon bewiesen, dass er in der Lage ist auch bei stark besetzten Turnieren mitzuhalten. Und das Alter der Spieler ist mir letztlich völlig egal, es geht ums Spiel!

Blau und Orange
18.06.2011 17:23

Gustafsson wirkt zwar tatsächlich sehr sympathisch, nur ist es auch indirekt beleidigend, wenn ein professioneller, erwachsener Schachspieler permanent mit dem Verweis auf seinen sympathischen Charakter verteidigt wird, oder gar noch -wie weiter oben- behauptet wird, man solle "nicht zu kritisch" mit ihm sein.

Mein Gott, das ist so, als würde ich über eine Frau sagen, dass man ihr gegenüber nicht so kritisch seien solle und keine so hohen Anforderungen stellen solle, weil sie ja gut aussieht.

Außerdem geht mir, ganz allgemein und auch jenseits des Schachs, dieses "Gemecker über das Gemecker" auf die Nerven. Es scheint ja keine größere Sünde zu geben, als kritisch oder gar pessimistisch zu sein. Hauptsache brav lächeln und sich einfügen.
"Schwarzseher dulde ich nicht." (Wilhelm II.)




Georg Meier
18.06.2011 17:26

Es geht nicht darum dass ich das Match bekommen sollte,ich würde mich gar nicht beschweren wenn das Angebot beispielsweise an Arkadij Daniel oder Robert Hübner gegangen wäre.Die Funktionäre sollten nicht danach entscheiden wer den besten Blog in Deutschland hat,oder die schönsten Schuhe trägt.Jan ist mal kurz Profi und schon werden alle anderen übergangen ?! Es lässt sich auch so lesen : Seid nett zum DSB,oder wir unterstützen pfegeleichtere Spieler.Dann hat man vielleicht bald nur noch pfegeleichte Spieler und gar keine guten mehr.Das richtige Prinzip für den Leistungssport?
In jedem Sympathiewettbewerb wird Jan meilenweit vor mir (und allen anderen) liegen,aber ich dachte es geht in erster Linie um Schach und da ist er unter den Genannten letzte Wahl.

Bastian
18.06.2011 17:33

Objektiv betrachtet, ist Sympathie schon wichtig, schließlich geht es ja insbesondere auch darum, Menschen für das Schach zu begiestern, und das geht halt mit Leuten, die "sympathisch" rüberkommen, am besten. Das hat in diesem Sinne auch gar nichts mit einer Verteidigung von Jan zu tun.

Aber davon abgesehen, wie sollte die Wahl des Matchteilnehmers objektiv begründbar sein? Das Liverating der Deutschen GM's bei ChessEvolution.com zeigt eine ELO von 2650 bei Georg Meier und 2646 bei Jan Gustafsson (Stand 1.5.2011), der zudem gerade Deutscher Vizemeister geworden ist (auch wenn es vielleicht nicht gerade eine Glanzleistung war). Und wie ich schon oben geschrieben habe, ist das Alter jetzt wirklich ein entscheidendes Kriterium für die Auswahl eines Spielers?

Verteidigung aufgrund sypathischen Charakters ist eine Sache, aber die Auswahl eines Turnierteilnehmers aufgrund des selben ist eine ganz andere!

Marketing Berater
18.06.2011 18:06

@ Georg Meier
Es reicht nicht, wenn man den professionellen Anspruch einzig in der Vergütung sucht, man sollte auch versuchen den potentiellen Sponsor etwas zu bieten und da bietet Jan halt einiges mehr als die von Ihnen genannten. Es ist halt für Geldgeber interessanter ein Pferd ins rennen zu schicken welches über eine gewisse mediale Vergangenheit verfügt ( siehe Mediathek oben links). Davon abgesehen bietet einzig Arkadij einen spürbaren Spielstärke Unterschied, wenn man von der ELO ausgeht. Die restlichen, von Ihnen vorgeschlagen Spieler, sie inbegriffen scheinen mir eher auf gleiche Augenhöhe zu sein(10-20 ELO Punkte). Das diese Punkte nicht ausschlaggebend sein dürfen, zeigt der direkte vergleich zwischen Jan und Arkadij, welcher momentan 3 zu 0, in Worten NULL für Jan steht.
Als Geldgeber hat man halt die Wahl und ich würde jederzeit auch so entscheiden.
Man kann nicht nur fordern, man muss auch was zurück geben und sei es in einem Blog, welcher wesentlich besser gepflegt wird als u.a.der von Ihnen betriebene (auf den Tag genau 4 Beiträge in 3 Monaten??).
Es ist übrigens nicht das erste mal in der Sportler Geschichte das der "etwas" schlechtere Sportler die besseren Verträge bekommt.
Man muss das Spiel schon spielen um es zu gewinnen und damit ist nicht Schach gemeint.

baladala
18.06.2011 18:13

Nicht nur im Schachsport definiert sich der Marktwert eines Profis nicht ausschliesslich über die reine Spielstärke. Das scheint mir eine Binsenweisheit zu sein, über die man weiter keine Zeilen verlieren muss.

Ob der Matchausrichter sich für die Einladungen rechtfertigen muss und die Auswahlkriterien offenlegen sollte? Falls diese Matches im Rahmen der Jugendmeisterschaft eine Tradition werden sollten, wäre mir das zugunsten der Sache egal. Aber natürlich hatte man statt Fressinet auch an gänzlich andere Spieler denken können...

Thomas Oliver
18.06.2011 18:17

Ich kann schon nachvollziehen warum die Wahl auf Gusti fiel:
- Naiditsch hatte letztes Jahr schon ein (anderweitig finanziertes) Match gegen Efimenko, ausserdem hat er sich mit Funktionären völlig überworfen - Ton, nicht Inhalt seines offenen Briefes vor der Olympiade. Man muss nicht völlig "pflegeleicht" sein, aber man kann auch nicht in die Hand beissen und danach erwarten dass man gefüttert wird.
- Meier bekommt bereits die (finanziell wohl auch nicht ganz unattraktive) Dortmund-Einladung. Ausserdem hat er schon angekündigt sich aus dem (deutschen) Schach zu verabschieden, soll er dann _zum Abschied_ noch ein Match bekommen?
- Fridman: ich habe kein Argument gegen ihn, aber auch kein zwingendes für ihn statt Gustafsson. Wenn Alter eine Rolle spielt, der allerjüngste ist er auch nicht mehr ... .

War Meier sich eigentlich schon VOR dem Match völlig sicher dass Gusti "der Falsche" ist?? Nachtreten kann jeder ... . Abgesehen davon: ist/war ein Match nur dann sinnvoll wenn der Einheimische es ausgeglichen oder siegreich gestaltet?

Am ehesten könnte ich Wünsche bzw. Forderungen nachvollziehen für ein Match mit Niklas Huschenbeth (oder sogar Rasmus Svane? der spielte aber parallel bei der U18-DEM). Da würde auch ein etwas schwächerer und damit preisgünstigerer Gegner ausreichen, z.B. - alters- und Elomässig vergleichbar - IM (demnächst GM) Anthony Wirig aus Frankreich bzw. aus den Niederlanden IM van Kampen oder IM Bok.

Objektiver Beobachter
18.06.2011 19:00

Hier ist es wieder richtig lebendig geworden, dabei werden aber verschiedene Dinge vermischt.

Die Einladung an Jan ist dem Veranstalter überlassen und als Sponsor suche ich mir einen medienträchtigen Teilnehmer aus.

Die Kritik von Arkadi und Georg am DSB ist in der Sache richtig, ein PR Profi würde beiden aber evtl. helfen, sich besser zu vermarkten.

Die Leistung von Jan in dieser Woche war indiskutabel und man kann nur hoffen, dass die Antrittsgelder in Oberhof auch einen leistungsorientieren Anteil hatten.

Rasmus Svane als Gegner für einen Titelträger - sicher ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent - aber zumindest in Oberhof wurden im seine Grenzen aufgzeigt.

Zum Glück hat niemand MGGM Schneider als Gegner vorgeschlagen. Er hat aber - dieses Mal zum Glück im Stillen - die niedersächsischen Talente erfolgreich in Oberhof betreut.

Und Krtik in einem Webblog - solange sie nicht beleidigend wird - ist doch das Salz in der Suppe.

hanjie
18.06.2011 19:30

Hmm, was Förderung angeht, hat der DSB keine leichte Aufgabe, das müsst ihr sicher zugeben.

1) GMs zu fördern dass sie es in die Weltklasse schaffen ist sicher ein löblicher Grund. Georg Meier brachte es aber just hier auf den Punkt, damit dies gelingen kann, benötigen sie Gegner auf Augenhöhe immer wieder, und das wird außerordentlich teuer. Gegner mit Elo 2650+ oder gar 2700+ sind nun einmal nicht zum Nulltarif zu haben.

2) Jungtalente fördern ist selbstverständlich sehr viel günstiger: Svane hätte man sicher keinen GM, sondern einen günstigen IM hingesetzt. Für ihn bereits eine starke Herausforderung, zumal ein Wettkampf noch ungleich schwieriger zu spielen als ein Open ist und erst recht vorzubereiten.

Das Problem hier ist, dass es nicht einfach ist, das Talent richtig einzuschätzen. Svane hat welches, aber wie groß ist es? Wie sieht's bei Filiz Osmanodja aus, die mit 12 auf deutschen Meisterschaften auch deutlich älteren Spielerinnen das Fürchten lehrte, auf der Olympiade dann aber eher unglücklich agierte?

3) Welches Ziel ist der Mehrheit genug?
Die eigentlich spannende Frage.
Sind die Kritiker z.B. mit dem Status Elisabeth Pähtz' zufrieden? Sie wurde schließlich wirklich vorbildlich gefördert und auch ausgesprochen gut in die Öffentlichkeit gebracht. Dennoch ist sie nun einmal grade mal 35. der Weltrangliste.

Ist man wirklich erst zufrieden, wenn man eine Top 10-Platzierung erreicht hat, oder sind die Top 50 auch schon ein vertretbares Ziel? Letzteres wäre derzeit Elo 2686, das realistischerweise momentan tatsächlich nur Meier und Naiditsch zu erzielen in der Lage ist.
Gustafsson möchte dort hin, logisch, aber nach den letzten Rückschlägen heißt es wohl vorübergehend erstmal kleinere Brötchen backen ;)

Gerhard
18.06.2011 19:30

Ich kann die Eingangskritik von Georg Meier verstehen. Es werden einfach zu wenig "Kuchen" verteilt, sodaß jeder satt werden kann. Zwingend ist man dann frustriert, wenn eines der wenigen lukrativen deutschen Turniere an einen Kollegen geht.
Und da spielt nicht unbedingt ne Rolle, wer geeigneter gewesen wäre.

derdudea
18.06.2011 20:18

Aus meiner Sicht hat sich G. Meier mit dieser durch äußerst wenig Substanz unterfütterten Kritik an der Auswahlentscheidung und damit mittelbar und unmittelbar - einem Kollegen komplett disqualifiziert. Bei seiner Einschätzung der Spielstärke von Kollegen, seiner Wahrnehmung seines eigenen Verhaltens und der damit aufgezeigten Qualitäten als Sportsmann verdient er sich gerade den "Michael Ballack - Gedächtnispreis"!

Thomas Oliver
18.06.2011 20:58

Zu Svane: In letzter Zeit ging es für ihn steil bergauf, da ist auch mal ein Rückschlag möglich. Es kann ja auch sein dass er sich als relativer Aussenseiter (Travemünde, DEM der Erwachsenen) wohler fühlt und besser spielt als als Mitfavorit (und wohl deutlcih jüngster Teilnehmer) bei der Jugend? Vielleicht käme ein Match für ihn noch zu früh - wobei es keine Schande wäre zu verlieren und Lehrgeld zu bezahlen (das könnte im Gegenteil sogar +- Sinn der Sache sein). Man kann aber auch noch ein Jahr warten und beobachten wie er sich in der Zwischenzeit entwickelt.

@Gerhard 14:21: Ich gebe Dir Recht, aber ich bezog mich nicht auf eine einzelne Aussage sondern hab es schon länger verfolgt - sowohl Georg Meier als auch Schach-Welt Redaktion (hier meine ich Stefan Löffler und Jörg Hickl, die anderen bieten generell leichtere und/oder weniger kontroversielle und provokative Kost).

Mein Eindruck bei Georg Meier - KEIN Zitat und bewusst überspitzt formuliert: "dass ich nicht schon längst 2700 oder mehr habe liegt an allen möglichen Leuten, vor allem am Schachbund und keinesfalls an mir selbst". Die Frage ist auch wieweit der Schachbund Spieler in die (erweiterte) Weltspitze hieven kann und ob das noch seine Aufgabe ist.

Und bei Löffler und Hickl ist öfter mal Publikumsbeschimpfung angesagt - Jan hätte hier mitunter eher Grund oder Anlass, aber hält sich relativ zurück.

Georg Meier
18.06.2011 22:52

Dass ich nicht schon längst über 2700 liege hat zu 95% mit mir selbst zu tun(so wie alles im Leben),schließlich ist das Potential da.Ich spreche konzeptionelle Dinge an...schade dass so viel in meine Aussagen hineininterpretiert wird.
Außerdem finde ich es erfreulich dass hier noch relativ viele sachliche Kommentare vorkommen,etwas dass ich bei Schach-Welt ft.Krennwurzn vermisse.
Ich habe schon in Interviews geäußert dass die JOM in sehr langer Zeit eine der besten Maßnahmen des DSB war und ich ohne diese Förderung sicherlich nicht mein jetziges Niveau erreicht (sondern einfach studiert) hätte.
Das ist aber kein Grund den DSB für immer zu loben wenn nichts mehr nachkommt...
Ich bin zuweilen grob in meinen Formulierungen,das stimmt.
Der andere Fehler ist sicherlich dass ich zu ehrlich bin,es ist immer einfacher zu schreiben was die Leute hören wollen...

hanjie
18.06.2011 23:33

Ach, es ist nichts Neues, dass sich Ehrlichkeit und Takt oft ausschließen. ;)

Die Diskussion auf der Schach-Weltseite empfinde ich derzeit als erstaunlich konstruktiv angesichts dessen, wie streitbar die Autoren dort mitunter sind ;) - so sollte es ja auch sein, denn das Ziel ist doch schließlich, dass sich sowohl die Basis als auch die Spitzenspieler unter dem Dach des DSB wohl fühlen.

Die Spitze selbst betreffend ist es, denke ich, außerordentlich schwierig herausarbeiten zu können, wo man mit "optimaler Förderung" sein könnte. Talent lässt sich nun einmal nicht messen, und die Konkurrenz schläft schließlich auch nicht.

Beispiel "Top 20": Man sehe sich mal an, wer da die Plätze 11 bis 20 beherbergen:

11: Ruslan Ponomarjov (Sieger Dortmund aktuell, Olympiasieger an Brett 2)
12: Alexander Grischuk (siehe letzten WM-Zyklus)
13: Teimur Radjabov (Sieger Wijk aan Zee, Zweiter Linares)
14: Peter Svidler (2. WM-Turnier 2005)
15: Boris Gelfand (nächster WM-Herausforderer)
15: Nikita Vitjugov
17: Dmitry Jakowenko (2007 2. Wijk und Moskau)
17: Wang Hao (Bronze 3. Brett Schacholympiade)
17: Gata Kamsky (USA-Meister, Sieger Weltpokal 2007)
20: Maxime Vachier-Lagrave (Sieger Biel 2009, Juniorenweltmeister)

Bis auf Vitjugov haben alle bereits herausragende Ergebnisse erzielt. Es ist eben nicht einfach, die Top Twenty zu erreichen! Und es bedarf einer Portion Glück, dass man just dann in Form ist, wenn es gerade wichtig ist.
Etwas, das Gustafsson dieser Tage grade nicht vergönnt war ...

Weder Meier noch Gustafsson müssen sich hinter diesen Ergebnissen verstecken, aber von außen die Parole "Top 20 muss ja wohl mindestens drin sein" auszurufen und "buuh" zu rufen wenn sie nicht erreicht wird halte ich für etwas vermessen.

Dazu ist die Luft da oben eben doch verdammt dünn.
Auch wenn ich es beiden gönnen würde, dort hinzukommen. Wie schon oben gesagt: Lieber ehrlich und taktlos, als taktvoll und dafür möglicherweise lügen zu müssen. :)

Thomas Oliver
18.06.2011 23:52

@Georg Meier: Danke, das klingt schon viel sachlicher und weniger polemisch - wenn ich das mit meinen groben Formulierungen mit erreicht habe war's die Sache wert. Zwei kritische, aber sachlich-objektiv gemeinte Anmerkungen:

1) zum Potential: Ich kann das sicher nicht beurteilen, und auch nicht mit dem anderer Spieler aus dem In- und Ausland vergleichen. Ich wage aber auch zu bezweifeln, dass [wer auch immer] das für sich selber völlig realistisch einschätzen kann.

2) "wenn nichts mehr nachkommt ..." - da sie selbst Studium erwähnen, ein Vergleich "aus dem richtigen Leben": ein (hoch)begabter Student bekommt ein Stipendium, vielleicht (aber schon eher nicht) Hilfe bei der ersten Jobsuche, aber dann muss er selbständig Karriere machen. Im Schach ist das vielleicht "grob" vergleichbar mit dem GM-Titel und dann Elo 2600?

Und da Sie selbst Giri erwähnten UND den Altersfaktor: Giri ist ja noch im JOM-Alter. Obwohl ich in den Niederlanden lebe kann ich nicht einschätzen wieviel er der Förderung hierzulande zu verdanken hat - da haben sie natürlich recht, ein Amateur kann das nicht beurteilen. Einiges hat er sich aber auch, zumindest teilweise, selber erarbeitet, z.B. in Wijk aan Zee den Durchmarsch von der C- in die B- in die A-Gruppe.
Nicht Sie, aber Naiditsch hatte die Chance auch - zwei Corus B Einladungen, zweimal am Ziel vorbei: 2006 (an Nummer zwei gesetzt) deutlich, 2010 denkbar knapp hinter eben Giri.

Georg Meier
19.06.2011 01:41

@ Thomas Oliver : Die Fragen betreffen sehr vielschichtige Themen und sind in diesem Rahmen nicht differenziert beantwortbar.

Das Potential bleibt in den meisten Fällen nur eine theoretische Frage,schließlich wird es nur ausgeschöpft wenn alles fürs Schach nahe optimal läuft.Die von denen man sagen kann sie haben ihr Potenzial nahezu ganz ausgeschöpft heißen dann z.B.Carlsen,Anand,Kasparov...
Ansonsten ist es doch nichts Weltbewegendes zu behaupten,dass ein 23- jähriger Spieler ein größeres Potenzial hat als ein 31- jähriger,dazu kommt dass der 23-jährige schon jetzt stärker ist,wieviel ist hierfür wohl unerheblich....
Wenn der DSB/DSJ/Sponsor mit seinem Match einzig und allein Schach populärer machen möchte,ok dann gebe ich mich geschlagen.Wenn der DSB aber einen Spieler auf dem Weg nach oben unterstützen möchte,gab es nur 2 Spieler zur Auswahl und Jan wäre nicht auf der Liste.Das Problem ist dass alles undurchsichtig bleibt und den Verdacht provoziert dass die entsprechenden Funktionäre ( die vermutlich teilweise gar nicht mehr im Amt sind ) sich gar keine Gedanken gemacht haben.Denn sie sagen einerseits dass sie 27er wollen,erscheinen dann aber inkonsequent.

Ich bin der jüngste der Nationalspieler und habe wahrscheinlich schon die meisten schlechten Erfahrungen in Deutschland gemacht,ich bitte also etwas nachsichtig mit meinen Formulierungen zu sein (unter den Umständen wird man leicht bissig).

hanjie
19.06.2011 01:53

Öhh ... Georg Meier ... jetzt mal ehrlich: Ist es nicht sinnvoller zusammenzuarbeiten, anstatt anderen, die im selben Boot sitzen, etwas zu missgönnen?

Fakt ist doch, dass es in D viel zu wenige dieser lukrativen (sportlich gesehen, finanziell hat man von außen selbstverständlich keine Einblicke) Zweikämpfe gibt. Es wäre wünschenswert, wenn jeder der Top-GMs mindestens einen dieser Art, wie er jetzt eben lief, ergattern könnte, um so an ihm zu wachsen.

In meinen Augen ist es völlig wurscht, wen von den Top 5 man gegen Fressinet hingesetzt hätte, klar ist doch letztlich, dass alle dadurch eine Herausforderung erhalten, die ihrer Spielstärke gerecht wird (dass Jan G. gerade außer Form ist, dafür konnte der DSB schließlich nichts) und dass jeder Einzelne dadurch adäquat gefordert wird.

Was man dem DSB noch am ehesten vorwerfen könnte ist, dass es Wettkämpfe dieser Art nicht öfters gibt.

Die Kritik mit "dem Falschen" wäre m.E. berechtigt, wenn immer derselbe diese Wettkämpfe erhalten würde. Denn in meinen Augen ist immer noch das beste Ziel, eine schlagkräftige Olympiamannschaft gefördert zu bekommen, und die besteht nun einmal nicht nur aus einer einzigen Person.

Deutschland hat nun einmal ein paar mehr Personen mit Elo 2600+ als Norwegen. ;)

Gerhard
19.06.2011 02:21

Ich kann wieder nur Georg Meier zustimmen.
Es sitzt (offenbar) niemand am Pult, der sagt,: Wir müssen in so einem Zweikampf das Optimale für "Schachdeiutschland" herausholen".

Es müssen in Zukunft einfach mehr Heraudforderungen für unsere Top-Gm her. Das ist Fakt.

Nebenbei eine Adresse an GM Georg Meier: Ich betrachte das Ausschöpfen der eigenen Spielstärke als nicht so eminent wichtig. 95 % aller Spieler (ich selbst eingeschlossen) können von sich sagen, daß sie ihr Poetential nicht ausgeschöpft haben.
In Ihrem Fall ist es vielleicht sogar gut: Sie wenden sich einem normalen Broterwerb zu und behalten eine sehr erfolgreiche Kaariere im Schach als schöne und durchaus erhebende Erinnerung. Viel besser, als mit 35 immer noch der 2700 hinterherzuhecheln. Zumal dann die Grenze 2770 sein dürfte.

Thomas Oliver
19.06.2011 15:03

@Georg Meier: wiederum weitgehend einverstanden. Mit dem Potential ist es aber so eine Sache - sicherlich sind Carlsen, Anand und Kasparov nicht die einzigen die ihres nahezu ausgeschöpft haben (mal abgesehen davon dass Carlsens Fans überzeugt sind dass er noch VIEL Luft nach oben hat).
Was mich betrifft: mein Potential ist/war vielleicht 2200-2400, sagte zumindest ein ehemaliger Vereinskollege der dieses Niveau bereits hatte. Erreicht habe ich 2100, danach gings wieder bergab. Ich war immer nur Amateur und habe nichtmal versucht mein Potential auszureizen - es gab ja auch noch Studium, später Beruf und auch noch andere Hobbys!
Im Schach würde ich auch nicht _zwangsläufig_ sagen dass ein jüngerer Spieler mehr Potential hat. In der Hinsicht ist es nicht mit anderen Sportarten vergleichbar: z.B. im Fussball kann man sich bis 30 noch verbessern, ab 35 gehts bergab und mit 40 ist Ende der aktiven Karriere (alles +- und Ausnahmen sind möglich).

Helmut Pfleger
19.06.2011 18:36

Ich bin's wirklich, der Helmut - glaubt's mir einfach, aber wie ich sehe zweifelt hier ja sowieso niemand die Identität der Kommentierenden an. Wenn aber der Georg Meier wirklich der Georg Meier wäre, wäre es wirklich traurig...
Ich habe es auch nie weiter als in die Top 50 des Schachs gebracht (als Amateur!), trotzdem bin ich heute wohl die einzige wirklich prominete Figur des deutschen Schachs, weil ich mich im Leben auch mal mit anderen Dingen beschäftigt und deswegen auch etwas zu erzählen habe. Außerdem war ich mir auch nie zu schade, Schach für Leute zu erklären, die nicht auf meinem spielerischen Niveau operierten und dafür auch mal mein Gesicht in die Kamera zu halten. Meinen Nationalmannschaftskollegen gegenüber habe ich mich immer respektvoll verhalten, ob sie nun ein paar Elopunkte mehr oder weniger hatten. Warum die Sitten heute so verfallen sind, dass man im Blog eines Kollegen gegen denselben Stimmung macht, ist mir ein Rätsel, zeugt aber nicht gerade von menschlicher Reife. Aber sicher wird ein Georg Meier oder jeder andere, der hier so begeistert über "Potenziale" und "Talent" fabuliert auch gerne dazu bereit sein, auf dem eigenen Blog eine Internetmeute über seine berufliche Befähigung und seine Zukunftsperspektiven spekulieren zu lassen, wenn es mal nicht so gut läuft.
Aber vielleicht ist "Georg Meier" ja auch gar nicht Georg Meier? Und vielleicht bin ich auch gar nicht Helmut? Fragen über Fragen...

Marcus
19.06.2011 19:29

WOW! Ich glaub der wars wirklich....der Herr Pfleger, der immer so rührig Schach im Fernsehen präsentiert hat, so dass selbst ein Anfänger wenn er konzentriet zugehört hatte noch was mitnehmen konnte.

Stark, dass er sich hier zu Wort meldet und seine Erfahrung und Moral mit einfliessen lässt. Mal was anderes, sehr interessant und plausibel!!

Well done Herr Pfleger!!

Happa
19.06.2011 20:10

Alleine der Blog zeigt schon, dass der DSB die richtige Person ausgewählt hat schließlich geht es um Marketing und Medienpräsenz. Jan hat hier eine tolle Seite geschaffen und durch den Blog war und die Teilnahme war sicherlich das Interesse höher als bei einem anderen deutschen Spieler (Rangliste hin oder her)
@Jan, vielen Dank dafür

hanjie
19.06.2011 21:00

Ach, wieso nun die Beweggründe des DSB zerpflücken. Niemand kennt sie wirklich, und -ich wiederhole mich- unterm Strich ist's auch völlig wurscht, warum sie sich für Gustafsson entschieden haben und gegen z.B. Meier, Fridman oder Naiditsch.

Ein Satz von Gustafsson blieb mir noch sehr lange in Erinnerung, den er zum Thema Schacholympiade damals in einem offenen Brief, Adressat der DSB, schrieb:

"Es geht nicht darum, uns _reicher_ zu machen. Es geht darum, uns _besser_ zu machen!"

Dieser Satz fiel im Zusammenhang damit, dass zu wenige Wettkämpfe seitens des DSB organisiert würden, die die Spieler nun einmal benötigen, um besser zu werden.

Der Wettkampf gegen Fressinet war ein sehr guter und wichtiger Schritt.
Ich wüsste im Übrigen nicht, wieso man mit 31 nicht noch durch diesen Kampf dazulernen könnte ;)

Hoffen wir, dass es noch mehr solcher Wettkämpfe gibt und damit die Top 5 des deutschen Schachs somit allesamt hierdurch eine Förderung erhalten, die ihrer Spielstärke Rechnung trägt.

ebitda
19.06.2011 23:54

Auch ich bin stark verwundert, wie Georg Meier sich gegenüber Jan verhält, denn ich erinnere mich, dass beide zusammen trainiert haben vor einigen Monaten?! Scheinbar ist das Verhalten unter Schachprofis noch professioneller als im Finanzbereich.

Weiterhin sollte er sich der Realität stellen: er ist bald 24 Jahre alt und hat noch keine nennenswerte, internationale Erfolge erzielt. Es ist daher schwer vorstellbar, dass jetzt noch der große Sprung nach vorne kommen soll. Er sollte sich auf sein Studium konzentrieren, erfolgreich abschließen und Edelkibitz werden.

Bei Jan denke ich, er wird es noch eins, zwei Jahre probieren mit der 2700 und danach bei chessbase einsteigen.

Unglaublich
20.06.2011 10:43

Schade, aber ich könnte Jan jetzt gut verstehen, wenn er seine Seite, zumindest die Kommentarfunktion, einstellt. Was einen ach so tollen GM Meier mit seiner ach so tollen Perspektive dazu treibt, auf dem Blog und der sehr gelungenen Homepage eines Kollegen derart Stimmung zu machen, ist mir ein Rätsel.
Eine derartige Homepage, Beiträge mit derart Wortwitz wird ein offensichtlich verbitterter und in menschlichen Qualitäten beschränkter GM Meier nie zustandebringen.

Deshalb Jan: Erhalte uns bitte diese Homepage und Deine unvergleichlichen Beiträge. Ich habe aber vollstes Verständnis dafür, wenn Du die Kommentarfunktion einstellst, jedenfalls GM Meier sperrst.

hanjie
20.06.2011 11:42

Ich bin immer noch der Meinung, dass man nicht gegen-, sondern miteinander arbeiten sollte. Bringt doch nichts, wenn die besten Schachspieler Deutschland vor allem dadurch auffallen, dass sie sich gegenseitig nichts gönnen.

Die Energie kann man genauso gut darauf verwenden, um mehr Wettkämpfe gemeinsam (!) zu kämpfen. Je mehr sich einig sind, desto größer ist dann auch ihre Lobby.

Fachkraft
20.06.2011 13:52

@Georg Meier: Wenn man darüber diskutieren möchte, wer denn für den Zweikampf GM-Duell am besten zu nominieren gewesen wäre, dann muss man das mit den Verantwortlichen tun. Die Diskussion (ungewollt) auf dem Rücken von Jan Gustafsson auszutragen, ist nicht zielführend und darüber hinaus unsozial... besonders nach seinem ungewohnt(!) schlechten Abschneiden. So überrascht es natürlich nicht, dass viele das Thema in den falschen Hals kriegen.

Kritik muss konstruktiv und richtig adressiert sein, sonst schadet sie mehr als sie nutzt. Ich hoffe, dass die ständigen Querelen ein Ende haben und gutes Schach wieder im Mittelpunkt steht.

methos753
20.06.2011 17:01

Ich weiß nicht wie es zu dem Match Gustafsson - Fressinet gekommen ist, daher mal eine Hypothese von mir:
J. Gustafsson hat es einfach eher als andere GMs verstanden sich richtig zu vermarkten. Dazu gehört z.B diese Seite hier, die DVDs und eben vielleicht auch ein gutes Netzwerk und Sponsoren um die er sich selbst gekümmert hat. Möglicherweise ist er einfach zu einem dieser Sponsoren gegangen und hat dieses Match vorgeschlagen. Und dann wäre wohl auch klar, dass da eben nicht GM G. Meier am Brett sitzt.

Wie gesagt, es ist nur eine Hypothese.

lvapatzer
20.06.2011 19:03

http://www.youtube.com/user/Sirb0b1
habe ein schatzkästlein gefunden.viel spaß!

lvapatzer
21.06.2011 12:47

ihr solltet euch jan auf icc anhören.

lvapatzer
21.06.2011 15:51

nun ist es soweit.der meister wird einen job annehmen.zwar nur im schachbereich und für 8 monate im jahr,aber jetzt gehts los! gute nachrichten für jan,schlechte für diese seite.
danke jan

Bardeleben
21.06.2011 16:40

@Ivapatzer: Was? Wo? Could you be more specific?

lvapatzer
21.06.2011 17:45

icc live anhören.das weitere wird wohl der meister erzählen.

Matwejewitsch
22.06.2011 15:47

@Ivapatzer: Vielen Dank für den Hinweis auf den Youtube-Kanal! Sehr interessant. Wobei ich nicht ganz verstehe, wann genau die Spieler die Kommentare gesprochen haben...

Der echte Meier
22.06.2011 19:08

Hallo Gusti,

gibt es demnächst einmal hier wieder was neues von dir zu lesen oder bedeutet Schweigen Zustimmung zu der Meinung der Kritik von dem grossen Meier - oder musst du erst die Spesen von Oberhof unters Volk bringen...

Deine Fans warten auf ein Lebenszeichen

Arkadi and Friends

hanjie
22.06.2011 21:39

Gemach, Gemach. Nach dem nicht so glücklich verlaufenen Wettkampf würde ich mir auch ne Auszeit vom Schach gönnen. Damit dann ja auch vom Schachblog, logisch, oder?

Vielleicht stiehlt ja grade "Rubber" im DVD-Player die Bloggerzeit *grins* - große Empfehlung, ich habe schon lange nicht mehr so gelacht. Das ist endlich mal wieder richtig schön finsterer schwarzer Humor!

@lvapatzer: Auch von mir vielen Dank für das Auffinden der youtube-Perle, es ist großartig! Da kommen Erinnerungen auf. Und da zeigt sich auch mal, dass Schach auch außerordentlich spannend präsentiert werden kann, ohne das Niveau gleich absinken zu lassen.
Hab mir erst nur Karpov-Seirawan angesehen, ich bin mir aber sicher dass jede Partie (bzw. jeder Beitrag) einfach nur großartig sind!

Narf
23.06.2011 17:06

Aber hallo, was Georg Meier hier so von sich gibt find ich schon halbwegs abenteuerlich.



Gemessen woran?
Elo?

2650 Meier
2646 Gustafsson

Wenn man bedenkt, dass die es auch so etwas wie ein Konfidenzintervall und kritische Differenz bei Elozahlen gibt, sind 4 Punkte ziemlich genau gar nichts.

Das ist ungefähr so, als ob ein Kind dem anderen erzählt, es sei viel klüger weil es bei nem Intelligenztest zwei IQ-Punkte mehr erreicht hat.

Insofern ist die frage, nach dem wie viel besser doch mal nicht so uninteressant.

Wenn sich Naiditsch hier nun beklagen würde, dass er als einziger aktueller deutscher Spieler mit einer Elo >2700 sich übergangen fühlte und für sich in Anspruch nimmt besser zu spielen als Jan Gustafsson, hätte er zumindest eine halbwegs vernünftige Argumentationsgrundlage, aber Georg Meier mit seinen 4 Pünktchen... Das wirkt doch etwas albern.

Und ja, zum Thema schlechtreden von Nationalmannschaftskollegen in deren Blogs und Stil wurde hier ja schon einiges gesagt.

@ Jan. Einfach kleine Pause machen, mit bischen Abstand Match nochmal ankucken was da schief gelaufen und nächste mal besser machen.

Mein Kommentar