Jans Kolumne

Jans EM-Tagebuch, Teil 1

Stromberg ist wieder da! Chef kommt ja schließlich von Beschäftigung...

Moin,


ich komm zu nix, wird wieder nur für ein altes Video aus Griechenland reichen. 

Dabei gibts von NBA-Ausfall, HSV- Heimsieg (!!), Götze vs.Reus über Schachbundesliga (war auf die Bank verbannt), Schachbund, Tal-Memorial bis zu Frauen-WM und so weiter und so weiter mehr Themen denn je.Vielleicht morgen... obwohl, die Ansage hat noch nie so richtig geklappt.

Wie dem auch sei, hier meine Glanzpartie aus Runde eins, die beweist, dass ich sehr wohl bis zwei zählen kann. Am ersten Tag war ich noch fleissig und hab zweisprachig aufgenommen , daher heute sogar auf Deutsch, dafür aber mit ein paar technischen Premiereproblemen. Im Video wie im Schach.

Kosic-Gustafsson, Runde 1

Flash is required!
145 Kommentare
katerbarny
22.11.2011 07:44

Guten Morgen.
Da leider Englisch nicht meine Stärke ist war dieses Video wie geschaffen für mich.Da hätte ich noch Stundenlang zuschauen können.
Danke und in der Hoffnung das evtl. noch einige Videos in deutsch kommen.
Gruss aus Düsseldorf

patzerle
22.11.2011 10:55

erneut ein super Video!

wenn ich mir den Hinweis erlauben darf. Die Tendenz eine radikale Änderung der Stellungsstuktur zu vermeiden scheint mir bei dir stark ausgeprägt (nicht nur in dieser Partie, sondern generell).
2x hattest du in der Partie die Chance dazu, einmal hast du es gesehen (der Trick Sb4 nebst Txc3! wie im Sizilianer so typisch), aber obwohl du schon wusstest, dass es gut (und natürlich nicht nur gut, sondern am Stärksten) ist, es dennoch nicht gespielt.
Und dann hast du zwar an e5 als Idee gedacht und daher ja auch Te8 gespielt, aber die taktische Rechtfertigung den Zug direkt zu spielen (und einmal mehr die Struktur radikal zu ändern) gar nicht erst gesehen. Die wichtige Variante dürfte e5! Le3 Ld3! Sg3 f5 sein und Weiß ist komplett platt, auf Td1 kommt einfach e4 und Weiß geht die Luft aus.
Dvoretski hat in einem seiner vielen guten Bücher irgendwo - ich glaube zusammen mit Jussupov - sehr viel dazu gesagt wie man das Vermögen Änderungen der Struktur zu sehen und im richtigen Moment auch zu machen trainieren kann und sollte, da es eben bei vielen (auch sehr starken!) Spielern ein großes Hindernis ist um noch besser zu werden, da sie eben zu eingeschränkt in ihren positionellen Mustern denken und die sich bietenden Möglichkeiten einer radikalen Änderung mit Vergrößerung des Vorteils nicht oft genug sehen oder wahr nehmen.
Carlsen z.B. scheint mit von allen Supergroßmeistern übrigens der zu sein, der das am Besten beherrscht, dicht gefolgt von Aronian und wo stehen die beiden derzeit in der Weltrrangliste? ;-)
Ok, kleiner Scherz, und ich will wirklich nicht despektierlich sein, da du natürlich ein viel besserer Spieler als ich bist, aber dennoch glaube ich , dass das ne Schwäche bei dir ist, an der zu arbeiten sich lohnen könnte im Hinblcik auf 2700.
Denn der Fehler am Ende mit der Stellungswiederholung ist natürlich sehr bitter, aber im Grunde konnte erst dazu kommen, weil du in klar besserer Stellung viel zu lange immer nur positionell gedacht und agiert hast und ja nichts ändern wolltest - bis es zu spät war ;-)

Viele Erfolg weiterhin und bitte mehr solcher Videos, sehr lehrreich und unterhaltsam. :-)

Tiger-Oli
22.11.2011 13:21

Hallo Jan,

danke für das tolle Video! Gut zu sehen, wie Du die Partien so anlegst und die Figuren für das Spiel aktivierst. Es war sehr unterhaltsam anzusehen und Dir zuzuhören. Hübsch fand ich zum Beispiel den langen Springermarsch von f6 nach e8 nach d6 und c4.

Dreifache Zugwiederholung ... na gut, das passiert mal.
Beim nächsten Mal kannst Du selber damit dann vielleicht den halben Punkt sichern, wer weiß!

St. Pauli
22.11.2011 20:34

Hey Gusti!
Danke für die Videos! Und Gratulationen auch von mir! Aber eigentlich wollte ich nur einen Filmtipp loswerden:
"Nude Nuns With Big Guns"
Great! :-)
Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=jKYVtU7G0IA

Nariu
23.11.2011 01:52

Für mich sind die Videos sehr unterhaltsam und instruktiv. Authentisch sowieso. Klasse!
Als potentieller Kunde künftiger DVDs schätze ich auch durchaus kleine Anekdoten wie die drohende Disqualifikation, weil Svidler unbedingt tratschen wollte.

hanjie
24.11.2011 00:07

Eine ebenso unterhaltsame Analyse des aktuellen Damen-WM-Kampfs fände ich auch mal nicht schlecht. Er gibt es schließlich her, uninteressant sind die Partien keineswegs (wenngleich eröffnungstheoretisch sicher nicht auf 2700er-Niveau ...).

Wobei ich den Hut ziehen muss vor Hou Yifan: Wie alt ist die Dame? 17? Steuert jetzt schon straight auf die 2600 zu und ist wirklich mal nervenstark. The kid can play, too! Würde mich nicht wundern, wenn sie in 3, 4 Jahren etwa Wijk A-Spielstärke erreicht hat und dann Judit Polgar die Nr. 1 der Damen-Weltrangliste streitig machen könnte.

isis
25.11.2011 02:32

Ja genau... und sag noch Bescheid wenn es aufwärts regnet. Das wird niemals passieren.

hanjie
25.11.2011 10:53

isis - ich erinnere dich dann nochmal an deinen Beitrag hier, wenn's soweit ist. ;)

Bastian
28.11.2011 16:54

hanje:

Hou Yifan war bereits mit 2612 eingetragen (Mai 2011, Quelle Weltschachbund), hatte allerdings ein paar Rückschläge hinnehmen müssen. Von ihrer Darbietung bei der WM war ich schwer beeindruckt, ich glaub von der Dame wird noch mehr kommen!

Aber mal was ganz anderes, ich habe gerade gelesen, das Naiditsch's Vertrag mit dem DSB wegen unsachgemäßer Äußerungen nicht mehr verlängert wird (Quelle DSB). Ich hatte eigentlich erwartet dass nach einem derart guten Abschneiden in der Team EM sich die Verhältnisse gebessert haben sollten?

Gereon Kalkuhl
28.11.2011 17:43

Auch von mir ein dankeschön für das Video. Aus diesem Anlass habe ich gerade http://de.wikipedia.org/wiki/Dragan_Kosi%C4%87 geschrieben, wen so was interessiert.

ebi
28.11.2011 18:18

Hou Yifan wird höchstens noch 100 Punkte zulegen, vergleicht diesen Zuwachs einfach mit den anderen Spitzenspielern. 2700 könnte sie somit vielleicht packen, 2800 ist bereits jetzt völlig ausgeschlossen, außer die Schachinflation gallopiert sichtbar.

ebi
28.11.2011 21:21

Schachbund löst Vertrag mit Arkadij Naiditsch

http://www.schachbund.de/entry/43#body-anchor

Die Beamten- und Nichtschachspielerriege hält zur Sicherung ihrer Pfründe zusammen - jämmerlich, insbesondere nach so einem historischen Erfolg.

hanjie
29.11.2011 00:04

Tja, schade, mit der Meldung macht sich der Schachbund den Erfolg der EM selbst zunichte - IHR Verdienst ist der Sieg damit endgültig nicht mehr, wenn sie den besten deutschen Schachspieler nicht so nehmen wie er ist ...

Naiditsch mag kein einfacher Zeitgenosse sein und auch wirklich gerne provokativer formulieren als es not täte, aber man bekämpft so etwas nicht mit Ausschluss, sondern mit Vorbildfunktion, indem man auf so etwas gelassen reagiert.
Nicht grade des DSB's Stärke -Gelassenheit- wie es scheint. Schade.

@ebi: Ich soll den Zuwachs mit anderen Spitzenspielern vergleichen? Nun, mit 17, nach der WM dann vermutlich wieder mit 2615 gelistet, hatten:

- Carlsen 2693 (der ist aber ja eh jenseits von allen)
- Aronian 2587 (mit 18)
- Radjabov 2656
- Nakamura 2580

Da ist sie doch eigentlich ganz gut dabei. ;)

Nein, mal im Ernst: Dass sie die absolute Weltspitze aufmischen wird, daran glaube ich auch nicht. Dass sie allerdings die 2700 in zwei, drei Jahren knacken wird steht für mich außer Frage, und dass sie sich dann mit Judit Polgar um den Platz an der Sonne der Frauen streiten wird, ebenso. Sie ist taktisch sehr stark, nervenstark und mittlerweile auch technisch auf einem sehr guten Weg. Judit Polgar im selben Alter konnte damals nur Angriff auf Topniveau. Da ist Yifan jetzt schon deutlich weiter.

Jungpatzer
29.11.2011 07:32

Der Deutsche Schachbund gräbt sich sein eigenes Grab. Wie will er denn jetzt vor die Medien treten und diesen Erfolg verkaufen ?

Im übrigen erinnert mich dieses Vorgehen an STASI Methoden. Kalt stellen und mundtot machen.

Jungpatzer
29.11.2011 07:32

Der Deutsche Schachbund gräbt sich sein eigenes Grab. Wie will er denn jetzt vor die Medien treten und diesen Erfolg verkaufen ?

Im übrigen erinnert mich dieses Vorgehen an STASI Methoden. Kalt stellen und mundtot machen.

PeterB.
29.11.2011 09:06

Wieviel soll sich der Schachbund denn noch gefallen lassen?
Man erfüllt Honorarwünsche, den Wunsch nach einem eigenen Theorietrainer, etc., etc und muss sich zum Dank einen (Zitat Schachbund : Unsachliche und unrichtige) Vorwurf nach dem anderen gefallen lassen. Irgendwann ist es genug.

Bardeleben
29.11.2011 10:30

Ich bin auch eher der Meinung, dass der Schachbund keine andere Wahl hatte. Man stelle sich vor, in anderen Bereichen würde ein Spieler in der Öffentlichkeit seinen Trainer (bzw. Vorgesetzten) derart an den Pranger stellen. Derartige Dinge klärt man intern. Und das gilt ganz unabhängig davon, ob die Kritik berechtigt ist oder nicht. Im Übrigen ist der Schachbundestrainer nicht wirklich eine Person des öffentlichen Lebens, der wenigstens fürstlich dafür entlohnt wird, dass er öffentliche Kritik aushalten muss.
Das Vorgehen von Naiditsch ist extrem respekt- und taktlos und es wundert mich, dass das kaum von jemandem zur Kenntnis genommen wird - irgendwie scheinen sich gesellschaftliche Wertmaßstäbe mehr oder weniger aufgelöst zu haben.

RainPiper
29.11.2011 10:49

@Bardeleben: Ganz so pessimistisch ("gesellschaftliche Wertmaßstäbe") wäre ich dann doch nicht. Wenn ich es richtig überblicke wird Naiditschs Verhalten von den meisten als respekt- und taktlos wahrgenommen. Die kritischen Fragen sind eher: (1) ob dies die einzige, letzte Möglichkeit ist, gravierende Missstände im DSB anzuprangern (was ich mangels Insiderkenntnissen nicht beurteilen kann) und (2) ob der DSB dieses Verhalten angesichts der schachlichen Verdienste Naiditschs nicht vielleicht doch tolerieren oder ignorieren sollte.

Und auch hier sehe ich den Akzent etwas anders: Das Fass zum Überlaufen gebracht hat nicht Naiditschs Taktlosigkeit, sondern sein Verstoßen gegen vertragliche Vereinbarungen. (Das ganze gab's ja schon mal, und daraufhin wurde ein Vertrag darüber geschlossen, wie sich beide Seiten in Zukunft zu verhalten haben, so dass die Sache beherrschbar bleibt.)

hanjie
29.11.2011 12:37

Bardeleben: "Derartige Dinge klärt man intern."

Stimmt! Und da bekleckern sich regelmäßig beide Seiten nicht mit Ruhm, nicht wahr?
Es ist doch alleine schon traurig, dass wir "Normalsterblichen" über Pressemitteilungen (!) von all diesen Missständen erfahren. Normalerweise wird so etwas intern geklärt, es wird eine Erklärung herausgegeben in der z.B. erklärt wird dass Naiditschs neuerlicher Erfolg ihn nun zu teuer gemacht hat, und gut ist. Wäre eine von mehreren guten Möglichkeiten, nicht noch Öl ins Feuer zu gießen, sondern die Wogen wieder zu glätten. Denn recht für die Öffentlichkeit hat unterm Strich immer letztlich der, der ruhig bleibt, und nicht der, der am lautesten schreit.

Me
29.11.2011 12:38

Richtige Entscheidung zum DSB, auch wenn Herr N. der spielstärkste Deutsche Schachspieler ist. Ein derartiges Verhalten ist so nicht tragbar und keineswegs professionell.

Darüber hinaus schadet er (Herr N.), mit diesem Verhalten ja auch nachhaltig dem Deutschen Schach, denn wie sollen sich denn Sponsoren finden wenn es ständig diese Kleinkriege zwischen ihm und den Funktionären gibt.

Davon abgesehen, habe ich als Außenstehender ja gerade durch diese EM mit zusätzlichem Theorietrainer und vollständig angetretener A-Mannschaft das Gefühl vermittelt bekommen, dass im Deutschen Schach sich wieder etwas bewegt. Jetzt dieser Rückschritt, nach so einem großen Erfolg? Wozu?

Lange Rede kurzer Sinn, ich denke nunmehr dass Herr N. das deutsche Schach so nicht mehr repräsentieren kann und plädiere eher noch für einen Ausschluss auf Lebenszeit.

Me
29.11.2011 12:40

Richtige Entscheidung zum DSB, auch wenn Herr N. der spielstärkste Deutsche Schachspieler ist. Ein derartiges Verhalten ist so nicht tragbar und keineswegs professionell.

Darüber hinaus schadet er (Herr N.), mit diesem Verhalten ja auch nachhaltig dem Deutschen Schach, denn wie sollen sich denn Sponsoren finden wenn es ständig diese Kleinkriege zwischen ihm und den Funktionären gibt.

Davon abgesehen, habe ich als Außenstehender ja gerade durch diese EM mit zusätzlichem Theorietrainer und vollständig angetretener A-Mannschaft das Gefühl vermittelt bekommen, dass im Deutschen Schach sich wieder etwas bewegt. Jetzt dieser Rückschritt, nach so einem großen Erfolg? Wozu?

Lange Rede kurzer Sinn, ich denke nunmehr dass Herr N. das deutsche Schach so nicht mehr repräsentieren kann und plädiere eher noch für einen Ausschluss auf Lebenszeit.

Naiditsch-Fan
29.11.2011 14:33

In China sperrt man Kritiker ein.
In Deutschland verlängert der Schachbund den Kontrakt nicht mit seinem größten Zugpferd, gerade an Nummer 25 der Weltrangliste, weil er das Nest beschmutzt.
Was für ein Aufruhr?
Wo finde ich die Äußerungen von AN (Arkadij Naiditsch)?
Über Google finde ich nur das englischsprachige Interview von 2010:
http://www.chessvibes.com/reports/arkadij-naiditsch-why-the-german-a-team-will-not-participate-in-the-2010-olympiad/

Die Erklärung
http://www.schachbund.de/entry/43#body-anchor erinnert mich an vergessene DDR-Zeiten.

Ich wäre für eine offene, sachliche Auseinandersetzung. Arkadij kann ich nur raten: "Wessen Brot ich eß, dessen Lied ich sing."
Oder er kann es sich finanziell leisten.

Der Bundestrainer scheint einen unkündbaren Beamtenstatus zu haben. Hauptsache man beschmutzt sein Nest nicht, Leistung ist ja unter Funktionären nicht so wichtig. Übrigens haben auch schon andere festgestellt, daß sich Leistung in Deutschland nicht für jeden lohnt. Es macht einen Riesenunterschied, ob man bei VW arbeitet oder in einer kleinen Klitsche.

Aber welcher Sportverband oder Klub leistet sich einen Trainer, der bei den Spielern nicht ankommt? Im Fußball undenkbar. Die Spieler würden einfach mehrere Spiele hintereinander verlieren und der Trainer wird gefeuert.

Kann mir einmal jemand erklären, weshalb der Bundestrainer "einen wesentlichen Anteil am erfolgreichen Abschneiden der deutschen Mannschaft" gehabt haben soll?
Laut GM Fridman kümmert sich der Bundestrainer um die Unterbringung im Hotel oder sorgt dafür, dass wir immer genügend Getränke haben.“
Das ist die feinere Form der Kritik, aber wer liest noch zwischen den Zeilen?

uwe b.
29.11.2011 16:49

es ist enorm wichtig immer genug flüssigkeit zu sich zu nehmen...

Thomas Oliver
29.11.2011 16:58

@Naiditsch-Fan bzw. zur ganzen Diskussion: Mir sind zwei Naiditsch-Interviews _nach_ der EM bekannt:

http://www.whychess.org/node/2943 (dort übersetzt, Original in russisch auf chess-news.ru):
"I don’t want to engage in quarrels, discussions and so on, but the basic conflict is that the federation doesn’t provide very much support for the country’s top chess players. Players with a 2000 rating get a lot, but the team leaders aren’t supported in any way at all in Germany, despite the federation’s huge budget of around 700,000 euros. […] We got together as a team but we didn’t receive anything in particular from the federation. No training sessions, no financial support, nothing."

http://www.derwesten.de/sport/seltsame-zuege-id6074996.html
"„Natürlich hoffe ich, dass wir mit dem Titelgewinn etwas Positives bewirken können für das deutsche Schach“, sagt Naiditsch, „aber das liegt jetzt am Verband. Und da bin ich sehr skeptisch. Ich glaube sogar, dass sich die meisten Präsidiumsmitglieder gar nicht über unseren Sieg freuen. Gratuliert hat mir auch niemand.“ „Er [Bönsch] hat eine Festanstellung beim Deutschen Schach-Bund und kassiert rund 50 000 Euro im Jahr. Er glaubt jedoch, er fahre nicht zu einer EM, sondern in die Ferien“, kritisiert Naiditsch. "

Laut Schachbund gab es ein Trainingslager mit Karpov, an dem allerdings nicht alle Spieler teilnahmen, wurde Naiditsch und den anderen durchaus gratuliert, und verdient Bönsch keine 50.000 Euro (woher die Summe stammt? irgendjemand behauptet es ohne Quellenangabe und andere glauben es wortwörtlich ...). "Players with a 2000 rating get a lot" kann ich auch nicht glauben, u.a. da ich früher selbst zu diesem Kreis gehörte.
Selbst tendiere ich auch dazu dass Naiditsch keine Narrenfreiheit hat.
Aus holländischer Sicht noch interessant: In seiner Schachecke in "de Volkskrant" hat IM Gert Ligterink das zweite Interview ausgiebig zitiert und wohl für bare Münze genommen. Schachjournalisten wie IM L. glauben wohl generell Spielern die Funktionäre kritisieren aufs Wort ... .

Peter B.
29.11.2011 17:17

So ganz scheint das auch an AN´s Nerven nicht ganz spurlos vorübergegangen zu sein. 1,5 aus 6 mit einer ELOPerformance von 2467 und mal schnell die 2700 wieder eingestellt:

http://chess-results.com/tnr59780.aspx?art=9&lan=2&snr=3

@Naiditsch-Fan: Warum soll AN das größte Zugpferd sein? Da schätze ich unseren Blogger hier ganz vorne ein (auch durch seine Lehr- und Sekundantentätigkeit) Durch was hat sich sich AN im Sinne Vorbild o.ä hier in D bisher besonders hervorgetan?

Me
29.11.2011 17:59

Ohne die Bedeutung von solchen Mannschaftserfolgen in Frage stellen zu wollen, aber genaus so wichtig ist es doch, das Schach den Menschen näher zu bringen, und es für potentielle Sponsoren interessant zu machen. Das erreicht man aber nicht durch diese ewigen Streitigkeiten, deswegen befürworte ich die Entscheidung des DSB voll und ganz.

Davon abgesehen sehe ich so weit keine konstruktive Kritik an der Arbeit von Herrn Bönsch. Das er den Spielern was das Schach betrifft wahrscheinlich nicht sehr weiterhelfen kann ist doch klar, dafür war doch gerade Rustam K. dabei (der sicher sehr gute Arbeit geleistet hat). Die einzigen Kritiken die nach außen gedrungen sind waren von Naiditsch und von Fridman, und die Aussage dass er (Bönsch) sich nur um Getränke und Unterkünfte gekümmert habe halte ich in keinster Weise für konstruktive Kritik. Als Außenstehender kann ich das zwar nur schwer beurteilen. Fakt ist aber halt auch dass der DSB geschlossen hinter Bönsch zu stehen scheint., was wohl nicht grundlos sein wird.

Als Vorbild hat sich A.N. sicher nicht hervorgehoben. Er ist zwar ohne Zweifel der momentan stärkste Schachspieler in Deutschland (nach Elo), aber zu einem Zugpferd gehört nun auch einmal das richtige Verhalten. Und der andauernde Streit mit Funktionären gehört sicher nicht dazu.

Fehler passieren überall, ob im DSB oder sonstwo, das Wichtige ist das damit vernünftig umgegangen wird, so dass alle Seiten das Beste daraus machen können.

Me
29.11.2011 18:03

Ohne die Bedeutung von solchen Mannschaftserfolgen in Frage stellen zu wollen, aber genaus so wichtig ist es doch, das Schach den Menschen näher zu bringen, und es für potentielle Sponsoren interessant zu machen. Das erreicht man aber nicht durch diese ewigen Streitigkeiten, deswegen befürworte ich die Entscheidung des DSB voll und ganz.

Davon abgesehen sehe ich so weit keine konstruktive Kritik an der Arbeit von Herrn Bönsch. Das er den Spielern was das Schach betrifft wahrscheinlich nicht sehr weiterhelfen kann ist doch klar, dafür war doch gerade Rustam K. dabei (der sicher sehr gute Arbeit geleistet hat). Die einzigen Kritiken die nach außen gedrungen sind waren von Naiditsch und von Fridman, und die Aussage dass er (Bönsch) sich nur um Getränke und Unterkünfte gekümmert habe halte ich in keinster Weise für konstruktive Kritik. Als Außenstehender kann ich das zwar nur schwer beurteilen. Fakt ist aber halt auch dass der DSB geschlossen hinter Bönsch zu stehen scheint., was wohl nicht grundlos sein wird.

Als Vorbild hat sich A.N. sicher nicht hervorgehoben. Er ist zwar ohne Zweifel der momentan stärkste Schachspieler in Deutschland (nach Elo), aber zu einem Zugpferd gehört nun auch einmal das richtige Verhalten. Und der andauernde Streit mit Funktionären gehört sicher nicht dazu.

Fehler passieren überall, ob im DSB oder sonstwo, das Wichtige ist das damit vernünftig umgegangen wird, so dass alle Seiten das Beste daraus machen können.

Hausmeister Krause
29.11.2011 19:33

he.he...* was für ne sachlich geführte Diskussion um den DSB und Naiditsch! Macht ja mal wieder richtig Spass den Blog hier zu lesen und zu loben.
Gute Argumennte gut formuliert! So gefällt mir das!

Danke an Bardleben, Peter B, Hanje, Me, Thomas Oliver und Naiditsch Fan für Eure Meinungen.

ebi
29.11.2011 20:20

@hanjie
Hou Yifan hat durch die WM 18 Punkte hinzugewonnen, mit derzeit elo 2578 ist sie mit 17 Jahren die Nr. 300+ in der Welt. Mit 17 waren Spieler wie Kramnik, Carlsen, Shirov, Karjakin, Leko usw. schon in der alsoluten Weltspitze und duellierten sich mit den besten Spielern. Um mich nicht falsch zu verstehen, sie ist für ihr Alter unglaublich stark, ihre Eloentwicklung stagniert aber eher und so denke ich, dass es immer mindestens 100 Schachnerds geben wird, die zumindest einen Tick besser spielen werden. Die Top 10 halte ich für unwahrscheinlicher als ein Flug zur Sonne.

hanjie
29.11.2011 20:46

@ebi: Wir reden offenbar aneinander vorbei, denn von den Top 10 habe ich in Sachen Yifan auch nie geredet ;)

Ich glaube, dass sie Judit Polgar auf kurz oder lang überholen wird. Polgar ist verhältnismäßig stabil um die 2700 rum, Höchstzahl 2735, das sind Trauben, die für Yifan -meine Meinung- nicht zu hoch hängen. 2750 sind, denke ich, drin für die Dame, und damit Wijk A, indem sie mal Wijk B gewinnen könnte.

Die Top 10 sind für sie ungefähr genauso realistisch wie für Jan, nämlich nahezu gar nicht -sorry an den Blogersteller hier, aber ich denke das ist dann doch recht realistisch, dass die Burschen ganz oben da echt saumäßig stark sind und man an ihnen nicht mal so eben vorbeikommt. ;)

ebi
29.11.2011 21:39

@han jie
J. Polgar ist Jahrgang 1976, H.Yifan Jahrgang 1994; da ist es wenig überraschend, wenn die weit jüngere irgendwann JP überholt.

hanjie
29.11.2011 23:59

Nicht "irgendwann". Ich glaube, mit 20 ist es soweit.
Wäre in 3 Jahren. ;)

Gerhard
30.11.2011 09:24

@hanjie, du spekulierst ja ganz schön rum...2750???
Das ist eine Zahl für ganz ausgesuchte Spieler. Von 2578 auf 2750 zu kommen ist m.E. vollkommen ausgeschlossen - auch wenn man 3 Jahre Zeit dafür hätte.

Erik
30.11.2011 09:48

"Bei Erfolg ist auf innere Werte doch geschissen" (Stromberg) - lustige Blogüberschrift, wenn man das als Kommentar zum Thema Naiditsch-Verbleib interpretieren würde;-)

Bardeleben
30.11.2011 09:50

@hanjie (im vorherigen Post): Es bekleckern sich nicht nur Schachbund und AN nicht mit Ruhm, sondern m.E. auch Schach-Welt.de, bei denen ich den Eindruck habe, dass sie durchaus daran interessiert sind, kräftig in jede Skandal-Glut zu pusten, auf das sie schön auflodere. Wäre der Naiditsch-Artikel dort nicht so breitgetreten worden und hätte man die (auf dieser Seite für meinen Geschmack tendenziell agressive) User-Diskussion mehr gesteuert, wer weiß, ob die Aussagen ANs so breite Wellen geschlagen hätten.
Aber zurück zum Schachbund: Tatsächlich verhält auch der sich reichlich unglücklich, die Idee mit der Veröffentlichung offener Briefe auf der eigenen HP soll wohl Offenheit vermitteln, stattdessen zieht man so noch mehr Personen in die Schlammschlacht hinein, wie jetzt Daniel Fridman und den mir zuvor unbekannten GM Gerald Hertneck (http://schachbund.de/entry/45). Aus der Causa AN ist damit jetzt auch noch eine Causa Spitzensport vs. Breitensport geworden und neue persönliche Angriffe sind auch nicht ausgeblieben. Bravo! Brisant ist ürigens auch folgende Episode aus dem Gästebuch der HP von Melanie Ohme, weil er beweist, dass der Schachbund auf fragwürdige Weise mit den Aussagen seiner Spieler(innen) umgeht:

"Manipulation Deines Tagebucheintrags auf der DSB- Seite (Mittwoch, 23 November 2011 14:30)

Hallo Melanie,

ich habe gesehen, das an Deinem Tagebucheintrag, den der DSB auf seinen Seiten zeigt, dort manipuliert wurde. [...]"
Melanie (Donnerstag, 24 November 2011 18:53)

Hallo Andreas,
vielen Dank für diesen Hinweis, das wäre mir wohl sonst gar nicht aufgefallen. Ich habe die Texte so wie sie hier auf meiner Homepage veröffentlicht wurden dem DSB geschickt und keinen Veränderungen zugestimmt.
Viele Grüße
Melanie
#29"

Den Vergleich mit China von Naiditsch-Fan fand ich - vorsichtig formuliert - überzogen, schlicht weil es hier um fast nichts geht und dort um Menschenleben, aber tatsächlich ist die Kommunikationspolitik des Schachbundes außerordentlich fragwürdig. Die öffentliche Exkommunizierung von Abweichlern durch Berufskollegen und die Manipulation von Aussagen erinnern tatsächlich in geradezu lächerlicher Weise an die "PR-Strategie" kommunistischer Regime.
Das alles ändert nichts an der Bewertung des Verhaltens von AN, aber der ganze Vorfall wirft kein gutes Licht auf alle beteiligten Akteure...

Thomas Oliver
30.11.2011 12:53

@hanjie: "Es ist doch alleine schon traurig, dass wir "Normalsterblichen" über Pressemitteilungen (!) von all diesen Missständen erfahren. "
Ja wie denn sonst? Und wenn die eine Seite (Naiditsch) sich an die Presse wendet bzw. die 'Chance' eines Interviews in diesem Sinne nutzt [und von Schach-Welt, d.h. hier Löffler und Hickl unterstützt wird], darf der Schachbund dann nicht reagieren?

@Bardeleben: Generell teile ich Deine Meinung, aber nicht bezüglich (aller) offenen Briefe auf der Schachbund-Homepage. Speziell Fridman wollte diesen offenen Brief, in dem er u.a. erwähnt dass seine Aeusserungen von dem "Journalisten" (Gänsefüsschen von ihm!) "aus dem Zusammenhang gerissen worden sind". Mag schon sein dass die Spieler nur mitbekommen haben dass Bönsch sich um Unterkunft und Getränke kümmert, und gar nicht wissen welche anderen organisatorischen Aufgaben und Tätigkeiten er vor Ort hatte - ist das nicht Sinn der Sache damit sie sich (zusammen mit Kasimdzhanov) aufs Schach konzentrieren konnten?
Und wenn Du GM Hertneck nicht kanntest bist Du entweder relativ jung (zumindest was das Interesse am Schach betrifft) oder nicht sooo interessiert. Anfang bis Mitte der 90er Jahre zählte er zur deutschen Spitze und erweiterten Weltspitze (top100), hat aber nicht den grossen Durchbruch geschafft und dann einen "bürgerlichen Beruf" gewählt.

Naiditsch-Fan
30.11.2011 13:40

Ich gebe den "Vorrednern" Recht, daß diese Auseinandersetzung nicht in die Öffentlichkeit gehört. Fragt euch mal, wem hat die Toilettenaffaire zwischen Topalov und Kramnik genutzt bzw. geschadet?
Ein kluger Mann sagte, beim Streiten kann man nur verlieren. Selbst, wenn man im Recht ist, sollte man in Kleinigkeiten immer nachgeben.
Insofern muß ich Gusti loben. Nirgens unangemehm aufgefallen.
Capablanca war durch sein Auftreten seinerzeit in Kuba so sehr geschätzt, daß er zum Botschafter oder Consul ernannt wurde.
Mit Diplomatie kommt man eben besser durchs Leben. (Hoffentlich liest Arkadij dieses.)
A. Naiditsch hat in Spanien jüngst vier Partien hintereinander verloren und gerade noch etwa 2700.
Mir wäre wohler, er konzentrierte sich mehr auf Schach als auf Schach-Politik.
Kritik sollte man intern im kleinsten Kreis klären, möglichst nur indirekt äußern. Noch cleverer wäre es, andere (dafür) zu gewinnen.
Ich kann gut verstehen, daß man im jungen Alter mit dem Kopf durch die Wand will. Insofern hoffe ich, daß er einen guten Kommunikations-Berater findet und seine Emotionen am Brett (oder mit Frauens) auslebt.

zu "Manipulation Deines Tagebucheintrags ":
es ist in der Presse üblich, zu verändern, zu korrigieren, im Ausnahmefall zu manipulieren.
Wer ist denn gerade "Pressechef" ?
war dieser RS nicht der letzte "Parteisoldat" beim Sportverlag? Nach 20 Jahren also beim DSB. Die alten Ost-Connections :-)
Zur Info: Die Medien waren im Osten direkt der Partei unterstellt.
Da Nachrichten weggelassen, erfunden bzw. geschönt wurden, übte man sich als Ossi in der Kunst, zwischen den Zeilen zu lesen.
Aber, lest mal Mitteilungen heutiger Konzerne.
Übrigens, mein Vergleich mit China im vorigen Beitrag:
ich wollte mal Dimensionen ins Spiel bringen. Ich hätte auch vorschlagen können, mal 20 Minuten mit dem Weltall zu meditieren.

hanjie
30.11.2011 14:16

@Gerhard: Deine Einschätzung würde Hikaru Nakamura sicher mit großem Amüsement lesen. Schließlich hatte er mit 17 eine Elozahl von 2580 (huuh, 7 Punkte mehr!) und jetzt eine von 2758. Gut, er hat n bisschen länger gebraucht, er erreichte dieses Niveau "erst" mit 23 Jahren. ;)

Zum Rest mehr, wenn mehr Zeit da ist. Uninteressant ist diese Diskussion hier ja keineswegs und auch angenehm sachlich.

Gerhard
30.11.2011 15:35

@hanije, wer hat von Nakamura gesprochen?
Du scheinst auch mit den Partien von Spitzenspielern sehr vertraut zu sein. So lesen sich Deine Urteile.
Polgar ist für Dich "Angreiferin auf Topniveau". Gab es nicht unlängst eine ganz feine Endspielleistung von ihr im Läuferendspiel, die sogar Lasker eigens hier hervorhob?
Die Zahl von Polgar kann man nicht erreichen, wenn man nicht Allrounder ist, also Positionsspiel und Endspiel beherrscht...und noch einiges mehr.

ebi
30.11.2011 17:40

@hanjie
Sind Sie Chinese? Ansonsten ist diese übersteigerte Lobpreisung von H.Yifan schwer zu erklären.
Nakamura spielte vor Jahren noch Eröffnungen wie 1.e4 e5 2.Dh5; irgendwann hat er wohl gemerkt, dass er so nicht mehr weiter kommt und wurde eröffnungsmäßig immer seriöser.

hanjie
30.11.2011 18:32

@Gerhard: Ich sprach davon, dass _früher_ J.Polgar vorwiegend eine "Angreiferin auf Topniveau" war, inzwischen hat sie sich zu einer Allrounderin gemausert. Anders geht's über 2700 ja auch gar nicht, auch über 2600 wäre es ziemlich finster, wenn man ohne Endspieltechnik durch die Turniere tingeln würde. Gustafsson mag hier sagen dass er Endspiele ungern spielt, können tut er sie aber trotzdem ;)

@ebi: Nein, bin ich nicht, aber ich sehe mir eben doch mehr oder weniger aufmerksam die Partien der Top-Rundenturniere und einiger Opens, soweit zugänglich, an. Manchmal fällt einem dann der eine oder andere Name früh auf, weil sie einfach ... anders sind und ich sie mit meinen pobligen 2100 kein Stück kapiere (technisch und/oder taktisch), obwohl es doch "nur" 2300 / 2400er sind, die sie gespielt haben. So etwas bleibt haften, und dann verfolgt man eben den Werdegang der Person umso aufmerksamer.

Yifan ist eine dieser Personen. Erstmals fiel sie mir bei der Damen-WM 2006 auf. Sie machte da zwar "nur" 3,5 aus 6 Punkten, aber da war sie grade mal 12 und hatte bereits Niveau Ü2400. Ich mag ihren sehr taktisch orientierten Stil.

Und, was Eröffnungen angeht: Ein wirklich guter Eröffnungstrainer hätte bei ihr sicher auch noch eine Menge Arbeit vor sich, ich schätze mal dass sich Jan momentan eher gruselt, was ihre Eröffnungen angeht ... ;)

Gerhard
30.11.2011 19:42

@hanije, Du schriebst: "Judit Polgar im selben Alter konnte damals nur Angriff auf Topniveau".
Woher weißt Du das? Hast Du ihre Partien mit 17 analysiert?
Verallgemeinerungen, gegen die ich eben anschrieb. Nur darum ging es.

Schachrambo
30.11.2011 21:00

AN sollte bei all seiner Kritik nicht vergessen, welch Förderung er früher in Kindes- und Jugendtagen in Dortmund und Deutschland erhalten hat.
Dies mutmaße ich nicht, sondern habe es schon in den 90ern in mehreren Gesprächen mit einem Jugendtrainer erfahren. Nicht nur er, auch seine Schwestern haben damals weitaus mehr Förderung und Unterricht bekommen, als die meisten Kinder und Jugendlichen in Dortmund zusammen.
Was Bönsch angeht, bin ich weder über seine Aufgaben noch sein Gehalt im Entferntesten informiert, daher steht mir keinerlei Urteil zu, doch die Anwesenheit eines Theorietrainers, ein verbessertes Gehalt und der 1.Platz scheinen nicht auszureichen, um sich bedingungslos zu freuen und die Machtspielchen zu lassen. (Bezogen auf AN)
Ulli Stein hat den Bundestrainer Kasperkopf (in der Art) genannt, Effenberg den Fans einmal im Affekt den Mittelfinger gezeigt. Beide wurden auf Lebenszeit aus dem DFB-Team geworfen.
AN verbreitet erneut mehr verbale Stinkefinger und Suppenkasper, als auf ein Schachbrett passen und die Entscheidung des DSB wird immer noch hinterfragt?
Ich kann die Entscheidung vollauf nachvollziehen. Respekt.

Thema Führungspersönlichkeit:
Neben schachlicher Qualifikation sollte sie auch Charisma besitzen, ich glaube, dass Jan dazu das Zeug hat. Wobei schachlich sogar noch Luft nach oben ist, wie die letzten Leistungen eindrucksvoll bewiesen haben.
Alles Gute, Du scheinst auf einem richtig guten Weg zu sein!

hanjie
30.11.2011 23:18

@Gerhard: Ja, normal bin ich auch nicht so auf Verallgemeinerungen aus, Pauschales ist so oft pauschal falsch, da hast du schon recht ;)

In dem Fall ist's aber wirklich so! Als sie 17/18 war, wurde das auch in den (Schach-)medien ziemlich thematisiert. Ich erinnere mich da an eine Partie Shirovs gegen Polgar, in der er die Stellung einfach nur "austrocknete" und sie strategisch mit Schwarz konsequent zusammenschob.
Das gelang auch damals nicht jedem, aber dennoch zeigte sich schon recht deutlich damals, dass sie immer dann unterlag, wenn sie, sagen wir mal: Eine typische Kramnik-Stellung aufs Brett bekam (also eine, in der taktisch scheinbar nix los ist). ;)

Na, wir werden es sehen. Ich halte von H.Y. jedenfalls eine Menge und glaube daran, dass sie es noch sehr weit nach oben schaffen kann.
Allerdings benötigt sie dafür noch eines kompetenten (Eröffnungs)trainers, der ihr momentan noch fehlt. Wird sich zeigen, ob die chinesische Regierung sich dazu durchringen wird, auch mal Ausländer an sie ranzulassen. :)

Aber wir sind hier ja beim Jan-Blog. Darum mal die Frage an Jan: Wie waren denn nun die Handicap-Partien im Rahmen von Marc Langs Weltrekord? Brachten sie Spaß oder waren sie nur "Pflichterfüllung"?

Nariu
01.12.2011 13:26

Jedenfalls hat Jan den Handicap-Wettkampf Handicap gewonnen.
http://www.blindsimultan.de/schachblog-2011/blog

patzerle
02.12.2011 16:50

ich bin sehr gespannt auf das Turnier in London.
Weltklasse und englische Spietzenspieler, sollte ein traumhaftes Umfeld für großes Kampfschach geben.
Jedesmal frage ich mich wieso so ein Turnier in Deutschland nicht auf die Beine zu stellen ist?!

Mein Tipp ist, dass Kramnik gewinnen wird (ja, Außenseitertipp^^) denn er muss dringend ELO Punkte aufholen um 2800 zu halten und wird Kampfschach spielen müssen.

Übrigens für Taktikfreunde:
Die Twitterpartie zwischen "der Welt" und den GMs (die Schwarz spielen!) aus London heute hat einen sehr interessanten Moment.
Nach:
1.e4 g6
2.d4 Sf6
3.e5 Sh5
4.Le2 d6
5. Lxh5 gxh5
6. Dxh5 dxe5
7.Dxe5 Tg8
8. Sf3 Sc6
9. Dh5 Sxd4
10.Sxd4 Dxd4
11. 0-0 De4
12. g3 Lg7
13. Sc4 Lxc3
14. bxc3 Ld7
15. La3 Lc6
16. f3 De3+
17. Kg2 0-0-0
18. Tae1
Schwarz am Zug gewinnt

die Super GMs zogen hier 18..Dxc3(??) und gewannen bald darauf nach weiteren Fehlern der Welt.
Wer findet den Knockout OHNE ENGINE? :-)

patzerle
02.12.2011 16:57

13.Sc3 natürlich, sollte klar sein...

Che
03.12.2011 03:34

18 ...Tg3+ gewinnt! was ich aber nicht verstehe...weshalb Die Welt sich auf 4. Le2 und 5. Lh5 eingelassen hat! 7. De5 ist dann schon wahnsinn! Ich habe irgendwo gelesen das Eroffnungsbucher sich am besten verkaufen...

Lasker
04.12.2011 22:45

Short-Kramnik

Die Nacht der lebenden Toten...

Ist das "kreativ", wenn man eingedost wird wie ein 1.500er?

hanjie
04.12.2011 23:23

Frag das mal Boris Becker. Ich glaube, er wäre über 1500 eher definitiv froh ;)

Lasker
05.12.2011 12:03

Short-Kramnik wird sicher den Weg in die Lehrbücher gehen,
Thema "Figur außer Spiel".
Der klassische Vorläufer hierzu ist:
Winter-Capablanca
http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1055995

Auch eine interessante Perspektive ist die Einschätzung durch die Engines: die langfristige Auswirkung begreifen die Biester nach wie vor nicht voll.

hanjie
05.12.2011 12:15

Oh ja, die Partie Short-Kramnik ist definitiv ein gutes Lehrstück. Ich dachte mir nämlich auch erst "hä? Was macht er da? Alle seine Figuren zurückziehen?"
Dabei war alles einzig und allein darauf ausgerichtet, den weißen Läufer für alle Zeiten aus dem Spiel zu nehmen. Das Endspiel gewinnt sich dann ja ganz von alleine.

Etwas unverständlich für mich war, dass Short nie per Bauernopfer (Lb1 samt c4 und c3) versuchte, ihn wieder zu befreien.

Gerhard
05.12.2011 13:24

Ganz so einfach ist das, glaube ich, mit dem Gewinnen durch Aussperren nicht. Man muß den Gegner in Zugzwang bringen können. Wenn die eingesperrte Figur noch pendeln kann, ohne materielle Einbuße, dann kann es ganz schön schwierig werden.

Mir selbst ist das LEIDER auch schon 1x - in einem Falle großer Schachblindheit - passiert.. Ich hatte gerade - schön - eine Qualität gewonnen, ohne mich weiter zu kümmern und zu realisieren, daß meine Figur danach schrittweise ins Aus bugsiert wird.
Ich hätte am besten sofort aufgeben sollen, denn schön ist das nicht, das so da stehen zu haben.
Mein Kompliment daher an Short, das noch weitergespielt zu haben und anzuerkennen, daß man manchmal, auch als toller Spieler, ganz einfache Dinge übersehen kann. Ich denke, jeder große Spieler hat Lapsuse ähnlicher Art vorzuweisen. Etwa bei Capablanca der bekannte Figureneinsteller, bei Kramnik das übersehene Matt gegen den Computer usf.

hanjie
05.12.2011 15:27

Naja, die Topleute haben ja jeder selbst aus scheinbar aussichtslosen Situationen noch Auswege gefunden, auch gegen Klasseleute. Kramnik musste sehr akkurat spielen, denn sonst wäre die Idee c4 samt c3 ja doch irgendwann gegangen. Das war aber dann doch nicht möglich, dachte erst dass er im 38. Zug den Läufer nach b1 hätte stellen können, aber nach 38..Lg6 geht ja trotzdem nichts.

Ist auf jeden Fall ein Endspiel für die Ewigkeit.

Gerhard
05.12.2011 15:45

Ein Endspiel für die Ewigkeit? Was meinst Du genau damit?
Vermutlich hat schon irgendein Zeitgenosse von La Bourdonnais so gewinnen können. Alles gab es schon einmal und vermutlich schon recht bald in der Schachgeschichte.

hanjie
05.12.2011 16:03

In dem Sinne, dass sich so manch Endspielautor die Partie als Lehrbeispiel schnappt. Wer weiß, vielleicht ja Karsten Müller für eins seiner nächsten Werke?
Bücher pflegen mitunter so manch Menschenleben zu überdauern. Darum "für die Ewigkeit".
Ich bin mir jedenfalls sicher, dass erst mit einer fundierten Analyse offenbar wird, wie viele Feinheiten benötigt wurden, damit der Bursche da auch wirklich dauerhaft ausgeschlossen bleibt.

Gerhard
05.12.2011 18:40

Ist wirklich der Hammer, "deep" Kramnik auf der Liveseite beim Analysieren zuzusehen. Das erinnert mich auch an eine Analysesession Korchnois, bei der ich mal anwesend war.

hanjie
05.12.2011 20:46

Weiß eigentlich jemand, ob bei den Classics jemand ausgefallen ist und sie deswegen nur zu neunt spielen? Oder ist das einfach nur eine Idee der Veranstalter, dass sie den zehnten zum mitanalysieren verpflichtet haben?

Wenn Letzteres, ist das jedenfalls eine seehr coole Idee. Besser kann man Weltklasseschach nicht erklärt bekommen. :)

Gerhard
05.12.2011 21:02

Das mit den 9 Spielern ist alleine schon deshalb gut, weil die Farbverteilung so endlich mal pari ist.
das mit der ungeraden Anzahl ist so gewünscht.

Gerhard
05.12.2011 21:49

Es ist doch interessant, wie die Spieler Nakamura und Carlsen auf den Vorschlag von Kramnik (vorgebracht allerdings später durch einen Kommentator ohne Namensnennung Kramniks) 29...Tb1 reagierten. Dieser Vorschlag beinhaltete ein positionelles Qualiopfer von S, nach dem Schwarz keine Probleme mehr haben sollte. Doch beide meinten abweisend (Qualiopfer???). Stattdessen analysierten sie weiter Nakas 29...Tfb8 , nach dem allerdings zwingend das Qualiopfer tf6: möglich wurde und die Stellung von S so schnell zusammenfiel.

Gerhard
06.12.2011 10:09

GM Kevin Spragett sah das in seiner ausführlichen analyseauf seinem Blog genauso: 29...Tb1 hätte die Sache für Naka gerettet.

Gerhard
06.12.2011 23:07

In der Pressekonferenz gingen Carlsen und Kramnik respektvoll miteinander um. Auf diesem Level sind sie Kollegen.
Ich dachte bei mir: Für Kramnik und auch Carlsen ist es doch deutlich ein Gewinn, "Gegenspieler" zu haben, die das Beste von ihnen fordern und es ihnen stetig ermöglichen, bestimmte Konstellationen auszutesten. Auch Aronian gehört zu dieser Gilde. In dieser Gilde tut sich offenbar niemand etwas. Man achtet sich.

hanjie
07.12.2011 02:40

Hmm, gerade Aronian ist aber nicht ganz unumstritten ;)

Er pflegt ja gerne die hohe Kunst der Ironie und vor allem des Sarkasmus. Das wird nicht jedem schmecken - und auch Jan hat ja schon einmal am Vortag einer Partie gegen ihn erleben dürfen, dass der Mann nicht ganz ohne psychologische Tricks arbeitet ...

Insgesamt stimmt's aber schon. Wieso sollen sie sich auch gegenseitig in die Pfanne hauen wollen? Man kann nur dann seine Topleistung abrufen , wenn die Konkurrenz einen auch auf höchstem Niveau fordert. Das sorgt für Spitzenpartien, die sonst erst gar nicht möglich wären.

Kasparow zeigte sich ja deswegen auch ziemlich verschnupft, als er eine wichtige Neuerung ausgerechnet gegen einen Gegner auspackte, der wenige Züge später die Dame einstellte. So macht Schach dann ja wohl nicht wirklich Spaß ;)

Gerhard
07.12.2011 11:46

Ja, in der Liveübertragung gibt es Feinheiten zu beobachten, die in der Masse und in Stunden gerechnet, schon schwer zu verdauen waren. Allein die Endspieldiskussion zwischen Carlsen, Kramnik und den Kommentatoren war so eine Phase. Kramnik zeigte zum Schluß für "the audience" ein Pattmotiv, das mir entfallen war. Durch Kenntnis dieses Pattmotivs war ab einem best. Zeitpunkt das Endspiel tatsächlich unverlierbar.
Die Beurteilung bestimmter Züge ist auch unter der Elite erstaunlich oft unterschiedlich: Als ein Beispiel mag Aronians Bemerkung zum Vorschlag Ld3-c4 in der Partie Adams - Short dienen. Aronian bezeichnete den Läufer hier als " misplaced piece", aber Adams zog dann genau diesen Zug.

hanjie
07.12.2011 13:40

Da stellt sich aber auch die Frage: Hatte Aronian vielleicht auch einfach nur ein besseres Stelllungsgefühl als Adams und in dem Fall vielleicht auch einfach nur recht?
Adams ist sicher ein sehr starker Spieler, aber 70 Elopunkte mehr auf DEM Niveau ist dann schon ein ziemliches Pfund. Zumal Aronians Stärke ja auch gerade sein Gespür für die richtigen Positionen seiner Figuren ist.

Interessant finde ich, wie wenig die Burschen vorausberechnen. Carlsen antwortete in einem Interview auf die Frage, wie viele Züge er vorausrechnen könne, dass es nicht darauf ankäme wie weit man das im Voraus könne, sondern dass es vielmehr auf die Bewertung der anschließend entstehenden Stellung ankomme. Wenn ich mir ansehe, wie die Topleute hier in der Analyse vorgehen, neige ich dazu, das zu glauben.

Dass sie in sehr konkreten Positionen natürlich dann aber doch sehr weit und tief vorausrechnen können, versteht sich ja von selbst. Offenbar tun sie es aber lange nicht immer.

Gerhard
07.12.2011 14:30

Adams ist durchaus mal in der Klasse von Aronian gewesen - lange ein Top-Ten-Spieler. Ich denke daher, daß es AUCH in dieser luftigen Höhe der 2800er STILFRAGEN gibt.
Aufschlußreich war auch für mich ein Buch von Timman, in dem er Korchnois Auffassung einer BESTIMMTEN Stellung mit der von Karpov verglich - und durchaus zu keiner anderen Bewertung kam wie in etwa: Beides spricht für sich.

Das mit dem Rechnen ist so eine Sache!
Laut Kramnik ist Aronian ein sehr guter Rechner. In Endspielen kommt es zuweilen sehr darauf an, ganz konkret zu rechnen. Ich denke, z:B. im gestrigen Endspiel von Carlsen-Kramnik war es zwingend notwendig, weit vorauszurechnen.

Thomas Oliver
07.12.2011 19:13

@hanjie: Man müsste sie natürlich selber fragen (und eine ehrliche Antwort bekommen) aber ich kann mir vorstellen dass die anderen Weltklassespieler Aronians Humor durchaus einordnen können und ihn auch in dem Sinne als Bereicherung der Schachszene empfinden.

Eher frage ich mich was sie von Nakamuras Sprüchen halten. Wenn er verliert oder auch nur gegen einen etwas schwächeren Spieler wie z.B. Giri nicht gewinnt kommt gerne mal "I played like an idiot!" statt auch mal "my opponent played well". Wenn er gewinnt hat er sehr gute Laune ... .

Letztes Beispiel: "Ich spielte gegen Anand Königsindisch denn er spielt noch nicht so lange 1.d4 und daher kenne ich mich in den Strukturen besser aus." Hmm, Anand spielt 1.d4 seit seinem Match gegen Kramnik in 2008, ungefähr zum gleichen Zeitpunkt hat Nakamura gerade 2700 erreicht.
Auch unabhängig davon ob an der Bemerkung trotzdem was dran ist. Und auch an einer anderen dass Engine-Bewertungen in solchen Stellungen wenig bedeuten - weil die Partie schnell kippen kann wenn Weiss nicht immer die besten Züge spielt.

ebi
07.12.2011 20:37

@ Thomas Oliver
Es ist vielleicht ein wenig schemenhaft, aber Amerikaner haben eben die Einstellung "go for it" und riskieren etwas. Er gab während des Interviews auch zu, wenn Anand alle richtigen Züge fände, hätte er wie ein Idiot verloren. Ich denke, Nakamura wurde durch die Partie Anand - Howell und durch die letzten Partien ermutigt, Anand in eine Partie zu zwingen, die er nicht altmeisterlich spielen kann, sondern konkrete Züge finden muß, um etwas zu erreichen.
Man kann von Nakamura denken was man will, seine 2,5/4 gegen alle 2800+ Gegner sind eine sehr gute Leistung, wenn auch Glück sowohl gegen Aronian, als auch Anand dabei war.

Gerhard
07.12.2011 21:18

Es war schon merkwürdig, daß Nakamura seine Stellung in der Live-Commentary zu keinem Punkt als verloren bezeichnete. Merkwürdig auch deswegen, weil er und die anderen in anderen Stellungen um winzigste Endspielvorteile kämpfen und hier gings konträr dazu brachial zu (bulletmässig).
Diese "Zweigesichtigkeit" ist faszinierend. Man kann in einer Endspielpartie "squeezen"und in der nächsten Partie so spielen, daß Materielles nicht groß zählt.
Nun gut, iIn diesen königsindischen Stellungen spielt das konkrete Material ja tatsächlich eine untergeordnete Rolle - hauptsache, es geht was. Und das meinte der Amerikaner auch: "It's a game"...das hatte er aus der Eröffnung erreicht: Ein "Game" zu haben mit all dem was dazugehört - nahe am Abgrund stehen und irgendwo doch seine Chancen haben.

hanjie
07.12.2011 21:47

Also, mir war Nakamuras Kommentar außerordentlich sympathisch! Er war nicht so bierernst, und sein wiederholtes achselzuckendes "it's a game" sagte doch alles aus: Königsindisch kann so schnell kippen, dass man mit Erfahrung immer noch drauf hoffen kann. Im Vergleich zu Anand wird er auch durchaus Königsindischkenntnis-Vorteile haben, er spielt das schließlich schon sein Leben lang und Anand spielt nur selten dagegen.

Nakamura hat in Königsindisch-Strukturen eben ein sehr ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Kann man ihm als Arroganz auslegen, muss man aber nicht. Dass er sich dann zerfleischt und den letzten Trottel schimpft wenn er dann eine Partie verliert, ist dann doch nur konsequent.

Schlimmer fände ich es, wenn er anderen unterstellt, sie hätten unverdient gewonnen. So eine Unsportlichkeit haben die Topleute glücklicherweise nicht nötig.

Gerhard
08.12.2011 20:22

Top-Vorstellung von Kramnik!
Er spielte die Stellung positionell völlig sauber -eine reife Leistung.
Die Kommentatoren meinten: Die Stellung von Adams ist recht solide. Kramnik war da anderer Meinung und zeigte gleich einige Varianten.
In der Tat hatte Weiß diverse Möglichkeiten, zu drücken und der "clumsy" Springer auf e3 stand hier wie ein Fels,
Ganz beachtlich fand ich den zweifachen Tausch auf d5. Das erinnerte mich mit Verlaub an Fischers Sc5Xd7 in der berühmten Partie gegen Petrosian. Damals war der Tausch des mächtigen Sc5 gegen den "mickrigen" Läufer auf d7 unerhört! Hier war es eigentlich ähnlich. Der Tausch war praktisch und war gut - der verbleibene Springer des Schwarzen war völlig hilflos, der weißfeldrige weiße Läufer ein Riese

Thomas Oliver
08.12.2011 21:24

Zu Nakamura: Ich weiss nicht ob es wirklich typisch Amerikanisch ist, im Schach ist er ja derzeit der einzige 'rein' amerikanische Weltklassespieler - seine japanische Abstammung tut nix zur Sache, Kamskys sowjetische Wurzeln schon eher. Und davor war Bobby Fischer in jeglicher Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung ... .

In der Partie gegen Anand war es also ein schmaler Grat zwischen "I lost like an idiot" und (nicht von ihm, aber von anderen) "ein historischer Sieg" - und das lag nicht an seinen sondern an Anands Zügen! Offenbar spricht er nur dann von einer Verluststellung wenn sie wirklich keinerlei praktische Chancen bietet sondern völlig hoffnungslos und aufgabereif ist.

Dass er nach Niederlagen sich selbst zerfleischt (nie habe ich ihn dabei erwischt den Gegner zu loben) heisst ja dass er in Normalform unschlagbar ist - und im Umkehrschluss "Ich habe noch nie gegen einen gesunden Gegner gewonnen" (Blackburne). Ansichtssache ob so eine Einstellung nicht doch unsportlich oder zumindest grenzwertig ist.

@Gerhard zur Kramnik-Partie: Naja die London-Kommentatoren sind ja nicht sooo spielstark und - mein Eindruck - nicht unbedingt neutral. Dass sie die englischen Spieler bevorzugen sei ihnen zugestanden. Dass sie bei den Weltklassespielern tendenziell Carlsen und Nakamura hervorheben, Anand und Kramnik dagegen nicht finde ich schon etwas merkwürdig (dieses Jahr hat Vishy es nicht verdient, aber ich beziehe mich auch auf die beiden Vorgängerturniere).

Gerhard
08.12.2011 22:29

@Thomas Olivier, es stimmt, der Trend ging dahin, es so zu formulieren: "Mal schaun, was Carlsen mit Kramnik veranstaltet! " Man liest es fast allenthalben.
Aber was soll man da sagen?
Wer heute das Spiel von Kramnik (es war fast zwingend" nicht als wunderbares Beispiel ausgereifter Technik und Stellungsverständnisses begriff, der hat an der Partie vorbeigeguckt.
Schon früh war ja in der Partie ein gewisser schwarzfeldriger Druck von Weiß da, eben durch Abtausch des scwarfeldrigen Läufers.
Spürbar ist das auch für Amateure, aber die UMSETZUNG ist Aufgabe des Meisterspielers. Gerade die Ankerfelder c5 und a5 demonstrierten wunderbar den bleibenden Vorteil.

@Thoams Olivier: Lob des Gegners...das wurde erwähnt in der Doku über Fischer. Spasski klatschte Beifall, als Fischer ihn in der 6. Partie besiegte!! Man stelle sich das mal vor!!! Übrigens habe ich durch einen Mannschaftskollegen, der mehrmals gegen Spasski spielte, folgende Anekdote gehört: Spasski stand in einer Bundesligapartie auf Verlust. Er stand würdevoll und ruhig mit den Worten auf: "So, jetzt muß ich meinem Teamcaptain leider mitteilen, daß ich diese Partie aufgeben muß". Das, was beeindruckte, war die ehrenvolle Bbehandlung des Gegners, der ihn gerade überwunden hatte.

hanjie
09.12.2011 11:11

Spasski galt und gilt unter den Schachspielern als der perfekte Gentleman. In einem Buch über den Wettkampf 72 sagte ein Großmeister von damals (den Namen habe ich grade nicht parat, Bronstein?), dass das wohl der Hauptgrund für die Niederlage Spasskis war, weil er mit der agressiven Matchtaktik Fischers nicht klarkam. Für ihn war es schlicht nicht vorstellbar, wie jemand einer Partie fernbleiben kann in einem WM-Match.

Was die Kommentatoren angeht: Sie machen in meinen Augen einen sehr guten Job. Man sollte nicht vergessen dass es Partien der besten Spieler der Welt sind, es ist doch klar dass man sie auch als GM nicht immer sofort kapiert.
Partien von Anand und Kramnik sind recht schwierig zu kommentieren, da beide in ihren besten Partien eine strategische Tiefe zeigen, die sich erst im Gesamtkonstrukt zeigt.

Kramniks Partie gestern war da ein gutes Beispiel. Im Nachhinein gesehen spielte Kramnik von Anfang an darauf hin, dass der Springer auf e3 im Endspiel gemeinsam mit der Dame übrig bleibt. Dass das ein Kommentator nicht sofort durchschauen kann, ist für mich völlig natürlich.

Thomas Oliver
09.12.2011 19:49

Heute lieferte Chessbomb meines Erachtens auch ein Beispiel zu "kein Respekt für alte Männer": generell kommentieren sie zwei Partien live, heute nur McShane-Nakamura und nicht Anand-Kramnik.

Carlsen hatte spielfrei und durfte kommentieren. Ich wäre fast eingeschlafen - mässig interessant war höchstens "wenn mir irgendwas nicht gefallen sollte bin ich wieder beleidigt und schwänze auch das nächste Kandidatenturnier". Ich habe vor allem darauf gewartet dass Anand und Kramnik dran waren um ihre Partie zu erklären (remis aber sicher nicht uninteressant oder langweilig).

Gerhard
10.12.2011 00:11

Alte Männer??? Anand und Kramnik spielten eine superbe Partie. Leider habe ich die Kommentierung noch nicht gesehen, aber ich erwarte Höchstes von ihr.
Mein Traum wäre, einmal dabei sitzen zu dürfen, wenn Kramnik oder Anand analysieren. Das wäre ein Live-Highlight, denke ich. Habe selbiges mal bei Korchnoi-Hort erlebt und das war ein Hochgenuss.

Thomas Oliver
10.12.2011 11:58

Hallo Gerhard,
Das mit den alten Männern war natürlich ironisch gemeint - bin schliesslich selbst noch ein paar Jährchen älter als Vishy Anand! :) . Ich hätte auch schreiben können "überall regiert der Jugendwahn".

Fand auch etwas merkwürdig was TWIC/Mark Crowther über Carlsen schrieb:
"Magnus Carlsen was in the commentary box. He was interesting about the games [naja, bei Anand-Kramnik lag er voll daneben, dachte dass Kramnik auf Verlust steht] but cagey about the World Chess Championships and said it wasn't a subject he really thought about much. As world number 1 and highest paid player all at the age of 21, he probably doesn't have to right now."

Bezieht sich das "highest paid player" speziell auf London, oder bekommt Carlsen überall (deutlich) mehr Startgeld als Spieler die schon länger recht erfolgreich im Geschäft sind? Das werden "wir" wohl nie erfahren, bezweifle auch ob Mark Crowther solche Inside-Infos hat. Ich habe nix gegen Carlsen, aber einiges gegen den Hype um ihn herum.

Thomas Oliver
10.12.2011 16:48

Immerhin für einen "Opa" (Anand und Kramnik wurden ja erst vor kurzem Vater) haben sie Respekt - derzeit Livekommentar mit good ol' Korchnoi! Viktor ist inzwischen, wen wundert es, alt geworden - vor einigen Jahren habe ich ihn noch bei Blitzturnieren in den Niederlanden gesehen, darauf verzichtet er inzwischen aus Altersgründen ... .

patzerle
10.12.2011 19:59

da wollte ich gerade zum blitzsauberen Sieg heute gegen Handke gratulieren und stolpere über 22. Tc1(??) b4(??) , wenn stattdesen 22...Da7 mit der Idee b4 einfach mal den d4 abgreift der plötzlich nicht mehr zu decken ist und mit dem Bauern fällt natürlich auch die ganze weiße Stellung komplett auseinander.
zum Glück haben es ja beide übersehen ;-)

In London paasiert übrigens wieder dasselbe wie zuletzt auch immer - Carlsen spielt einfach solides Schach und legt seine Partien gerade gegen die schwachen Gegner so an, dass viele Figuren auf dem Brett bleiben und der Gegner nicht zu leicht remis machen kann in der (richtigen) Annahme, dass dieser sich irgendwann schon selbst umbringen wird.
Wenn Aronian z.B. gegen Adams wieder die Berliner Verteidigung spielt und diesem nach Katastrophenstart im Turnier die Chance gibt einen halben quasi kampflos abzuklammern.
Ich würde wirklich gerne mal mit so einem SuperGM über Turniertaktik reden.
Meiner Meinung nach macht Carlsen fast alles richtig in dieser Hinsicht und Aronian sehr, sehr viel falsch, aber ich bin sicher er wird das anders sehen ;-)

Gerhard
11.12.2011 02:09

@Thomas Oliver, Korchnoi habe ich tatsächlich ein gutes halbes Dutzend mal live erlebt - es war immer ganz besonders. Gerade weil er mir schachliches Vorbild war, lies ich mir einst über seine Frau (zu schüchtern, ihn selbst zu bitten) ein Autogramm geben.
In einem Alter, in dem so mancher schon an Rente denkt, spielte er noch eine WM - so etwas ist heute garnicht mehr vorstellbar.

Gerhard
11.12.2011 03:50

Gerade eben Kramniks Kommentierung zur Howellpartie angesehen und angehört. "Just unearthy".Es ist einfach enorm, was diese Top-Spieler kalkulieren!! Angesichts dieser Performance von Kramnik im Kommentarraum fragt man sich, wie solche Partien gegen Svidler in der russischen Meisterschaft oder Nakamura in Dortmund passieren können, in denen er misskalkuliert hat.. Jedenfalls sollte man sich hüten, als Amateur anzunehmen, daß diese Leute grob misskalkulieren!
Jemand in London aus dem Zuschauerraum meinte zur Partie Anand- Kramnik, daß sich Kramnik wohl an einer bestimmten Stelle verrechnet hätte. Jetzt sieht man: Nothing is further away from truth than this.

Nariu
11.12.2011 14:13

Krammniks Kommentierung hab ich auch gesehen. Faszinierend. Und Kramnik dosiert den Gedankenstrom gewiss noch, da er auf sein Publikum Rücksicht nimmt. Seine Kommentare sind flüssig und einigermaßen nachvollziehbar und enorm instruktiv. Die meisten interessanten Varianten bekommt der durchschnittleiche Kiebitzer eben gar nicht mit, weil die Engines sie, wenn überhaupt, vielleicht erst an 4. oder 5. Stelle anzeigen. Für einen Mensch, auf schachlich höherem Niveau sehen viele dieser Varianten halt interessant aus und nur wer in der Lage ist sie in einer gewissen Tiefe durchzurechnen kann dann auch eine pragmatisch vernünftige Entscheidung fällen. Die manchmal abfälligen Kommentare 'Engine-Erleuchteter' Amateure gegenüber Elitespielern finde ich immer wieder erstaunlich. Es gibt ja so eine Studie, die besagt, dass sich in vielen Bereichen inkompetente Menschen kompetenter fühlen als Experten. Erst die 'etwas' kompetenten Menschen merken, dass dem nicht so ist. Da ist wohl was dran. Bei Schach zumindest könnte einem ja ein simpler Elo-Vergleich zu denken geben.

Gerhard
11.12.2011 15:37

Nariu, "Es gibt ja so eine Studie, die besagt, dass sich in vielen Bereichen inkompetente Menschen kompetenter fühlen als Experten." Ja, diese Studie würde mich auch näher interessieren. Vielleicht lässt sie sich ergoogeln. Was verleitet Leute, sich ebenbürtig oder gar überlegen Experten gegenüber zu sehen?? Da scheint es eine unausrottbare Ego-Funktion zu geben, eine Funktion, in der es ums "nackte Überleben" geht. Das Ego in uns scheint sich massiv bedroht zu fühlen, wenn jemand so überlegen und besser bestückt erscheint - da strickt das Ego schnell eine Legende, die besagt: Im grunde bin ich ja garnicht unterlegen, sondern ÜBERLEGEN.

patzerle
11.12.2011 15:46

was in Sachen engine-Gläubigkeit inzwischen wirklich finster ist, ist, dass viele JEDE Enginebewertung unhinterfragt annehmen und sofort von einem Fehler des Menschen sprechen, wenn die engine 0,25 Punkte runtergeht nach dem Zug.

Die engine ist keine pefekte tablebase, sondern ein sehr starkes Programm, was enorm schwer zu schalgen ist und im Schnitt sehr oft die besten Züge findet, insbesondere bei taktischen Abwicklungen.
Aber eben dennoch nicht fehlerfrei ist und auch teilweise sehr eigenwillige Bewertungen abgibt.

Wer das übrigens nicht gauben mag sollte sich mal die allersersten(!) Züge einer beliebigen Partie angucken und das Eröffnungsbuch dabei ausschalten.
Oft schwankt die enginebwertung in bekannten Hauptvarianten um bis zu 0,6 Punkte, geht rauf und dann wieder runter und diese Züge SIND stark auch wenn die engine es auch mal anders sieht, also Vorsicht und immer schön selber mitdenken ;-)

mhall
11.12.2011 15:58

@Gerhard: Dunning-Kruger-Effekt: http://en.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger_effect

Lasker
11.12.2011 17:53

Es kann sein, daß ich mich täusche, aber ich glaube es "fehlt" hier noch der Link zur Fischer-Dokumentation:

http://videos.arte.tv/de/videos/zug_um_zug_in_den_wahnsinn-4296374.html

Nur für den Fall, daß es jemand sonst verpasst...

Die Doku ist m.E. äußerst gut, hätte man sich für die deutsche Übersetzung einen schachlichen Berater hinzugeholt, wäre sie sogar großartig zu nennen...

"Must guck" ;-)

hanjie
11.12.2011 21:26

Dass man sich auf Engines nicht blind verlassen sollte, zeigen doch teils auch Jans Kommentare: "Vom Essen zurück, die Vorschläge des Computers haben mich nicht überzeugt, also einen anderen gemacht" stand es hier doch erst kürzlich.

Für mich besteht der Unterschied zwischen Weltklasse und gutem Amateuerspieler darin, dass die Klasseleute genau wissen, wann sie sehr tief rechnen müssen - und wann eben nicht. Da wird dann eben in komplizierter Stellung grade mal 3 Züge vorausgerechnet, während in einer anderen vier Verästelungen gleich ein Dutzend und mehr bereithalten. Eben so, wie es gerade notwendig ist.

Zudem sind die Burschen eben auch sauschnell: Als Karpov damals, als er spürte dass seine Spielstärke abnimmt, es damit erklärte dass er ja nun auch mal dieselbe Variante zweimal durchrechnen müsse statt wie früher nur einmal, dazu fällt einem als Amateur doch auch nichts mehr ein ...

Vielen Dank an Jan hier auch noch einmal, dass er uns Einblick darin gibt, wie komisch manchmal die Engines drauf sein können! Teilweise sind deren Vorschläge absolut genial und entwaffnend, dann wieder gleichen sie Kreisklasse. Da das Gute von dem Schlechten unterscheiden zu lernen, das ist wohl eine der großen Trainingsaufgaben unserer Zeit.

Gerhard
11.12.2011 21:43

@mhall, danke!

Neric
13.12.2011 11:21

Hi,
ich bin ein Anhänger dieser "Dorfman-Methode" und ich kann deshalb gut nachvollziehen, warum der statische Weg zur Stellungsverbesserung gewählt wurde. Warum soll man die Sache durch eine unballancierte Veränderung der Materialverteilung kompliziert machen, wenn doch mit statischen Mitteln auf technischem Wege zum Erfolg zu kommen ist?

Der erste Schritt vom Weg war ganz einfach, nach h6 das "elegante" Lg6-f5 anstelle von Lh7 zu spielen. Obwohl man bei diesem Typ von Gegner nie wissen kann, hat dieser provokante Zug keine Berechtigung. Der alte Petrosian (eigentlich wollte ich zunächst Kramnik schreiben, doch der hat wohl mittlerweile ein Buch über Tal gelesen) hätte a'tempo Lh7 gespielt und die Sache risikolos nach Hause geschaukelt.

P.S.:
Ich glaube übrigens nicht, dass Houdini, oder eine andere Engine, ein positionelles Qualleopfer im Mittelspiel dieser Art korrekt einschätzen kann. Engines können ja auch z.B. keine Festungen erkennen und meinen, sie hätten einen gewaltigen Materialvorteil.

hanjie
13.12.2011 12:23

@Neric: Um welche Partie geht es konkret?

hanjie
14.12.2011 01:25

So, zu Nakamura noch kurz: In der Analyse der Partie gegen Adams, in der er nun einmal platt stand, war er sehr objektiv, keine Spur von Überheblichkeit, lobte Adams' ... c5, gab seine Fehler offen zu. Nix mit Großspurigkeit oder dergleichen, genau so wie man es von einem Topspieler auch gewohnt ist.

Weswegen ich denke, dass manch Eindruck diverser Leute lediglich seiner eher, sagen wir mal: Flapsigen Art, Partien zu kommentieren, geschuldet ist. Sein Englisch ist nun einmal kein Englisch, sondern ein Amerikanisch, und da klingt es immer ein wenig gelangweilter ;)

Ein wenig schade ist, dass Carlsen immer so wortkarg ist. Seine Ideen sind ja oft wirklich brilliant, aber wie er drauf kommt, das erfährt man leider nie ... er zeigt mitunter verblüffende taktische Motive, im Gegensatz zu Kramnik aber sagt er sie nur und kommentiert sie nicht.

Aber das ist, zugegeben, Jammern auf hohem Niveau. Die London Chess Classic sind definitiv DIE Referenz in Sachen Öffentlichkeitsarbeit für alle anderen Turniere! Die Liveübertragung ist in Sachen Qualität meilenweit vom Rest entfernt. Nirgends kann man mehr etwas über die Feinheiten und psychologischen Spitzfindigkeiten der Topspieler mehr erfahren als hier.

Ich hätte auch nichts dagegen, wenn sich Dortmund mal das Classics-Prinzip abgucken würde: 4-5 Topspieler, dazu Naiditsch, Meier, Gustafsson und ruhig mal einem Urgestein wie Robert Hübner wäre sehr interessant! Dass die Deutschen dann nur "Opfer" wären, wäre dann auch noch lange nicht ausgemacht. :)

Tiger-Oli
14.12.2011 10:18

Hey Hanije,

super Idee - dann würde mir Dortmund auch viel besser gefallen, wenn ein paar "Locals" mit dabei wären. Ansonsten wirkt es für mich austauschbar, wenn in Bilbao, Moskau oder sonstwo immer nur die selben acht GM ihre Runden drehen. Warum nicht mal die Türen öffnen für aufstrebende Newcomer!

Mein Vorschlag für Dortmund: die deutschen Europameister sind fünf Teilnehmer, die anderen fünf kommen aus dem RdW (Rest der Welt) :-)

J.B.
14.12.2011 15:25

Hallo Jan,
Dein Video gefällt mir sehr gut. Nur sehr schade, dass Du die Partie verloren hast.
Über ein Autogramm mit Deiner Unterschrift würde ich mich sehr freuen.
Gruß Jürgen

Andreas K.
17.12.2011 15:55

Hallo Jan,
ich habe mit Fritz einmal ein wenig die Züge 7.g4, 8.g4 und 9.g4 analysiert.
Die danach entstehenden Stellungen entziehen sich meinem Verständnis.
Ich frage mich aber in Anbetracht dieser Möglichkeiten, ob 6. ...Lf5 der beste Zug war.
Mich würde einmal interessieren, wie ein GM die Stellungen nach g2-g4 beurteilt und wie Schwarz am besten fortsetzen muss.

Schachfreund
18.12.2011 01:15

Hallo. Hier ein Anliegen, welches nicht direkt etwas mit diesem Blog zu tun hat. Ich spiele gerade bei einem der Ramada-Cup-Vorrundenturniere (Deutsche Amateurmeisterschaft) mit. Das Turnier wird in div. verschiedenen Spielstärke-Gruppen gespielt und geht über 5 Runden. Nach 4 Runden liege ich mit 0,5 Punkten äußerst besch...eiden im Rennen. Da in meiner Gruppe eine ungerade Teilnehmerzahl spielt, muss zwangsläufig immer einer ohne Gegner bleiben und bekommt dafür einen Punkt zugesprochen. Bei der am Sonntag zu spielenden Schlussrunde hat es dafür nun mich getroffen, obwohl es im Teilnehmerfeld noch einen anderen Spieler mit bisher 0 Punkten gibt. Okay, ich bin nicht gerade in bester Stimmung aufgrund meiner bisherigen Leistung, aber ich kann absolut nicht vollziehen, warum nun ausgerechnet ich um meine 5. Partie geprellt werde (und nicht der andere Spieler mit bisher 0 Punkten) Immerhin habe ich auch für 5 Runden Teilnahmegebühr bezahlt. Weiß zufällig jemand, wie so eine dubiose "Auslosung" zustande kommen kann, und kann mir dies mitteilen? Danke.

Ausloser
18.12.2011 12:36

Moin Martin,
es wird vermutlich von oben nach unten gelost, dann blieben noch Du, Dein Remisgegner, der Nuller und das Freilos für die letzten 2 "Brettet" übrig, da Du nicht noch einmal gegen Deinen Remisgegner spielen kannst, musste es einen von Euch 0,5ern treffen. Vermutlich stand die Chance 50/50, wen von Euch beiden es trifft (Farbverteilung wird es nicht sein), oder Dich hat es getroffen, da Dein Remisgegner über Dir in der Tabelle steht, warum auch immer (vermutlich "Klappsystem", höhere DWZ).
Schönen Sonntag

Joachim
19.12.2011 14:39

Hallo Schachfreund,
beim Ramada-cup hatte ich die gleiche Erfahrung in einem anderen Turnier. Ich wurde in der recht ausgeglichenen A-Gruppe mit 1 aus 4 kampflos gegen den Tabellenletzten ausgelost. Außerdem konnte ich den Verzehrgutschein nicht mehr aufbrauchen und habe den Rest verschenkt.
Dieser Pflichtkauf von 15,- Euro findet auch nicht bei jedem Begeisterung. Ich denke das liegt an den Vereinbarungen mit den Hotels.
Zum Glück brauchte ich die Übernachtung nicht, das hätte evtl. noch Diskussionen für die letzte Nacht gegeben.

hanjie
20.12.2011 02:29

Zur typischen "Gustl"-Zeit mal gepostet, vielleicht wird's ja deswegen erst recht gelesen ...:

Ein neuer Beitrag im Blog wäre wirklich mal schön. ;)

Big F
20.12.2011 10:00

Ja, denke ich auch.

Matze
22.12.2011 14:15

dem schließe ich mich absolut an... vielleicht wartet er auch bis es 100 Kommentare gibt? die hätten wir hiermit ;-)

Hausmeister Krause
23.12.2011 15:07

sogar jetzt! schon mehr als 100 Einträge!!...gähn..*

ICCH versteh ja... aber:

LieberGustl,
lass Dich nicht nerven..... schreib wann Du willst dann liest man es auch lieber....

Ich wünsche frohe Weihnachten, fette Gabeln blinkende Diagonalen und weitere Trainigs DVD`s von Jan Gustafsson!!

Peter B.
24.12.2011 12:17

Allen frohe Weihnachten und unserem Blogger besinnliche, ruhige Tage!

Und, ein kleiner Weihnachtswunsch, bitte die Seite ein bisschen an den IE 9 anpassen. So sehe ich nämlich keine Überschriften und kein Menü :-(

BVB_Olli
26.12.2011 02:38

Hi Gusti, frohe Weihnacht!

RealPatzer
28.12.2011 18:57

Es gab einmal vor langer, langer Zeit einen guten deutschen Schachblog....

Guten Rutsch allen ...

Bitte, bitte wenigstens einen Post pro Monat.

Gruß

Enttäuschter
28.12.2011 20:10

Ich sag mal das was viele denke aber keiner sagen will:

Schreib was oder schließ den Blog, das hier hat 0 Sinn!
Die Leute komme oft gucken ob was gepostet wird und werden immer aufs neue enttäuscht und der Blogger hat es nicht für nötig wenigstens eine kleine Nachricht zu hinterlassen dass er keine Zeit hat.

Sorry für die schroffen Worte...

hanjie
29.12.2011 01:11

Kann mich RealPatzer nur anschließen. Ein Blogpost pro Monat ist nun wirklich nicht viel, selbst wenn grade die Böcke nicht so da sind.

Würde schließlich erst recht keinen Spaß machen wenn dann mal ein Beitrag kommt und es genau Null Kommentare dazu gibt weil niemand hier mehr reinsieht und alle ihre Bookmarks für den Blog gelöscht haben, nicht wahr? ;)

Insofern: Guten Rutsch, in der Hoffnung auf zwölf coole Blogeinträge genau hier nächstes Jahr. :)

SirSchratz
29.12.2011 09:26

na ja, also da scheints ja einige weihnachtsdepression zu geben :-) - wer da gleich massiv enttäuscht ist, nur weil mal nicht gebloggt wird, der hat wirklich ein großes lebensproblem.

spaß, spaß, hey, mach mal wir wollen spaß - für dieses publikum ist doch eigens RTL erfunden worden und nicht dieser blog.

sicherlich gibt es regeln für blogger, die sicherlich im blogger-verfahrens-gesetzt (BVG) festgeschrieben sind. aber das sollten wir lieber den verwaltungsbeamten aus den gartenzwergsiedlungen überlassen.

außerdem sollte man für jan gustafsson verständnis haben - ein falsches wort und der schachbund spricht den bann, und nutzt seine kommunikations-macht auf der website, in gefälligkeitsinterviews etc.
wenn ich schachprofi wäre, mir wäre da die lust schon lange vergangen. man benötigt wohl ein eher sowjetisches Gemüt, um das noch zu ertragen.

in diesem sinne ein gutes neues allen lieben erbsenzählern :-)

Woodpusher
29.12.2011 10:58

Der verehrte Großmeister ist bestimmt schon im Trainingslager... Er hat für Das Gibraltar-Open gemeldet!

Gedächtnis
29.12.2011 12:43

Jan hat nie einen "blog" versprochen.
"Wo es mit der Seite hingeht, wird sich zeigen. Natürlich freue ich mich, im Netz eine Visitenkarte zu haben. Wenn mein Schweinehund nichts dagegen hat, will ich sie aber auch nutzen, um von meinen Turnieren zu berichten, hin und wieder eine Partie zu kommentieren und auch sonst zu schreiben, was mir gerade so einfällt."

Insofern würde ich sagen, dass es durchaus berechtigt ist, sich hier mehr content zu wünschen, Jan darum zu bitten und von mir aus auch seiner Enttäuschung ausdruck zu verleihen, aber Jan irgendwelche Vorwürfe zu machen... hmm, einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul.

hanjie
29.12.2011 14:28

Nein, Vorwürfe wären fehl am Platz, und so möchte ich meinen letzten Eintrag hier auch nicht verstanden wissen. Wozu auch? Der Blog ist klasse, und jeder Beitrag Jans ein Genuss. Auch die Analysen sind grandios, ohne Wenn und Aber.

Genau deswegen mischt sich da ein wenig Wehmut ein, wenn die Abstände der Einträge immer größer werden. Denn es ist ja ein wenig so wie einen Freund, den man schon länger nicht mehr angerufen hat: Irgendwann denkt man "ach, ist eh zu spät, der interessiert sich für mich eh nicht mehr ..."

Genau das aber stimmt eben nicht! Es ist nie zu spät, und es muss auch nicht irgend einen Anspruch haben. Wenn ein Blogeintrag alle aktuellen Serien zerpflückt und keine Zeile über Schach, so what! "My site, my rules" meinte Jan hier mal. Genau.

Wenn hier nichts neues steht bin ich nicht ärgerlich drüber -his site, his rules ;) - aber ein kleines "schaade" weht mir halt doch durchs Hirn.

Und wo, wenn nicht hier, kann ich dieses "schaade" in Worte fassen? - Eben. :)

BVB_Olli
29.12.2011 20:44

...und guten Rutsch!
Sicherheitshalber auch für 2013 ;-)

Cliff
01.01.2012 12:34

Ist schon merkwürdig, dass die allermeisten deutschen Blogs nach einiger Zeit einschlafen (Schwatt und Weiss; Schachzoo, Entwicklungsvorsprung) oder aber ihr Publikum bewusst erst zensieren und dann ausschließen (Schachwelt) - aber vielleicht liegt es daran, dass es nicht genug Inhalt für einen Schachblog gibt.

Dass Kramnik ein überbewerteter Spieler ist, dass Anand sich auf vergangenen Lorbeeren ausruht, dass Stefan Löffler. Martin Breiutgam und die anderen als "Journalisten" immer den gleichen Sermon abliefern, wird sich inzwischen herumgesprochen haben und interessiert wahrscheinlich doch niemanden mehr, oder?

In diesem Sinne: Allen ein gutes und nicht nur schachlich erfolgreiches neues Jahr!

patzerle
01.01.2012 14:02

wieso Kramnik überberwrtet sein sollte ist mir ein Rätsel
Selbst Anand hat in seinem letzten Interview mit Tkachiev hervorgehoben, dass Kramnik DER Spieler sei, der die Eröffnungsentwicklung der letzten 10 Jahre maßgeblich geprägt hat. Im Grunde hat Kramnik 1.e4 "widerlegt" (mit Russisch und der Berliner Verteidigung)...

Wenn ein "Topspieler" überbewertet ist, dann Nakamura, der ständig komplett auf Verlust steht positionell, aber es irgendwie schafft, dass die Gegner in komplizierter Stellung mit wenig Zeit den Gewinnweg verpassen während er gute Verteidigungszüge findet und nicht nur überlebt, sondern auch noch gewinnt.
Hat was von Blitz auf Zeit wie er spielt und das in langen Partien gegen die Weltelite!
Seine Elozahl gibt ihm Recht, aber ich finde sein Schach sehr oft einfach grauenhaft schlecht und mindestens eine Klasse schlechter als das der anderen Topspieler, aber vielleicht verstehe ich seinen Ansatz auch einfach nur nicht...

Ach ja, Frohes Neues Jahr ;-)

Flep
02.01.2012 10:00

Das Beste ist dass dieser Blog nie geschlossen wird weil der Besitzer nicht mehr auftaucht ;)

Frohes neues Jahr an alle! :)

Erik
02.01.2012 10:41

Ist ja einerseits schön, wenn sich hier im Forum mal wieder ein bisschen was regt. Aber ich verstehe diese Diskussionen ehrlich gesagt nicht, „Kramnik und oder Nakamura überschätzt“. >Kramnik hat sich alle seine Erfolge redlich erarbeitet und verdient, ihm wurde nichts geschenkt (außer vielleicht damals das erste WM-Duell – aber darum geht’s ja hier nicht).
Und wenn Nakamura mal gelegentlich, so wie z.B. neulich gegen Anand aus vermeintlich schlechteren oder gar verlorenen Stellungen heraus gewinnt, so hat das m.E. einfach damit zu tun, dass er einfach unter dem Eingehen eines bestimmten Risikos für beide Spieler hohe Drucksituationen aufzubauen vermag, und dann halt oft besser damit umgehen kann, als der Kontrahent. Mit Glück hat das nicht viel zu tun. Kasparow erzielte beispielsweise viele seiner Königsindisch-Siege gegen viele Gegner in den 90ern m.E. auf eine ähnliche Weise. Vielleicht ist ja Psychologie im Spiel, wenn sich solche Positionen plötzlich unverhofft drehen. Aber das ist dann eben auch ein sportlicher Faktor, denn es anzuerkennen gilt.

Die Diskussion ist ähnlich unnötig, wie wenn beispielsweise im Fußball viele immer von einem „Bayerndusel“ faseln, wenn die vermeintlich wieder mal ein Spiel in der Schlussphase zu ihren Gunsten drehen.

Frohes Neues!

Tiger-Oli
02.01.2012 16:19

@Erik

Bayerndusel ist ein erwiesenes Phänomen!

Ansonsten gebe ich Dir Recht: Nakamura macht die Punkte, und so wie er sich durch die Stellungen kämpft, ist es beeindruckend und verdient, dass er so eine hohe Rating hat.
Ich bekomme solche Stellungen auch manchmal (eher unabsichtlich), aber am Ende sitze ich dann immer auf der Verliererseite.

Grüße ans Forum, und Grüße an Jan - viel Glück in/ auf Gibraltar!

Südschachfreund
02.01.2012 17:00

@ Tiger-Oli:
ich als Bayern-Fan will zum Bayern-Dusel nur so viel gesagt haben: Lt. Sportpsychologen sind solche Eindrücke subjektiv, sprich gegenteilige Eindrücke werden meist verdrängt. Konkret: Wenn wie jetzt im DFB-Pokal in der 91. Minute das 2:1 fällt, kommt bei einigen sofort die Erinnerung an diesen und man fühlt sich bestätigt. Umgekehrt wird ein diesem Phänomen widersprechendem Ereignis verdrängt. Also z. B. das 3:0 nach 12 Minuten gegen Hertha BSC kann ja wohl kaum einem Dusel geschuldet sein oder auch das 7:0 gegen Freiburg. Das Bayern-Trauma, das dem Bayern-Dusel widerspricht, nämlich die 1:0-Führung gegen ManU im CL-Finale 1999 bis in die Nachspielzeit, um dann nach der Nachspielzeit mit 1:2 verloren zu haben, wird da auch ausgeblendet. Abgesehen davon, eine wie auch immer geartete Dusel-Statistik bei anderen Vereinen wird gar nicht angefangen, weil es eben uninteressant ist, obwohl sie objektiv vielleicht ein anders Bild abgibt. Was ist z. B. mit dem späten Ausgleich des BVB lezte Saison gegen Hannover?
Lange Rede, kurzer Sinn: Solche Bayern-Dusel sind meist subjektive Eindrücke und taugen objektiv kaum zur Erklärung irgendwelcher Erfolge oder Resultate.

Was natürlich auch fürs Schach gilt, insbesondere für Emanuel Lasker, aber - wie von einigen Kommentatoren derzeit unterstellt wird- auch für Nakamura. Gleiches gilt übrigens auch für Kasparov. Hat er nicht auch immer wieder objektiv verdächtige Stellungen herbeigeführt, die er dann immer wieder gewonnen hat? Spricht deshalb jemand von einem Kasparov-Dusel? Selten/gar nicht. Mir fällt nur Short ein, der mal sagte, Kasparov lasse Lazarus wie einen blutigen Anfänger aussehen.

hanjie
02.01.2012 22:14

Der "Bayern-Dusel" ist ein schönes Beispiel. :)

Fakt ist doch, dass die bessere Mannschaft auch bis zur letzten Minute die bessere Kondition hat. Da können die letzten 5 Minuten dann eben entscheidend sein, wenn die gegnerische Mannschaft an ihre Leistungsgrenze musste und es fast geschafft hat - aber eben nur _fast_.

Im Schach gibt es das haufenweise ebenfalls: Bei großen Spielstärkeunterschieden können Stellungen noch so oft ein dynamisches Gleichgewicht haben - der bessere Spieler versteht es einfach, den nicht so guten vor Probleme zu stellen, die ihn konditionell auch ganz gut auszuzehren helfen.

Tja, und schwupps!, ist dann eine Minute fehlende Konzentration da, eine übersehene Kombination, aus der Traum vom Remis oder Sieg. Das wird dann oftmals amateurseitig gerne geschimpft "aber ... ich stand doch besser! Ich habe ihn überspielt!"
Ja, vielleicht. Aber ein Topspieler kann halt auch noch was 'draus machen wenn er platt steht.

Nakamura ist da ein wunderbares Beispiel (genauso wie Morosewitsch): Er versteht es, selbst in verlorenen Stellungen noch Chaos zu erzeugen, das muss man erstmal hinkriegen!
Da macht es auch Spaß, zuzusehen. Von wegen, Liveübertragungen im Schach wären langweilig. ;)

Lasker
02.01.2012 22:20

Sehr schöne Partie heute von Giri gegen Ivanchuk.

Weiß läßt sich viel Zeit, um die Vorteile seiner Stellung zu betonen und Schwarz keine Gegenchancen einzuräumen und ihm langsam und trocken den Hahn abzudrehen.

Ivanchuk´s ..d5 hätte man vielleicht auch schon früher (29.) in Betracht ziehen können (wenn der König noch nicht den Sf4 deckt), aber auch das Doppelturmendspiel sollte bei 4 Inseln chancenlos sein.

Was hat Schwarz eigentlich "falsch" gemacht ?
Bogo-Indisch zu spielen ?
Wo wartet hier Arbeit auf das Läuferpaar, ohne die man an den strukturellen Schwächen zugrunde geht ?

Jedenfalls hinterläßt die weiße Endspielführung einen sehr starken Eindruck !


Bevor ich jetzt lamentiere, daß es hier so aussieht, als würde ich nicht mal das Minimalste in Foren schreiben (können), sondern was ich in der Ära vor jan-g.de geschrieben habe (nix), sage ich lieber mal:

Frohes Neues !

Gerhard
03.01.2012 17:19

Lasker, de Zugreihenfolge mt 5...d6 scheint nicht die Beste zu sein. Ich bevorzuge 5...b6...wobei ich zugeben muß, die Theorie in diesem System nicht zu kennen...es ist einfach ein Bauchgefühl.

Die Abwicklung Ivantschuks in diesesdamenlose Endspiel scheint in der Tat nicht gut gewesen zu sein. Und mit Lf3 "erzwingt " Giri auch noch dem Tausch des schwarzfeldrigen Läufers..dieser hätte doch evtl. gegen c4 drücken können und war so wichtig..

Ich denke, Iwantschuk war von der Motivitationl nicht auf der Höhe. Dann geschehen solche Partien.

BVB_Olli
04.01.2012 00:23

Hallo zusammen,

ich finde es klasse, dass diser Blog weiterlebt.
Wenn doch nicht durch Beiträge des "Bloggers", dann doch durch intereassante Kommentare der "User"...

Es ist sehr schade, dass ein weiterer guter Blog so im Sande verläuft...

Man sollte bei aller Wertschätzung für den Urheber nicht die Leser vergessen, die tagtäglich auf einen neuen Post warten. (Nach mehr als einem Monat...)
Sicherlich ist dies eine freiwillige "Dienstleistung", doch setzt diese Tatsache auch immer voraus, dass es zugeneigte Leser gibt.
Wenn man diese durch Nichtbeachtung straft, dann ist es normal, dass sich eine gewisse Ungehaltenheit breit macht.

Ich fände es größer (im wahrsten Sinne des Wortes), den Blog mit einer "persönlichen" Erklärung zu schließen, als die vielen treuen Leser auf diese Art abzukanzeln. Denn ohne Diese wäre auch dieser Blog nichts als eine selbstdarstellerische und einsame Webseite...

Ichg weiß, viele werden mich für diese Worete verteufeln, aber meiner Meinung nach bringt das Führen eines Blogs eine gewisse Verantwortung gegenüber den Lesern mit sich, zu der es ohne Frage gehört, sich zu äußern, wenn man gedenkt, diesen nicht mehr weiterzuführen.

Ansonsten bekommt man als "Fan" eben auch den Eindruck, nicht wichtig zu sein.
Seine wir einmal ehrlich... Warum ein Blog, wenn man sich als Verfasser nicht ums Publikum schert?

Und eines sollte doch klar sein: Wenn sich keiner mehr darum kümmert, was Du (Jan Gustafsson) schreibt, wenn es keinen kümmert, wie Du spielst und was Du schachlich machst, dann bist Du entweder Welstmeister, oder ein... Niemand.

Dieser Post ist beiliebe nicht bls gemeint, mir hätte z.B. ein einfacher Post, der ohne weitergehende Erläuterungen das Ende dieses Blogs klarstellt, gereicht, um sowohl den Respekt vor dem Autor noch vor den Lesern nicht zu vermissen.

So bleibt leider das schale Gefühl, als freudiger Beifallsklatscher, aber nicht als freudiger Fan wahrgenommen zu werden.



Debert
04.01.2012 00:49

@BVB_Olli

Da kann ich -glaub ich- zustimmen :-)

Tiger-Oli
04.01.2012 12:15

Hallo BVB-Olli,

abgesehen von Deinem fiesen Namen finde ich Deine Gedanken interessant zu lesen. Da sitzen wir hier und warten ...
Aber ich glaube trotzdem, dass sich kein Blogger den Stress machen muss, immer wieder Artikel zu produzieren. Es ist schön, wenn jemand schreibt, aber erwarten dürfen wir das nicht. Außer wir wollen dafür bezahlen, oder wir haben abonniert - aber hier ist alles umsonst, und darum gibt es keine Ansprüche, finde ich.
Jan muss ja auch sehen, wo er bleibt, er muss Geld verdienen, durch Schach und andere Projekte. Da passt es mit dem Bloggen nicht immer, und das sollten wir ihm zugestehen, na klar. Vielleicht hat er auch einfach keine Lust - so what? Freuen wir uns doch einfach darüber, was er hier bisher schon geschrieben hat. War doch toll - die ganzen alten Berichte und ebenso auch immer der Blick durch die Kommentare.

Wenn wir dringend was lesen möchten über Schach, können wir ja noch woanders suchen gehen, bei die-schachklapse.blogspot.com (auch aus Hamburg!), bei schach-welt.de, oder beim Schachbund. Es gibt doch auch viele internationale Seiten mit tollen Artikeln, oder Schachzeitungen.

Ich freue mich natürlich, wenn hier wieder etwas Neues eingestellt wird. Jan wird auch schon wieder was schreiben, bin ich sicher. Aber - alles zu seiner Zeit.

HSV-Oli

Peter_Silie
04.01.2012 18:29

@Tiger-Oli

Recht haste!
Aber wundern darf man sich schon, warum Jan nicht mehr schreibt. Das gehört ja doch dazu, wenn man jemanden / seinen Blog interessant (und was weiß ich noch ...) findet.

BVB_Olli
04.01.2012 21:09

Seit wann können HSV-Fans den BVB nicht ausstehen ;-)

Noch mal zur Klarstellung:
Wie ich schrieb, stößt mir nicht sauer auf, dass es wenige Posts gibt, allein die Art des langsamen "Ausschleichens" habe ich kritisiert.
Natürlich gibt es weder einen Anspruch unsererseits, noch eine Verpflichtung des Bloggers!

Ein kleiner, nicht mal 5 Minuten Arbeit umfassender Post hätte jedoch, wie oben bereits ausgeführt, das Gefühl vermieden, missachtet zu werden.

Wenn ich mich von einer Feier entferne, verabschiede ich mich. Wenn ich keine Zeit mehr zum Spielen in der Mannschaft habe, melde ich mich ab.

Weder gehe ich einfach, noch erscheine ich unangekündigt nicht.

Man könnte es auch unter die Rubrik "Etikette" fallen lassen.

Aber dies ist eine rein subjektive Wahrnehmung, zu welcher es wohl mehr als die Meinige gibt.



hanjie
04.01.2012 21:39

Olli: Du gehst davon aus, dass Jan keine Lust mehr zu bloggen hat? Ich kann dazu nur sagen: Hoffe nicht! Wäre schade drum.

Positiv denken heißt immer noch "keine Zeit" als Grund zu haben. Fünf Minuten mögen für einen erfahrenen Blogger pro Posting hinkommen, aber das ist Jan ja nicht ;)
Da wird's schon etwas mehr Zeit+Energie kosten.

Hmm, ob's hilft wenn wir gegenüber dem "Endspiel-dislike"-Blogger nicht mehr so viel die Endspielleistungen anderer Topleute erwähnen? *lach*

Ach, ich mache es einfach trotzdem: Giris zweites grandioses Endspiel heute. Wenn der so weitermacht, ist er bald in Karjakins Sphären - und wo der steht, wird ja inzwischen jeder wissen. :)

Thomas Oliver
05.01.2012 10:21

Auf anderen (deutsch- und englischsprachigen) Schachsites gab es auch "Kurzberichte" zum Thema Frohe Weihnachten und Frohes Neues Jahr. Unabhängig davon ob das unter Etikette bzw. Netiquette fällt hätte es auch hier (jeweils) nur fünf Minuten gedauert - und wäre ein Lebenszeichen gewesen und ein Hinweis dass vielleicht später noch was kommt vom Blogmaster. So gehe ich davon aus dass der Blog von Jans Seite eingeschlafen ist oder zumindest Winterschlaf hält. Gleiches gilt, nun wohl definitiv, für den Klassiker Dailydirt von Mig Greengard - in beiden Fällen schade.

Wenn es keine gegenteiligen Hinweise gäbe (öffentlich die Anmeldung für Gibraltar) könnte man sogar vermuten dass Jan Gustafsson komplett tot bzw. schachtot ist ... auch das wäre, wiederum ein beiden Fällen, bedauerlich.

chessdaniel
05.01.2012 12:56

Hey Jan,

schreib mal was, z.B. Hallo und Guten Morgen. Reicht schon. Oder machst Du Dir Sorgen, weil wir alle solche Schachblogjunkies geworden sind.

Herzliche Grüße

Daniel

Gustafssonhörstdumich
06.01.2012 22:47

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Keine Weihnachtsgrüße, Neujahrsgrüße noch sonstige Lebenszeichen...Schuld daran kann nur eine Frau sein:)

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