Jans Kolumne

Endspielserie

Gleich gehts los nach Travemünde, wenn alles nach Plan läuft bzw. rutscht, sitze ich in fünf Stunden am Brett. Daran, dass ich jetzt etwas schreibe, lässt sich ablesen, dass ich den guten Rat des guten Bracker, meinen Schlafrythmus über die Feiertage auf die bevorstehenden Doppelrunden einzustellen, noch nicht völlig in die Tat umsetzen konnte.

Wenigstens habe ich die Zeit sinnvoll genutzt:

Gestern Nacht das Heimdebakel der Lakers gegen die Miami Heat live verfolgt, heute"Boardwalk Empire" geguckt, eine neue HBO-Serie. Es geht um Atlantic City, den wohl versifftesten Ort, an dem ich jemals war.Um es mit Barney Stinsons Worten zu sagen :

"Hello AC, old friend. Always in decline, never hitting rock bottom".

Dass das Glücksspielnest in  New Jersey auch bessere Zeiten gesehen hat, deutet die Serie an. Sie spielt zu Beginn der 1920er, der Zeit der Prohibition. Es geht um Gangster, Alkoholschmuggel, Verrat und alles was das Herz sonst so begehrt. Von Al Capone über Meyer Lansky  zu Arnold Rothstein sind alle wichtigen Mobster der Zeit mit von der Partie, der Star der Show ist aber der von Steve Buscemi grandios verkörperte "Nucky" Thompson, basierend auf Nucky Johnson, dem damaligen Kingpin von AC.

Ich vermute, man kann es rauslesen, ich mag Mafiageschichten. Al Capones Biographie hab ich verschlungen, Der Pate eins und zwei kann ich mitsprechen. Vielleicht ist es der tief sitzende Wunsch, etwas Sinnvolles mit meinem Leben anzufangen?

Die Serie ist jedenfalls brillant und bestärkt mich mal wieder in meiner These, dass das Kino in Sachen Ideen, Charakterentwicklung, Schauspielleistungen etc. nicht mehr mit der neuen Generation TV-Shows mithalten kann. Auch das Budget ist mittlerweile kein Hindernis mehr, allein Folge eins von Boardwalk Empire kostete 20 Millionen Dollar. Und an der beeindruckenden Kulisse kann man auch sehen, wo das Geld hingegangen ist. Regie führt Martin Scorsese! Liebes deutsches Fernsehen, auf Dauer wird Marienhof, Verbotene Liebe und GZSZ dagegen nicht ausreichen...

Hier meine Liste, was mir 2010 noch so gefallen hat in der Serienwelt:

1. Breaking Bad. Auch Staffel drei um den Chemielehrer turned Drogendealer hält das überragende Niveau. Kaum zu glauben, dass der von Bryan Cranston gespielt wird, dem trotteligen Vater von Malcolm mittendrin.

2. Sons of Anarchy. Die Saga um eine Motorradgang, angeführt von Ron Perlman, ist der legitime Nachfolger von "The Shield", einer meiner Favoriten über all die Jahre.

3. The Inbetweeners. Zwischendurch mal leichtere Kost. Jeder, der mal 16-18 war, wird sich hier wiederfinden, zum totlachen!

4. The Big Bang Theory. Gotta love Sheldon.

5. Sherlock. Ok, nur drei Folgen bisher, aber wer die erste verpasst hat, ist selbst schuld.

6.True Blood. Hat etwas abgebaut, ist aber immer noch gut.

Hmm, das wars schon. Dexter und House sind für mich irgendwie ausgelutscht, auch bei Lost hab ich nicht bis Ende durchgehalten. Viel Gutes höre ich von Chuck, The Walking Dead und Luther, hab aber noch nichts davon gesehen. Grundsätzlich war es ein schwächeres Serienjahr als die Jahre davor, wenig neue Sachen und die guten alten liegen in den letzten Zügen.

Überleg grad, wie meine Kino-Rangliste aussieht, aber außer "The Social Network" hab ich eigentlich nichts gesehen, was mir sonderlich in Erinnerung geblieben ist. Inception war ja nun echt mal Quatsch.

So, Zeit zu packen, wenn ich den heutigen Tag überlebe, gibts vielleicht auch bald mal wieder Schachinhalte.

Oh, ich vergaß, hab sogar was über Schach! User "Lasker" kann nicht von dem Kramnik - Carlsen Endspiel lassen und präsentiert hiermit seine endgültige(?) Analyse zu dem Endspiel. Karsten Müller, hoffentlich bist Du auf den irreführenden Titel reingefallen und liest dies! Ich brauche einen endgültigen Richtspruch, damit der gute Mann wieder ruhig schlafen kann. Gewinnt Weiß jetzt oder nicht?

51 Kommentare
Lasker
27.12.2010 12:03

Ja, die endgültige Wahrheit über das Endspiel würde mich auch interessieren. Die akuelle Analyse beinhaltet noch die letzten im Forum diskutierten Varianten und etwas mehr Textpassage, damit alles besser nachvollziehbar ist.
Es ist ein komplexes, schwieriges und interessantes Endspiel.

Ich bleibe bei meiner von Anfang geäußerten Meinung: Weiß gewinnt auch noch nach 69. Kg3 ? Ke3
Zuerst war es "nur" Gefühl, im Forum habe ich nach Diskussion gesucht - dann war es Analyse. Ich denke, ich bin dicht dran an "der Wahrheit".

Es begab sich aber folgendes:
Ich habe kurzfristig noch meine Weihnachtswünsche geändert (Hiarcs 14 mußte es sein!), habe mir einen zweiten 12-core Rechner besorgt, diese beiden gegen den Widerstand der Familie noch am Heiligabend vernetzt und bis gestern abend rechnen lassen...

Norman
27.12.2010 13:33

Hallo Lasker,

Frage zur Variante 1... Ke3 2. g5 hxg5 usw. Deine Hauptvariante bis 13.Le6 und nun ist nach 13... Kh3 (statt Kh4) eine Stellung beiderseitigen Zugzwanges entstanden. Womöglich kann Weiß diesen nicht auf Schwarz abwälzen: 14.Kg6+ Kh4 15.Lc4 Kg4 16.Lb3 Kf4 17.Le6 Ke5 18.Kf7 g6= Auf 14.g6 Kh4 steht Weiß der Läufer im Weg und bei 17.Kh5 scheint Weiß nichts erreicht zu haben. Welche Reserven hat Weiß noch?

Übrigens, ich dachte die Sechs(Sieben?)-Steiner wären ausanalysiert. Hat denn jemand die entsprechenden Tablebases oder täusche ich mich?

NightMan
27.12.2010 15:19

Richtig , Norman .
Für alle 6-Steiner gibt es vollständige Stellungsdatenbanken , zum Beispiel die Nalimov Tablebases unter http://chessok.com/?page_id=361 .
Von den 7-Steinern sind meines Wissens nach nur einige spezielle total aus"analysiert" .
ABER sind solche Analysen OHNE Endspiel-Datenbank nicht auf alle Fälle lehrreicher ?

Lasker
27.12.2010 15:20

Hallo Norman,
meinst Du die Variante 6...hxg5 mit 17.Le6 ?
Sonst bitte nochmal die genaue Zugreihenfolge durchgeben.

Weiß gewinnt mit diesem Zugzwangmotiv, sobald der König das Feld h4 betritt, richtig.
Wenn stattdessen ...Kh3 folgt, funktioniert dieses Motiv nicht.

Weiß hat aber noch eine zweite Gewinnidee: g5-g6 mit Königslauf nach f7, dafür muß der Läufer aus dem Weg. Also zieht der Läufer auf der Diagonale weg, z.B. Lb3. Damit droht Weiß g5-g6 mit sofortigem Gewinn, Schwarz muß also den Kontakt zum h-Bauern herstellen mit ...Kh4.
An dieser Stelle bekommt Weiß noch einmal eine Gelegenheit zu patzen, wie vor Dir richtig angegeben, beginnend mit Kg6 ? Nach ... Kg4 droht anschließend Kf4 und dann folgt auf den Versuch des Zugzwangmotivs Le6 Ke5 ! und Weiß kann nicht gewinnen, denn auf Kf7 folgt ..g6! mit Remis.
Stattdessen zieht Weiß aber den Läufer noch einmal auf der Diagonalen (nach ...Kh4, z.B. La2) und Schwarz muß weiter den Kontakt halten mit ...Kh5. Jetzt haben wir nach Le6 wieder die Zugzwangstellung auf dem Brett.

In Varianten:
17.Le6 Kh3 18.Lb3 Kh4 19.La2 Kh5 20.Le6 Kh4 21.Kg6 1:0 bzw. 20. ...g6+ 21. Kf6 1:0

Jedoch nicht: 18.Kg6+? Kh4 19.Lb3? Kg4 und Remis z.B. 20.La2 Kf4 21.Le6 Ke5! 22.Kf7 g6! Remis.

König und Läufer stehen sich in Bezug auf die Gewinnideen hier tatsächlich im Weg und Weiß muß sorgfältig manövrieren.
Jetzt wirst Du sicher fragen: "Ja, warum dann erst dieses Hin-und-Her-Gespiele, warum nicht gleich 16.Lb3 ?"
Und ich gebe Dir völlig Recht. So gewinnt Weiß am schnellsten: 16.Lb3 Kh5 (16...Kh3/g3 17.g6) 17.Le6 Kh4 18.Kg6 1:0

Lasker
27.12.2010 15:25

Zu den 6/7-Steinern:
Die Könige werden doch mitgezählt. Die Grundstellung des Endspiels ist also ein 8-Steiner!
Oder lieg ich da falsch?

sirschratz
27.12.2010 16:53

also bei chessvibes macht der chef den deckel drauf - erklärt so die 2 oder 3 wichtigsten ideen und zeigt kurz und knapp, dass das gewonnen ist.
mein lieblingssatz in dieser videoaufzeichnung ist: "vladi actually managed to get his king trapped here" (brettrand) - wahrscheinlich kann man nur auf englisch so stilvoll gemein sein :-)

Norman
27.12.2010 18:46

@ Lasker
Danke für die Variante, meine Nummerierung begann etwas später :) 6... hxg5 verliert also wie gezeigt - mir war beim Nachspielen nur der nachgiebige Zug Kg3-h4 aufgefallen.
@MightMan
Manchmal ist es gut zu wissen wo die Analyse hinführen sollte ;) - zumindest nach 6... hxg5 gibts ja bald nur noch 6 Steine

Lasker
27.12.2010 19:24

Hallo Norman,
ja, in der Stellung wimmelts tatsächlich vor Resourcen.

Jan hat übrigens "standesgemäß" die 1. Runde hinter sich gebracht, trotz "jetlag" aufgrund der weiten Anreise und der damit verbundenen "Zeitumstellung"...

Jan
27.12.2010 23:15

Yo, 2/2, alles im Soll. Nur noch kein Internet, um hier mit meinen Glanzsiegen gegen 500 Punkte schwaechere Gegner zu prahlen. Morgen versuch ich, WLAN aufzutreiben, jetzt versuchich ersma zu schlafen. Um 09.00 gehts weiter, gegen meinen Angstgegner aus Kindertagen, Joerg Lampe

Peter B.
28.12.2010 10:17

Die Angst scheint eher auf des Gegners Seite zu herrschen. Gerade hat er dir einen Bauern überlassen...

brazil
28.12.2010 12:08

Da ich es letztlich dir zu verdanken habe, dass ich mir „Lost“ zu Gemüte geführt habe: Schau es ruhig zu Ende an, die vorletzte Staffel ist zwar ein echter Durchhänger, aber die letzte führt zu einem netten und versöhnlichen Abschluss (auch wenn natürlich nicht alles erklärt wird bzw. werden kann).

„The walking dead“ ist ein Muss...

Fast vom Stuhl gefallen wäre ich, als ich die Bemerkung über “Inception” gelesen habe – das war für mich mit Abstand einer der besten Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe, ein echter Meilenstein. Übrigens auch für alle anderen, mit denen ich über den Film gesprochen habe – und die haben zum Teil einen drastisch anderen Filmgeschmack als ich...

BluRay-Highlights des Jahres: „Das Ding“ und „Alien Anthology“ – schon alleine wegen der fantastischen Bildqualität

Lars
29.12.2010 01:34

Jan.. Do you have swedish historical roots ?
You have a beautiful swedish name. Thanks for your nice CBFT videos!

Peter B.
29.12.2010 09:09

Nachdem sich gestern Jan´s Gegner heftigst gewehrt und ein Remis erzielt hat, gilt es jetzt gegen GM Voloshin wieder zuzulegen..

Peter B.
29.12.2010 14:13

Und 1:0. Sah ganz einfach aus, auch wenn die Kontrahenten extrem viel Zeit für die ersten Züge brauchten...

lvapatzer
29.12.2010 14:23

sauber.toi,toi,toi für die letzten spiele.

Johannes K.
29.12.2010 14:37

Hallo, hab die Partie gegen GM Voloshin gerade verfolgt. Glückwunsch! Gibt es einen Grund 60.b6-b7 nicht zu spielen? Hab keine Engine zur Hand, aber ich sehe keine Verteidigung gegen den Einschlag Sxf7 im nächsten Zug solange der schwarze König auf der 8. Reihe bleibt. Bleibt also nur etwas wie 60...Tb5+ 61.Kf4 wonach f7-f6 wegen Sh7+ nicht geht und auf Kg7 kommt Se6+ nebst Se8. Danach sehe ich keine Möglichkeit für Schwarz den b-Bauern aufzuhalten. Nicht mal den Läufer kann Schwarz für den Bauern opfern. Übersehe ich was, oder spielt das alles keine Rolle, weil die Stellung sowieso easy gewonnen ist?

Schulze Paul
29.12.2010 17:42

Ich hätte mir den folgenden Kommentar
gern verkniffen, aber:

Bei dem Anspruch Schachprofi zu sein,
muß aber ein Gegner wie in Travemünde
Runde 4 weggeputzt werden.
Der lag ja nur auf dem Bauch und nutzte dann
eine plötzliche Remischance.
Vor allem wenn man dann in Runde 5 sieht,
wie der "sich so tapfer wehrende" nach 18
Zügen jämmerlichst eingeht (Partie Mainka-Stockmann,
Skandinavisch mit 3...Dd6).

Sorry, daß musste mal raus.

Marcus
29.12.2010 18:17

Also ich kenne keinen Schachspieler der nicht frei von Fehlern ist und immer perfekt spielt! Das hat doch überhaupt nichts mit dem Anspruch Schachprofi sein zu wollen zu tun. So ein Lapsus wie Kf6 passiert nunmal. Auch die ganz Grossen haben schon öfter ins Clo gegriffen! Das macht doch Schach auch interessant. Daher kann ich die Kritik von Schulzes Paul nicht nachvollziehen. Im überigen stelle ich es mir nicht einfach vor als"Favorit" auch immer gewinnen zu müssen, das ist sicher ein imenser Druck! Also lass die Kirche im Dorf, Jan Gustafsson ist ein wahrer Schachprofi!!

Marcus
29.12.2010 18:42

gerade hab ichs nochmal mit Rybka4 gescheckt und nicht schlecht gestaunt dass Kf6 so schlecht nicht war, bzw. die anderen Züge auch nicht besser sind. Nach Td6 sah Kf6 allerdings auf den ersten Blick unglücklich aus weil nun Sd5+in der Luft liegt.
Ok , sicher nicht die beste Partie ändert aber nichts an meiner Geamteinschätzung!!

Johannes K.
29.12.2010 18:49

@Marcus: Ist Kf6 wirklich der Fehler? Ohne Engine scheint mir eher 38...Th8 falsch. Was passiert eigentlich nach dem einfachen 38...Sc4!?. Es sieht mir auch eher so aus, also ob schon früher etwas nicht wie geplant verlief. 23...Tc3? sieht komisch aus, wenn Weiss sowieso den Springer nach e3 bringen muss. Statt dessen vielleicht Tc4!?

Lasker
29.12.2010 20:30

Tolles Kampfschach. Den talentierten Jüngling im Endspiel niedergerungen. Tolles Opfer.

Hätte ich beinahe geschrieben ...

Verständlich, daß man den letzten gegnerischen Bauern noch rauskegeln will (Kf4), weil man dann ja Remis hat. Und dann hat man´s auch...

Schade, schade ...

(Für den kleinen Rasmus natürlich toll)

Peter B.
29.12.2010 20:32

Dem Rasmus Svane gelingt in diesem Turnier einfach alles. Jetzt auch noch ein Remis gegen unseren Blogger. Das Endspiel ist wieder was zum Analysieren: Lasker: Übernehmen Sie!

micha
29.12.2010 20:39

Ein Super-Krimi, das wollen die Leute sehen. Schade das der Mut am Ende nicht belohnt wurde.

micha
29.12.2010 21:13

So abgehakt, morgen die Eins gegen Sumets!!

hanjie
29.12.2010 21:16

Ich dachte mir auch: "Moment mal, wenn jetzt ... Sxe3 kommt, dann ist das doch bestimmt gewonnen ...?"

Mangels Engine werde ich mich wohl auf einen freien Abend oder Lasker verlassen müssen. Gibt einfach so verdammt viele Möglichkeiten nach dem Opfer, einfach ist das Endspiel definitiv nicht ...

Dennoch, selbst wenn es tatsächlich gewonnen war: Toll verteidigt von Rasmus.

Trollpfleger
29.12.2010 21:30

@ Marcus:
Don´t feed the troll!

vgl.
http://www.schach-welt.de/blog/blog/eroffnungen-sind-schon-machen-aber-viel-arbeit

chSchlesinger
29.12.2010 22:00

Nach einem 14. Platz 2006 haben diese elenden Damenbauernspiele mir das Travemünder Open verleidet. Null Bock, fünf Stunden gegen DWZ 1800 am Brett zu hocken. Dass aber selbst ein Großmeister sich ohne "Eröffnungsbuch" derart schwertut, erschüttert mich dann doch. Wie jemand wohl dreinschaut, der zwei Jahrzehnte den Marshallangriff analysiert hat - und dann spielen alle Königsgambit.

micha
29.12.2010 22:18

@chSchlesinger
Wo hast Du denn ein Damenbauernspiel gesehen??

chSchlesinger
30.12.2010 00:28

Damenbauernspiel oder nicht, für Züge wie 6. c3 nehme ich mir weder fünf Tage Urlaub noch fünf Stunden Freizeit, sondern höchstens fünf Minuten Langeweile auf Schach.de. Wobei jeder unter Spaß eben etwas anderes versteht.

Dont Like Him
30.12.2010 10:20

Well done Rasmus! Mister Psychoarrogant ich will in meinem Leben was erreichen, kann mich aber nicht motivieren, rede mir aber alles schön und bau ne hübsche Wesite um mein Looser Image zu polieren hast Du ein tolles Remis abgekämpft. Ob Fehler oder nicht. 2650 muß gerade dann in solchen Situationen die Routine und Erfahrung einbringen und umsetzen. Macht nicht ein 13 jähriges Kind oder ein Amateur Open dafür verantwortlich! Guten Rutsch!

Lasker
30.12.2010 10:24

Moin.
Ich war gestern offline, außerdem wollte ich jetzt auch nicht jedes Endspiel durchanalysieren.
Jan wird sich das bestimmt mit Rasmus angeschaut haben und hier davon berichten.
Darüberhniaus bin ich auch zu doof, Partiedaten von der Trave-Homepage runterzuladen, es gibt eine swf und die ist - bei mir - dann leer ...

Nach Erinnerung: Gestern abend hatte ich schon geschrieben, der Fehler Kf4 wandelt die Parite direkt ins Remis, da dann die Taktik in den Vordergrund rückt und über die Springergabel der wichtige d-Bauern verloren geht - danach war nix mehr drin. Statt Kf4 muß man die eigenen Bauern aktivieren, indem man sie durch den Springer protegiert. Der weiße g-Bauern "nervt" zwar, ist aber erst einmal nicht gefährlich.
Am bestern ist daher wahrscheinlich Sc6 (alt Sc4), um das Feld d4 unter Kontrolle zu behalten, außerdem engt es den Sf5 ein.

Schwarz kontrolliert voll die Stellung! Man müßte sie mal durchanalysieren, ich denke, sie ist gewonnen.
Schwarz droht Moblimachung beider Bauernpaare und die weißen Springer haben erstmal keine Angriffsoptionen, der g-Bauer kommt nicht in die Pötte.

Man darf natürlich nicht vergessen, daß Jan nur noch wenige Minuten auf der Uhr hatte - für die ganze Parte! Da entscheidet man schon mal schnell, pragmatisch (exit last white pawn) und ... schlecht ...

Vorher hat Jan das aber toll gespielt (auch wenn Rasmus ein bißchen mitgehoflen hat) sehr schön die Springer aktiviert und dann mutig einen Springer für 2 verbundene Freibauern eingetauscht.

Drücken wir unserem sympathischen Helden die Daumen, daß er heute was reisst ... ! :-)

Gausdal
30.12.2010 11:28

Sumets tauscht gerade alles ab und kneift die Backen zusammen - ich hoffe, Jan kann da noch was reissen.

hanjie
30.12.2010 11:37

Offen gesagt wundert mich das ein wenig, dass Sumets alles abtauscht - das spielt Jan doch in die Hände ... ok, vielleicht hat Sumets diesen Artikel hier gelesen und denkt sich "Endspiele kanner nich". ;)

Und zum Troll DontLikeHim: 2650 Elo klingt nun nicht so, als hätte da wer "im Leben nix erreicht" ... :)

Gausdal
30.12.2010 11:55

Ich kann auch nicht nachvollziehen, dass Jan ein Looser-Image haben soll. Er ist der beste deutschstämmige Schachspieler, ein gefragter Trainer und Sekundant und hat eine wunderbare Website.

Peter B.
30.12.2010 12:20

Ist dieser Micro-Vorteil von Jan überhaupt zu verwerten? Klar hat Schwarz den schwachen Isolani auf d5, aber der kann zuverlässig verteidigt werden. Hat jemand einen Vorschlag welchen Plan man in einer solchen Stellung überhaupt verfolgen kann?

lvapatzer
30.12.2010 12:27

lasker-übernehmen sie!

Peter B.
30.12.2010 12:41

Nun wirds sehr prinzipiell. Sumets bietet den Springer zum Tausch an und Jan könnte danach ungestört mit dem König auf d4 verweilen. Houdini 1.5 gibt Weiß +0.23

boizenburg
30.12.2010 13:17

Das Endspiel gegen den 13-jährigen war zu gewinnen, oder?

Lasker
30.12.2010 13:52

Hi, bin erst jetzt wieder online.

Das Endspiel ist nur akademisch besser für Weiß gewesen, so etwas kann man nicht gewinnen. Etwas bessere Aussichten hat man, wenn man gegen den schlechten Läufer mit dem Springer agieren kann.
Aber auch da ist es schwer etwas zu reissen, man braucht die Möglichkeit zu einem 2. Schauplatz.
Flohr hat Capablanca mal geknetet in so einem Endspiel, letztlich aber auch nur ein Remis erreicht.

Die ganze Spielweise von Jan war nicht energisch genug, deutet einfach darauf hin, daß er nach der langen und schlußendlich dann enttäuschenden Partie gestern kraft- und ideenlos war heute.

Schade.

Lasker
30.12.2010 13:55

Wen´s interessiert:

http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1044855

von Bardeleben
30.12.2010 15:12

Um nochmal auf das Thema "Inception" zurückzukommen: Ich fand den Film nach dem ganzen Hype auch ziemlich enttäuschend...

@chSchlesinger: Ich finde es völlig legitim, wenn schwächere Spieler mit Weiß "mauern". Es ist ja nicht so, als ob es mit Schwarz keine Möglichkeit gäbe, aggressiv darauf zu antworten. Und wenn man als Schwarzer schon weiß, dass diese Eröffnung auf einen zukommt, kann man sich ja dementprechend vorbereiten.

Im Übrigen glaube ich nicht, dass Jan irgendwem noch seine Professionalität unter Beweis stellen muss und die entsprechenden negativen Kommentare finde ich ziemlich albern.


brazil
30.12.2010 16:14

Zunächst hätte man asymmetrische Figurenverteilung benötigt, um ernsthaft auf Gewinn spielen zu können, also L gegen S – aber leichter gesagt als getan.

Ich hatte (noch mit dem schw S auf f6) mal an Lf5 gedacht, um nach Läufertausch evtl. das nette Feld f5 für den Springer zu bekommen.

chSchlesinger
30.12.2010 17:18

5,5/7!!! 2006 hätten wir uns das Preisgeld brüderlich geteilt. `n Fuffi damals für jeden.
@von Bardeleben: So legitim es auch sein mag, einen auf Berliner Mauer zu machen, ich finde es albern, wegen 50 Euro sich und anderen Freizeitspielern den Spaß am Schach zu verderben.
Wenn Profis mit allen Mitteln um ihr wirtschaftliches Auskommen kämpfen, ist das okay. Zum Hobby sollte man es sich aber nicht machen, Figurenpaar um Figurenpaar zu tauschen, damit das Gegenüber immer verzweifelter wird, die Partie wenigstens so spannend zu gestalten, das sie nicht an das triste Erwerbsleben der Profis erinnert: Ich will spielen, nicht arbeiten.

Fan von Paul Schulze
30.12.2010 22:24

Warum muss Paul gleich als Troll bezeichnet werden, nur weil er eine kritische Meinung sehr offen kommuniziert.

Seine Leistung in Travemünde wird Gusti selbst (kritisch) hier noch kommentieren. Er hat sicher seine Partien ausgekämpft, aber wäre nicht etwas Risiko (in der heutigen Schlusspartie) möglich gewesen.

Zumindest unterscheidet sich sein Kampfgeist, von manchen IM Open-Touristen (siehe aktuell wieder in Böblingen). Man lässt sich vom Veranstalter Hotel und Spesen bezahlen (auf Kosten der Teilnehmer = Startgeld!) und glänzt nur an der Hotelbar oder anderen Anhehmlichkeiten des Hotels.,

Warum hat kein Veranstalter den Mut - keine Sonderkonditionen für Titelträger (bezahlter Urlaub), dafür ein höheres Preisgeld.

Bzgl. Kampfgeist: Arkadi glänzt wieder im Norden!

hanjie
30.12.2010 23:54

Hmm, "Anspruch, in Runde 4 Amateure wegzuputzen" ... den kann man sicher haben, aber ist das nicht auch ein bisschen sehr arrogant?

Elo 2224 (Stockmann) klingt wenig, aber sooo schlecht spielen die Burschen nun auch nicht mehr. Die Gewinnerwartung sagt das auch recht klar aus, von 2650 aus sind's knapp 94%, das heißt, von 100 Partien gewinnt der GM 88 und remisiert 12. Das war dann halt mal eine der Remispartien. Shit happens. ;)

Kritikwürdiger finde ich da Sumets Vorgehen: In der vorletzten Runde mit Weiß remis schieben, um dann in der letzten alles auf Teufel komm raus abzutauschen und damit um ein Haar das Turnier zu gewinnen! Da sind mir GMs, die gegen 2200+ sich auch mal ein Remis abjagen lassen deutlich lieber. Ist menschlicher. :)

sealKierrill
31.12.2010 01:01

kopf hoch ;/

lvapatzer
31.12.2010 13:17

http://www.chessintranslation.com/2010/12/vladimir-kramnik-on-2010/
tipp

PositionalGuy
31.12.2010 15:30

Kommt mal wieder runter Jungs. Ad GM-Vergünstigungen: Was soll der Schmarrn, das ist doch eine Frage von Angebot und Nachfrage: Wem das System nicht gefällt, der soll einfach zu Hause bleiben, es wird doch niemand gezwungen, sich von den GMs vermöbeln zu lassen. Ad letzte Runde: Es ist doch bekannt, dass Slawisch schwer auszuhebeln ist. Außerdem ist sein Gegner mit über 26 ELO soo schlecht nun auch wieder nicht - ach ja, und zum Turniersieg hat es für den Genossen ja auch nicht gereicht...

Thomas Oliver
31.12.2010 17:06

Ich kann die Kritik an Sumets auch nicht ganz nachvollziehen. OK, das Kurzremis in der vorletzten Runde war nicht gerade prickelnd - aber so unüblich isses nicht dass sich zwei annähernd gleich starke GMs in der Phase des Turniers nicht weh tun wollen. Auch in der Schlussrunde haben BEIDE nicht viel riskiert, und beide haben fleissig Figuren getauscht. Für Sumets nachvollziehbar: er hatte Schwarz und ein Remis bedeutete den, wenn auch geteilten Turniersieg. Jan hätte die Partie vielleicht im Nachhinein lieber anders angelegt, aber
- wenn das Endspiel mit oder ohne Hilfe des Gegners irgendwie gewonnen wäre, hätten wir ihn dann gelobt? "Saubere Positionspartie, nichts überstürzt ...."
- wenn er nach einem spekulativen Figurenopfer verloren hätte wäre vermutlich Hohn und Spott die Folge.

Dass der Favorit im Schweizer System nicht automatisch gewinnt musste z.B. auch Naiditsch beim Neckar-Open erfahren ... .

Fan von Paul Schulze
31.12.2010 18:48

Arkadi gewinnt auch nicht automatisch jedes Open, er kann zumindest das Wort Kampfgeist buchstabieren. Und so prima wie der Weblog von Gusti ist, vergleicht einmal seine letzte Runde im Europacup, letzte Runde in Travemünde...Fällt euch etwas auf?

Aber im neuen Jahr wird alles besser. Gusti stürmt die 2700, Frau Phätz heiratet irgendeinen Russen und Bundes-Uwe macht IM Ilja - nicht zum Mann - sondern zum GM!

Kaschi
01.01.2011 21:44

@ Dont Like Him und den anderen Neidern

Ihr habt nich nur kein Leben,sondern auch kein Niveau.Ihr habt nichts besseres zu tun,als auf dieser Seite rumzustöbern und den Frust eures versagten Schacherfolges endlich mal loszulassen ;)
Ein kleiner Tipp: sucht euch Hobbys

Mein Kommentar