Jans Kolumne

Erfolgreicher Auftakt für den Meister

4.5-1.5! Da kann man nicht meckern, mein Debüt beim SK Jenbach verlief wie der gesamte Wettkampf etwas wacklig, aber erfolgreich.

In Österreich wird seit Jahr und Tag an sechs Brettern gespielt. Relativ neu ist, dass es keinerlei Vorgaben mehr gibt, wieviele Österreicher pro Wettkampf eingesetzt werden müssen. Als ich anfing, in der Liga zu spielen, waren es mindestens drei pro Mannschaft, eine flüchtige Zählung bei der heutigen ersten Runde ergab 23/72, die Einheimischenquote ist also deutlich gesunken.

Für uns ging es zum Auftakt gleich gegen meinen alten Verein, den SK Hohenems. Ein komisches Gefühl, habe ich in Hohehems unter Käptn Reinhard Kuntner doch viele gute Jahre erlebt, mit dem Höhepunkt des Meistertitels 2005. Aber was soll man machen, tuff times!

Unser Wettkampf begann außerplanmäßig eine Stunde später, einige Hohenemser hatten Reiseschwierigkeiten. Kenn ich! Mir ist vor Jahren einmal das Gleiche auf dem Weg nach Graz passiert, auch damals setzte Hauptschiedsrichter Werner Stubenvoll meine Uhr kulant erst eine Stunde später in Gang. Mir wars auch diesmal recht, gab es mir doch extra Zeit zum Vorbereiten. Die Paarungen werden in Österreich nicht vorher veröffentlicht, so dass ich bis 15:30 im Dunklen tappte.

 

 

Unser Wettkampf um 16:05
Um 17:00 gings dann aber los. Vorne an Brett 1 Andrei Volokitin, keine Ahnung wo Brett 2 sich wieder rumtreibt.

Nachdem ich letztes Wochenende gegen Falko Bindrich antreten musste, ging es heute gegen Sebastian Bogner, ein weiterer Vertreter der jungen deutschen GM-Riege, die aus der Jugendolympiamannschaft hervorgegangen sind und in Khanty-Mansiysk für Deutschland am Start waren. Mit den Jungs habe ich übrigens keinerlei Problem, warum auch? Diesmal hatte ich das bessere Ende für mich, Bogner verlor in Zeitnot die Übersicht:

Der Wettkampf hätte durchaus anders ausgehen können, zwischenzeitlich sah es eher nach einem 3-3 als nach einem 4.5 aus. Mein alter Freund David Baramidze etwa hatte sich an Brett gegen Zoltan Gyimesi eine Gewinnstellung erarbeitet. Jaja, David wird behaupten, er sei erst 22, was aber kaum sein kann, ich kenne ihn schon seit mindestens 25 Jahren.

 

Baramidze und Gyimesi bei einer antiquierten Tätigkeit, der Analyse mit dem Gegner.

Am Ende konnte Zoltan eine Festung errichten.

Geht hier wirklich schon nichts mehr?

Topfavorit auf den Titel ist der SK Advisory Invest Baden, die heute jedoch trotz 2645 an Brett 6 und verwirrender Mützen nicht über ein 3-3 gegen Wulkaprodersdorf hinauskamen.

Am Samstag um 14:00 geht es weiter, wir bekommen es mit Lackenbach zu tun, die heute einen 5.5-0.5 Kantersieg landen konnten. 

Alle Ergebnisse etc. gibt es auf chess-results.

Wie immer werden alle Partien live übertragen.

5 Kommentare
Riku
20.11.2010 11:46

Interessante Partie von dir. Kannst du auch die Partie von David analysieren?

Ritschi
20.11.2010 12:07

13.Tad1
"die ewige Frage, welcher Turm..."
darüber braucht man garnicht nachdenken,
man nimmt sowieso den falschen

Schach-Bundy
20.11.2010 14:28

In der Eröffnung einfach irgendwas spielen, dann seine Zeit verplempern und auf billige Tricks gehen. Diesen Ansatz einen GM zu schlagen hätte ich ohne Deine Hilfe so schnell nicht gefunden. Werde demnächst berichten, ob es geklappt hat.

wurschtler
22.11.2010 15:50

Also Jan, es ist Montag, 16 Uhr - und wir warten schon seit ( tagen ) auf einen neuen Eintrag :-)
Können ja nicht zur Arbeit gehen, bevor wir wieder was von Dir lesen *lol*

Gerhard
22.11.2010 18:16

Schade, daß die Partie durch Zeitnot entwertet wurde (...Dh4).
Für mich schön und überraschend der Zug Lf4x. Der lag für mich zunächst nicht nahe.

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