Jans Kolumne

Bericht aus Bonn

Wer hätte das gedacht? Gelfand eliminiert auch Grischuk und wird Anand Herausforderer!

Yay, deutsche Meiterschaft!

Habe mich bereits in meinem Zimmer im Ibis-Hotel eingerichtet, verirren werd ich mich hier drin nicht.

Morgen gehts los. Ist schon ein bisschen spät, aber ich mache mir keine Sorgen, bin in allen Belangen bestens vorbereitet:

Das Aufstehproblem wird von meiner neuen Wunderwaffe gelöst. Hab einen Wecker angeschafft, der, als Armbanduhr getarnt, meinen Schlafrytmus überwacht und rausfindet, wann ich nicht im Tiefschlaf bin. Dann weckt er mich im vorbestimmten Zeitfenster  in dem Moment, in dem ich eh schon halb wach bin, daraufhin bin ich dann tagsüber frisch wie ein Turnschuh. Klingt komisch, aber es funktioniert!

Habs todesmutig die letzten Tage getestet. Musste ja spätnachts NBA gucken, Dallas führt 3-1, Miami ebenso. Deutet alles darauf hin, dass Döörk im Finale gegen Lebron und co. seine nächste Chance auf den Ring bekommt. Für mich ist er so oder so der gößte aktive deutsche Sportler, no pun intended. Was der Typ kann, ist unglaublich. Hmm, gleich ist das entscheidende Spiel, aber neee, werd profimäßig ins Bett gehen. Will den Sleeptracker ja nicht gleich überstrapazieren.

Auch sonst steht meine Vorbereitung, Grischuks Sekundant hat mir entscheidende Tipps gegeben.

Seine Serienempfehlung lautet Game of Thrones.

 

Sieht so eposmäßig aus, Herr der Ringe in blutig. Noch nicht viel gesehen, aber es macht nen guten Eindruck.

Seine Zweitempfehlung Justified hab ich im Zug untersucht. Ja, habs geschafft, ne direkte Zugfahrt Hamburg-Bonn ohne weitere Zwischenfälle zu überstehen, yay me!

Justified sieht auch lustig aus, ist n Neuzeit-Western getarnt als Krimiserie. Ich war nie ein Fan von Hauptdarsteller Timothy Olyphant, ist ja auch mal n blöder Name. Den Deadwood-Hype hab ich nicht kapiert und auch in Stirb langsam 4.0 wirkte er nicht wie ne echte Bedrohung für Bruce Wills. Geben wir ihm noch ne Chance.

 

Justified

Für leichtere Kost sorgt Archer, unser heutiger Tagestipp. James Bond meets Stromberg, Cartoonstyle. Bin also für alle Turniersituationen gerüstet.

 

Archer haut so leicht nichts um.

Gelfand schlägt Grischuk!

So, genug über Serien gelabert.

Boris Gelfand hat die entscheidende 6.Partie gegen Alexander Grischuk gewonnen und wird Herausforderer von Vishy Anand! Wer hätte das gedacht, ich nicht.


Hab eher Grischuk die Daumen gedrückt, vor allem weil ich mit seinem Coach Svidler via Skype mitleiden konnte. Aber es hat nicht sollen sein, massive respec to Gelfand! 

Professor Boris, wie Leko ihn nennt, kehrte für die letzte Partie zu 1.d4 zurück. Vorher haben wir ja lange Zeit ein Thematurnier zu Damengambit und 1.Sf3 c5 gesehen, in dem die jeweils Weißen nun so gar nichts rausholen konnten.

Grischuk griff wie erwartet zu Grünfeld, das in Matches einfach nicht zu laufen scheint. Karpov-Kasparov, Kramnik-Kasparov, Topalov-Anand und nun dies. Bald sehen wir nur noch Damengambits..

Hab die entscheidende Partie angeguckt, die gespielte g3 d5 Variante war für mich stets ein Buch mit sieben Siegeln. Der Computer ist mit Schwarz immer happy, aber wenn Weiße die erste Welle übersteht, kann sein Zentrum einmal eine gewichtige Rolle spielen.

Gewundert hat mich , dass Grischuk nach 11.De2 zu Lg4 greift, der Hauptzug 11...Le6 stand zuletzt sehr gut da, ich dachte immer, h3 zu provozieren sollte Weiß helfen. Beim weiteren Geschehen blick ich echt nicht durch, vielleicht war Ta5-Th5 schon der falsche Plan, aber es sieht konsequent aus. Der entscheidende Fehler kam wohl hier, aber die Stellung ist eh schon alles andere als einfach:

Stellung nach 20.Df2

Compi sagt 20...Sd5 21. Sxd5 Tdxd5! ist ok, hmm. 20...Lxh4 ? 21.gxh4 Sd5 22.Sxd5 Thxd5 Tdxd5 scheitert nun an 23.e4!, d4 hängt nicht mehr 23. Lb2! die Qualle nehmen ist nicht klar, aber nun gab es gegen das weiße Läuferpaar und Zentrum kein Halten mehr, 1-0 (35)

Wie gesagt, blick echt nicht durch, aber es scheint eine saustarke Leistung von Gelfand gewesen zu sein, alles richtig einzuschätzen.

Besser kenne ich mich in der vorletzten Partie aus, die ich gestern gemeinsam mit Yasser Seirawan im ICC kommentiert hab.  Grischuk hat es doch noch geschafft, mit 8.Le2 statt des gängigen 8.Ld3 neues Leben ins Damengambit zu bringen.

Stellung nach 8. Le2!?

Gelfand wollte sich verständlicherweise nicht die Hausaufgaben des Gegners angucken und verzichtete auf das "normale" Sxf4, b6,c6, a5, Dc7, La6, wo der Läufer auf e2 besser für den Abtausch positioniert ist als auf d3, gibt ein paar Tricks auf der e-Linie. Er griff zu Sxf4, c6, und f6 !?, deutet e5 an, aber spielte dann passiv mit Tf7, Sf8 etc. 

Grischuk kam in Vorteil, Sa4 war vielleicht später nicht das Genaueste, aber die letzte Chance auf einen Weißsieg vergab er hier:

Stellung nach 21...Tf7

Nach 22.Lc2 hat er nach wie vor ein bisschen Druck, stattdessen kam das logische 22.Lg4?! Gelfand nutzt sofort die Chance, sich zu befreien: 22...e5! 23.Lxd7 exf4! und plötzlich muss Weiß das genaue 24.Le8! finden, um überhaupt noch Ausgleich zu haben. Remis (39)

Yoa, damit enden also die Kandidatenmatches. Viele Remisen, ich fands trotzdem spannend, für Eröffnungsfetischisten war viel dabei.

Gute Nacht!

188 Kommentare
Phero
26.05.2011 07:41

Viel Erfolg bei der Deutschen! Aber denkt dran... hier musst du Partien gewinnen^^

Gerhard
26.05.2011 09:19

Mir gefällt die Spielerpersönlichkeit Gelfand. Er könnte auch als Wissenschaftler durchgehen oder als Theaterregisseur oder Künstler.
Im Gegensatz zu Kramnik, dem an sich größeren Spieler, kann er sowohl feine Endspiele als auch taktische Scharmützel eingehen. Und er scheint wirklich hart zu arbeiten, ohne Wenn und Aber.

robl
26.05.2011 10:03

Kommentar zu den Weißremisen von Grischuk wäre noch interessant, gibt´s irgendeine Erklärung? dass ich keinen greifbaren Vorteil aus der Eröffnung rausgeholt habe ist doch keine Begründung Remis zu machen, oder wie siehst du (ihr) das?
War zu Beginn für Grischuk, aber nachdem er (aus der Entfernung der InternetFan-Sicht) gespielt hat wie ein Hühnchen bin ich froh dass Gelfand gewonnen hat.

Erik
26.05.2011 10:33

Hallo Jan,

angeregt durch einige d(t)trollige Kommentare hier aus den letzten Tagen arbeite ich gerade nebenbei an einer kleineren Sache, nämlich der Widerlegung des klassischen Damengambits auf der Basis (extrem) früher Randbauernzüge. Muss nur noch kurz ein paar Schlüsselvarianten mit dem Rechner gegenchecken. Falls ich bis zum Wochenende fertig werde, melde ich mich als Skype-Sekundant. Kein Ding und keine Ursache! Viel Erfolg in Bonn!


Suisuique
26.05.2011 10:54

Denke, dass Gelfand für Anand matchpsychologisch der härtere Brocken ist.
Die Kandiadtenmatches waren insegesamt ein lebendes Mahnmal für die Sofia-Regel.

Manchmal kann man schon froh sein, dass man "nur" Hobbyspieler in den unteren Spielklassen ist, da ist - zumindest bei mir - eröffnungsmäßig alles vertreten und man erfreut sich des Spielens an sich.

Zu "Game of Thrones":
Ich lese grade die Buchvorlage dazu, ist ja ein schon ein Fantasy-Klassiker von George R.R. Martin. Auf jeden Fall empfehlenswert.

Geck0tierchen
26.05.2011 13:33

Ich hege ein sehr großes Interesse an dem angeschnittenen Armbanduhr-weckermodell. Mehr Informationen in diese Richtung, gerne auch in Form einer private communication, sind gern gesehen.

Bardeleben
26.05.2011 14:46

Als Basketballfan freut es mich, dass hier die NBA-Playoffs zur Sprache kommen. Jan, kleiner Tipp: Es gibt den NBA League Pass für ein paar Euro, dann kannst du die Spiele auch tagsüber in Ruhe anschauen. Schont den Schlaf...

Gausdal
26.05.2011 15:45

Ich halte Gelfand für einen der am meisten unterschätzten und am wenigsten wahrgenommenen Spieler in der Weltklasse.

Er ist recht unscheinbar, bietet wenig Stoff für Artikel und hat auch keine glamouröse Frau/Partnerin wie ein Leko oder Aronian.

Schachlich spielt er seit Jahrzenten auf Topniveau - warum sollte er nicht einem Anand paroli bieten können?

hanjie
26.05.2011 16:17

Paroli bieten wird Gelfand dem Inder schon können. Ob er ihn auch schlagen kann, hmmm ... ich habe Zweifel.
Dazu hat Anand einfach schon viel zu viel WM-Kampferfahrung. Wie er den Topvorbereiter Kramnik auspräparierte war schon Extraklasse.

brazil
26.05.2011 17:00

Da ich schon im Blog "der letzte Schrei" game of thrones vorgeschlagen hatte, muss ich wohl der Sekundant von Grischuk sein - kommt jetzt aber doch etwas überraschend für mich ;-)

CarriedbyGg
26.05.2011 18:10

So ein Wecker hört sich ja super an! Kann man gut gebrauchen, wenn man morgens nicht aus dem Bett kommt. So wie ich.

CarriedbyGg
26.05.2011 18:15

*edit: 180 euro sind dann doch etwas viel.

Jan
26.05.2011 18:36

Yay, gewonnen!

@brazil: Yo, hast recht, Svidlers Empfehlung kam aber schon vorher:)

@geckotierchen, CarriedbyGg: sleeptracker.com, aber stimmt schon, ist ein teurer Spaß. Bisher bin ich ser zufrieden.

@Gausdal: Hab natürlich den league pass, aber live ist schon spannender.

HGS
26.05.2011 18:42

@suisuique: Die Sofia-Regel kanns doch auch nicht sein, vor allem nicht in Matches, bei denen es um die Qualifikation für eine WM geht. Wer will den Spielern schon vorschreiben, wie sie zu spielen haben?
Das ganze Problem ist doch eher eine Einstellungssache: Solange den Topspielern ein paar ELO's mehr wert sind als die Fans, wird sich das nicht ändern. Dass mit den Fans auch potentielle Sponsoren verbunden sind, ist offenbar nicht wichtig.

hanjie
26.05.2011 20:52

@HGS: Wieso nicht "vorschreiben"? Wenn sich beide einig sind, wird's auch so remis, eine dreimalige Zugwiederholung ist kein großes Problem, gibt genug Eröffnungen in denen sie zwangsläufig entsteht ;)

Außerdem werden die Jungs für ihren Job bezahlt. Da kann der Chef, sprich die FIDE, auch gerne mal Bedingungen stellen, damit sie ihrerseits Geldgeber findet, um den teuren Spaß überhaupt finanzieren zu können. Bei Remisen nach dem 8. Zug gehen ihnen da die Argumente gegenüber jenen auf Dauer aus.

@DM: Glückwunsch Jan, sah leicht aus, war's vermutlich nicht. ;)
Bin mal gespannt, wie's weitergeht und ob viel oder eher wenig taktiert werden wird.

ebitda
26.05.2011 21:06

Anand Gelfand könnte ein Fischer Ergebnis werden. Hat Gelfand in den letzten zwanzig Jahren jemals gegen Anand auch nur eine Partie gewonnen? Anand Grischuk wäre sehr interessant gewesen, denn Grischuk wäre zum ersten Mal in seinem Leben 100 Prozent gefordert worden sowohl im Training, als auch im Match selbst. So spielen zwei 40plus Männer, so dass auch ich mir, wenn auch nur theoretische, Hoffnungen machen kann, den Weltmeister eines Tages zu fordern. ;)

Gus: Dieses 5.Dc2 - frech kopiert oder selbst ausgedacht? :)

CarriedbyGg
26.05.2011 21:30

Hoffe mal du gewinnst (wenn du gegen ihn spielst) gegen Huschenbeth. Ich hab bisjetzt nur 2 Partien von ihm gesehen und muss sagen, ich bin beeindruckt. Die erste hat er gegen Bindrich 2010 gespielt. Angenommenes DG, mit 2(!) Bauern weniger aus der Eröffnung raus, auch wenns Doppelbauern warn. Hat die Stellung dann schrittweise verbessert und gewonnen. Ich glaube, das wird ein schwerer Gegner.

Südschachfreund
26.05.2011 22:25

@ ebitda: Ich glaube in Moskau 1992 unterlag Anand Gelfand

Bernd
27.05.2011 09:46

Zur Frage von ebitda: Ich empfehle das Buch Boris Gelfand-Meine besten Partien. Edition Olms 2005

Gerhard
27.05.2011 10:38

Interessant auch wieder chessintranslation: Im Interview sagten sowohl Gelfand als auch Grischuk aus, daß bei normalen Fortsetzungen ausser Ta5?! Schwarz allmählich die Züge ausgehen werden. Die schwarzen Figuren stehen "gut", aber was bedeutet das, wenn keine Weiterentwicklung möglich ist?
Dieses Manöver Ta5 - Th5, diese ganze Konzeption kam mir während der Partie sehr verdächtig vor..im Lichte des Interviews aber war es offenbar ein ernster Versuch, dem "Erstickungstod" zu entgehen. Dennoch scheint dieses Manöver auch nicht voll befriedigen zu können.
Insgesamt war das aber wieder einer der Beispiele, in denen einer "unvorbereitet", der andere "vorbereitet" in diese Stellung gehen konnte und musste, denn Gelfand kannte schon die Antwort auf Th5, nämlich.Sh4 nebst f4.

Suisuique
27.05.2011 11:23

@HGS:

Magnus Carlsen hatte ja auch keine "Lust", den vorgesetzten Vertrag mit den Matchbedingungen zu unterschreiben. In solchen Verträgen mit Spielbedingungen kann auch eine Sofia-Regel integriert werden, machen die Open-Veranstalter in ihren Ausschreibungen auch nicht anders. Wie Hanije schon postet, 2x Stellungswiederholung geht immer, muss man nur geschickt anstellen, dass es nicht ganz soo auffällt.

Suisuique
27.05.2011 11:24

bevor Trolle über mich herfallen, 3x natürlich, leider keine EDIT-Funktion

WOW
27.05.2011 15:10

Lb7 !!

Riku
27.05.2011 15:54

Jan, kommentier doch mal deine Partien der deutschen Einzelmeisterschaft !

patzerle
27.05.2011 18:00

witzige Partie heute mit vielen ungewöhnlichen und auch lustigen Motiven dabei. Insbesondere mit der eingeklemmten Dame am Rand zu spielen hat was. :-)

Allerdings hast du wohl in der Zeitnot Weiß eine unnötige Chance gegeben, zumindest scheint auf den ersten Blick die Lage nach 35.Sc7! (anstatt 35.Kg1?) alles andere als klar zu sein.
Vielleicht war daher die Idee mit 29...Tc4(?!) die Dame weiter auf a4 verweilen zu lassen letztlich des Guten zu viel? (29...Dc4!?)

Wie auch immer: Start nach Maß und ich finde es darf gerne so weitergehen. Hauptsache nicht in den nächsten Runden vor Zug 30 remis anbieten oder annehmen, dann klappt das auch mit dem Titel ;-)

mogelkatz
27.05.2011 18:01

Die heutige Partie kann man kurz und knapp so kommentieren:
Der Gegener schließt die Dame des GM ein, um sich dann ganz alleine umzubringen....

hanjie
27.05.2011 18:19

Zur Sofiaregel-Diskussion: Die FIDE hat bekanntlich vieles ausprobiert, um Schach für Sponsoren attraktiver zu machen. Von allen Alternativen (verkürzte Bedenkzeit, Knockout-Modus nur mal so als Beispiel) hat sich die Sofia-Regel als mit Abstand wirkungsvollstes Instrument erwiesen, um Wettkämpfe spannend zu gestalten und sorgt überdies weiterhin für ein hohes Niveau in den Partien.

Wäre mal interessant zu erfahren, was die Großmeister wählen würden, hätten sie die Auswahl zwischen verkürzter Bedenkzeit und der Sofia-Regel. Ganz subjektiv tippe ich mal auf die Sofia-Regel, denn diese teils drastischen Bedenkzeitverkürzungen gehen wirklich mal so gar nicht.

Die G.-Partie heute hab ich nicht verstanden, mir wirkten die weißen Figuren schlicht einfach mal alle eingestellt in vager Hoffnung auf den "Trick" Kh5-g6 ...

Neukölln
27.05.2011 22:28

Ich fand, das war mal ne geile Partie von Jan. Alle natürlichen Züge ignoriert (ab Sbd7) und dennoch gutes Spiel gehabt. Keine Ahnung, warum einige meinen, es wäre kein Druck da gewesen, sondern der Weiße hätte sich selbst umgebracht. Ich bin begeistert.

Helmut
27.05.2011 23:15

Ich schliess mich Neukölln an, fand es auch klasse. Auch wenn ich keine Ahnung hab. Und zu "Der Gegener schließt die Dame des GM ein" von mogelkatz fällt mir spontan ein Zitat von besagtem GM ein: "Da steht sie wenigstens nicht im Weg rum". So ähnlich zumindest.
Ich drück die Daumen!

patzerle
28.05.2011 17:41

und schon wieder ne saustarke Partie. 3 aus 3

Der Herr Gustafsson ist in Form.
Ich denke langsam drüber nach auch so eine Superuhr zu kaufen... ;-)

Frühaufsteher
28.05.2011 17:44

Ich bin schon überzeugt und werde mir den Sleeptracker bestellen.

Philipp
28.05.2011 18:41

Tolle Partie Jan.
Mit 3 aus 3 läuft es doch bisher klasse. Analysiere doch bitte mal deine Partien für uns.

ebitda
28.05.2011 18:43

ich will jetzt nicht den Spielverderber spielen, aber der Erwartungswert wird bei 2.5 Punkten liegen, also sind die drei aus drei nicht sehr außergewöhnlich. Ein guter Start war es natürlich, jetzt kommen wahrscheinlich zwei remis gegen die 26er Konkurrenten und dann nochmal vier aus vier und mit acht aus neun wäre es dann auch verdienter Deutscher Meister...und 6k gibt es auch noch.

Benedikt
28.05.2011 19:41

Natürlich hat er einen hohen Erwartungswert, aber die drei Partien muss man als Favorit trotzdem erstmal gewinnen.

Knallo
28.05.2011 20:20

Bravo, Gusti!

Suisuique
28.05.2011 20:57

Ja, habe die dritte mit heute live angesehen, und denke, dass diese Partie schon einen Hauch von Vorentscheidung hatte, "ebitda" hat ja schon den weiteren Weg skizziert, Khenkin, Fridman werden tot remisiert, der Rest gewonnen.
Schon die Eröffnungsphase heute war psychologisch wohl höchst interessant, Jan wird uns wohl nach den Meisterschaften verständlicherweise erst mit eigenen Analysen beglücken.

Weiter so!

Phero
28.05.2011 22:33

Also, nach drei Runden schon den gesamten weiteren Verlauf hervorzusagen, ist sehr gewagt. Ich möchte nicht zählen, wie oft schon hier getroffene Vorhersagen nicht eintrafen. Und immerhin hat Khenkin auch bereits alle drei Partien gewonnen

dfrese
28.05.2011 22:49

Viel Glück weiter in Bonn !
Habe mal in der Nähe des Ibis (ich nehme an es ist das Ding auf dem Venusberg/Kottenforst) gewohnt. Ist eine der schöneren Ecken von Bonn. Grüß mir die Wildschweine an der Waldau !

Feni
29.05.2011 04:26

Hi Gusti,

du hast bisher eine super DEM gespielt!! Jedesmal motivierst du mich aufs neue. Mach bitte weiter so!

hanjie
29.05.2011 06:02

Den Burschen von gestern schlägt man tatsächlich nicht jeden Tag.
Auch wenn ... Txa3 ?? das Leben sicher ein wenig erleichtert hat ;)

Gut daran finde ich, dass nun bis Runde 9 das Kommentieren der Runden drin ist, denn jeder wird dank Live-Übertragung die Ergebnisse derselben mitverfolgen können. Wohlwollend, versteht sich.

lvapatzer
29.05.2011 13:05

http://chessnoir.com/
schaut euch das mal an!viel spaß.

Hobbyspieler
29.05.2011 16:27

Und das Spitzenschach geht weiter. Auch wieder heute eine absolut fehlerfreie Partie auf höchstem Niveau. Beide Spieler sollten dafür jetzt schon den Titel Deutsche Schachmeister 2011 bekommen.

Taktische Finessen, strategische Winkelzüge,...vielleicht hätte man ja die Endstellung noch 1 oder 2 Züge weiterspielen können, aber es hat sich gelohnt, live dabei gewesen zu sein.

Thomas Oliver
29.05.2011 16:49

Diese elf korrekten Züge hätte ich auch hinbekommen - allerdings (abgesehen von der Tatsache dass ich gar nicht dabei bin) hätte wohl gegen mich keiner der beiden GMs Remis angenommen.
Vielleicht Pech dass zwei Elo-Favoriten so früh aufeinandertreffen: in den Schlussrunden hätten womöglich beide oder zumindest einer (der 1/2 Punkt zurückliegt) mehr riskiert. So spekulieren sie darauf dass sie alle schwächeren Spieler besiegen, und der Konkurrent mindestens ein Remis abgibt?

Hobbyspieler
29.05.2011 17:30

Man könnte es auch anders nennen: Arbeitsverweigerung.

Wie wäre es damit: Für jedes Kurzremis wird 1/9 vom Preisgeld abgezogen. Vielleicht lernen es dann die Jungs mal,...!

blablabla
29.05.2011 17:46

Arbeitsverweigerung? Sind die Spieler angestellt? Kriegen sie einen garantierten Lohn für ihre 9 Tage Arbeit? Nein !
Werden die Spieler fix bezahlt,kann man von Ihnen verlangen zu spielen (sprich Sofia-Regeln im Vertrag oder Ähnliches).Bei einem Open auf den Leuten herumzuhacken die ihre Position auf diese Weise absichern,entbehrt jeder Grundlage und zeugt von Ignoranz.
Wenn der "Hobbyspieler" Igors Miete übernimmt,wird Khenkin sicher gerne jede Partie ausspielen...

Sportlicher Einwurf
29.05.2011 18:15

Die Diskussion ist müssig (oder auch überflüssig), aber Schach ist - soweit ich weiss - die einzige Sportart, wo die Spieler selbst entscheiden können, wann sie keine Lust mehr haben und dafür mit einem halben Punkt belohnt werden.

Oder täusche ich mich hier?

Phero
29.05.2011 18:54

Ja, aber fast alle anderen Sportarten haben auch eine viel kürzere Zeitbegrenzung. In fast allen anderen Sportarten hat es auch keinen Einfluss auf den nächsten Spielzug, wie bisher gespielt wurde (psychologische Sachen mal ausgenommen). In fast allen anderen Sportarten ist ein Unentschieden nicht das natürlichste Ergebnis.
Schach ist nunmal nicht (nur) Sport...

der fan
29.05.2011 19:35

Hallo Jan,

läuft ja super bei der DM - GLÜCKWUNSCH -
und die Bilder bei Chessbase sind auch gut ausgesucht ;-)

viel Erfolg weiterhin

der fan

Bardeleben
29.05.2011 19:59

Wow, wenn die Liveübertragung stimmt, hat Fridman spektakulär einen Sieg verschenkt, dürften gute Nachrichten für Jan sein...

Thomas Oliver
29.05.2011 21:13

@Bardeleben: meinst Du nach 94.-Sf5: ? Der Computer zeigt zwar plötzlich +6.82, aber nach 95.gf7: Sg7+ und 96.-Se6 sollte Schwarz sich halten - auch wenn Weiss es noch im Endspiel T+L gegen T probieren kann. Selbst wenn es einen studienartigen Gewinn für Weiss geben sollte hat Fridman den höchstens verpasst und nicht "verschenkt" - oder MUSS er das nach langem Kampf und mit knapper Bedenkzeit sehen?

Ich wär mir nicht mal sicher ob das "gute Nachricht für Jan" ist: Jetzt spielt Fridman morgen vielleicht gegen ihn auf Gewinn (allerdings mit Schwarz), sonst hätte es womöglich das nächste gemütliche Remis gegeben ... .

Fan
29.05.2011 22:44

Immerhin ist die Buchholzzahl nur 4. Wertung...

RainPiper
29.05.2011 23:27

@Thomas Oliver: Im Lehnstuhl sitzend, die Engine-Bewertung vor Augen "Gewinn verschenkt" rufen -- das liegt sicher auch mir fern. Aber wenn man sich die Hauptvariante zu Fridman-Stern bei Stockfish ankuckt: 95. gxf7 Sg7+ 96. Kg6 Se6 97. Tb7+ Kc8 98. Te7 Ta6 99. Kf5 Sd4+ 100. Kf4 Tf6+ 101. Ke5 -- dann wirkt das alles eigentlich ganz geradlinig und nicht "studienartig". Wenn jemand Fridman in dem Moment "+6" zugerufen -- oder geSMSt ;-) -- hätte, hätter er das bestimmt schnell gefunden.

St. Pauli
29.05.2011 23:43

Glückwunsch Jan! Nach 3 spannenden Partien / Siegen und bester Fan-Unterhaltung darf man mit Schwarz gegen Fridman meiner Meinung nach auch im 10.Zug Remis machen. Ohne auch nur ein bisschen schlechtes Gewissen haben zu müssen; wem auch immer gegenüber.

@Thomas Oliver: Das sehe ich (und die Engines) etwas anders: 97.Tb7+ war dann weder schwer zu finden, noch allzu schwer als gewonnen für Weiß einzuschätzen. Der schwarze Springer findet auf den Feldern e6 und f8 keine Unterstüzung. Schwarz wird den Turm für den Bauern geben müssen. Aber Fehler passieren nun mal.

zugzwang
30.05.2011 00:22

Ich mag solche Kurzremise wie in Runde 4 auch nicht, aber am Ende wird sich zeigen wer von den beiden richtig gepokert hat. Sollte ein halber Punkt zum Titel fehlen, dann ist das natürlich eine Partie, über die man im Nachhinein noch diskutieren muss. Sollte es für Jan zum Titel reichen, hat er natürlich alles richtig gemacht. Aber wir haben ja noch ein paar Runden, freuen wir uns auf noch ein paar spannende Partien.

hanjie
30.05.2011 01:20

Dass Fridman den Gewinn nicht fand, finde ich nun nicht soo verwunderlich. Wäre sicher vielen so gegangen dass sie "Sg7+ samt Se6, wird halten" gedacht haben, zumal noch mit nur noch wenigen Minuten Bedenkzeit.
In RainPipers Variante frage ich mich nun auch grade, was eigentlich bei 97.Kd8 statt 97.Kc8 geschehen soll? 98.Te7 funktioniert dann nicht mehr, und beide möglichen Läuferschachfelder sind vom schwarzen Turm gedeckt.
Also doch T+L gegen T? Gut, praktisch gewinnen das recht viele, aber Stern hatte sich ja schon bärenstark verteidigt, also ist da eine 1 auch nicht soo sicher gewesen.

Bin mal gespannt, wie es weitergeht. Dank großer Elounterschiede wird die DM sicher auch noch lange spannend bleiben.

Maxx81
30.05.2011 09:42

Zum Thema Arbeitsverweigerung: Hoffentlich bekommt ein Herr Bindrich die Quittung vom Verband für sein Verhalten, immerhin wird soweit ich weiß den Großmeistern die Teilnahme finanziert. Jetzt hat immer einer spielfrei und Gschnitzer keine Normenchance mehr. Toll gemacht, Daumen hoch!

Bardeleben
30.05.2011 10:23

@Thomas Oliver, RainPiper: War wohl zu spektakulär formuliert, aber Fridman war eine ganze Weile am Drücker (nicht nur in der diskutierten Variante) und wird sich vermutlich selbst geärgert haben. Es war auch nicht meine Absicht, über Fridmans mangelnde Endspielkünste herzuziehen, ich fand es einfach erstaunlich, dass es am Ende für ihn doch nicht gereicht hat.
Das Fridman nun (mit Schwarz) vielleicht mehr riskieren muss, finde ich aber in keinem Fall schlecht, so steigen die Chancen auf eine ausgekämpfte Partie, und sollte Jan sich durchsetzen, wäre das schon ein wichtiger Schritt.

patzerle
30.05.2011 10:25

ich finde es ziemlich anmaßend wie hier immer Entscheidungen von Profispielern auf höchstem Niveau so hart kritisiert werden.
Auch ich mag keine Kurzremisen und finde daher die Sofiaregeln sehr gut.
Dennoch sollte man in so einer Situation schon gewesen sein bevor man andere verurteilt.
Ich erinnere mich z.B. dass ich in einem Turnier bei 5 aus 5 stand mit noch 2 Runden zu spielen und mit Weiß gegen den Elobesten, der auch 5 aus 5 hatte antrat. Er bot mir nach 11 Zügen Theorie remis an, ich wollte erst entschieden und ohne nachzudenken "nein" sagen, aber habe dann doch überlegt: jetzt remis, und mit nem remis in der letzten Runde bin ich fast auf sicher geteilter Turniersieger, gibt gutes Preisgeld und nen ordentlichen ELOzugewinn...
Wenn ich ablehne und verliere ist das Turnier quasi gelaufen und ich kann nur noch um die Plätze spielen.
Und schon war das "ok, remis" meinen Lippen entfleucht.
Dabei handelte es sich selbstverständlich um ein kleines Amateurturnier, aber selbst da merkt man den Druck und wenn eben fast alle GMs auf Openturnieren untereinender remis schieben, um eben am Preispool zu partizipieren (von dem sie leben!), so sollte man das nicht zu schnell verurteilen denke ich.

R.Alt
30.05.2011 11:25

@Maxx81
Nicht nur die Profis bekommen das Turnier finanziert. In der Ausschreibung heißt es:Unterbringung, Verpflegung: Ibis-Hotel mit
Vollpension. Für die Kosten der Unterbringung
und der Verpflegung zahlt der Landesverband
€ 750,00 für jeden von ihm benannten Spieler.
Das gilt auch für evtl. von einem Landesverband
beantragte und eingeräumte Freiplätze.
Auch zu lesen unter : http://schachbund.de/chronik/meister/dem/2011/DEMAusschr2011.pdf

hanjie
30.05.2011 11:37

Apropos Falko Bindrich: Weiß da jemand, was da los war? Ist ihm vielleicht etwas zugestoßen?

patzerle
30.05.2011 11:55

@ hanjie

er kam 2min zu spät zur Runde, wurde deshalb genullt und hat aus Protest zurückgezogen.

hier die Quelle dazu:
http://www.dem-2011.de/?p=242

Thomas Oliver
30.05.2011 12:03

Nochmal zu Fridman-Stern:

@RainPiper, St. Pauli: Danke - wobei es absolut nicht verwunderlich ist dass Engines sowas "leicht" sehen.

@hanjie: Einverstanden mit dem ersten Absatz, aber 97.Kd8 verliert wohl auch: 98.Tb6 und nun
98.-Sf8+ 99. Kg7 Ke7 100.Lb4+ (das Feld ist nun auch vom weissen Turm gedeckt)
98.-Sf4+ 99.Kf5 Ke7 100.Tf6 Ta8 101.Lb4+ (oder auch erst f8=D)
98. -Te4 99.Kf6 Te1: (99.-Sf8 100.Tb8+, das ging nach -Kc8 nicht) 100.Te6: Tf1+ 101.Kg7 Tg1+ 102.Tg6 mit nach Turmtausch besserem Bauernendspiel als in der Partie.

@Bardeleben: Stimmt dass Fridman eine ganze Weile am Drücker war (ob die Eröffnung mit Verzicht auf die Rochade gelungen und so geplant war ist eine andere Kiste), ob es - ausser in dem einen Moment - wirklich objektiv/forciert gewonnen war ist eine andere Sache: was genau passiert nach 94.-fg6: ? Natürlich muss Schwarz weiter leiden, eventuell noch 50 Züge mit T gegen T+L.
Es scheint mir dass _beide_ Titelträger die oben diskutierten Varianten nicht gesehen haben. Uebrigens werden diese weder von Chessbase noch von der Turnierseite erwähnt, nur "er (Fridman) konnte Sterns Verteidigungskünste nicht überwinden".

MUSS ein GM sowas sehen? In Kazan, wo mehr auf dem Spiel stand, passierte Aronian ähnliches oder schlimmeres in seiner ersten Partie gegen Grischuk.

Badenlebt
30.05.2011 12:51

Der Sleeptracker ist ein Wunderteil!

Ich hatte auch immer riesig Probleme mit dem Aufstehen, hab das Teil jetzt seit 2 Jahren und es tut wirklich gut!
Nur sollte man die Vorlaufzeit nicht zu kurz einstellen (mind. 30min), sonst kann man selbst mit dem Teil verschlafen ;)

RainPiper
30.05.2011 13:05

@Thomas Oliver: Wenn du es auf eine "muss"-Frage zuspitzt, dann ist die Antwort natürlich "Nein". Die Sache ist graduell: Ein 2700er würde so etwas mit höherer Wahrscheinlichkeit sehen als ein 2600 (ganz zu schweigen von uns) -- und jemand mit mehr Bedenkzeit eher als jemand mit weniger. So gesehen kann man Bardelebens Frage lesen als: "Ist es verwunderlich, dass F. das nicht gesehen hat?" -- dann ist sie ohne Spitze und interessant.

Anders gedreht: Was hätte man eigentlich gesehen haben müssen, um zu erkennen, dass 95. gxf7 zum Ziel führt, 95. Tb7+ aber nicht? Doch wohl, dass nach gxf7 der schwarze König nicht mehr nach f8 kommt, da ihm nach späterem Tb7+ das Feld e8 nicht mehr zur Verfügung steht. Und dass der Springer den Bauern ohne Unterstützung des Königs nicht aufhalten kann. -- Schwer zu sagen, ob man die Entscheidung zugunsten gxf5 aufgrund solcher allgemeinen Erwägungen hätte treffen können, oder ob es ohne Durchrechnen der konkreten Varianten nicht geht. (Also bleibt die Frage von oben -- jedenfalls für mich -- offen.)

Michael
30.05.2011 13:20

Ich finde es schade, daß man an einem Sonntag Nachmittag zur besten "Sendezeit" nach 11 Zügen remis spielt, lieber Jan. Ich hatte mir viel Zeit genommen, um der Übertragung zu folgen. Man stelle sich vor, in einem Fußballstadion vor 50.000 Zuschauern entscheiden die Kapitäne der Mannschaften Bayern und Dortmund, daß es turniertaktisch für beide Seiten besser wäre, man würde unentschieden spielen und sie gehen nach 20 Minuten vom Platz. Da wäre der Teufel los. Natürlich kann man auch weniger auffällig ein Ergebnis auskungeln. Als Lösung bleibt wohl nur Sofia Regeln einzusetzen. Ich will ja niemandem vorwerfen, der um Titel spielt, daß er sich der Möglichkeiten bedient, die er hat. Weder Jan noch Igor Kenkhin haben den Modus bestimmt. Aber enttäuscht war ich schon!

Uli
30.05.2011 14:08

@Michael und allen anderen die es nicht verstehen.
Im vergleich zu Herrn Gustafsson, bekommen die Spieler von Bayern München und dem BVB auch ihr Geld (knapp über dem Gehalt eines Schachprofis) wenn sie mal verlieren, da sie einen VERTRAG haben. Desweiteren hatte Herr Gustafsson SCHWARZ gegen einen etwa gleich starken Spieler, der es aller Voraussicht nach nur auf ein remis abgesehen hat. Hättest du lieber Michael die Kandidaten kämpfe verfolgt, dann wäre dir aufgefallen das die Remisbreite mit zunehmenden Niveau immer größer wird. Es gibt auf diesem Niveau halt nur 2 Ergebnisse wenn man nichts riskieren möchte, 1-0 und 1/2.
Ihr müsst es einfach mal verstehen das Herr Gustafsson als Selbstständiger Schachspieler unterwegs ist und schauen muss das am Ende des Monats alles bezahlt wird, wie bei jeden von uns.
Auch scheinen dir Begriffe wie z.B. Turnierstrategie
Erholung
Gewinnerwartung
fremd zu sein.
Ich kann es echt nicht verstehen wie dieses remis zum Thema gemacht wird. Viel unverständlicher als das Remis an BRETT 1 nach 11 Zügen, ist mir das Remis in der selben Runde am vorletzten Brett zwischen IM Seger - FM Poetsch nach 10 ZÜGEN, welches aus Turnierstrategischer Sicht befremdent wirkt. Falls du Jan doch mal Königsgambit spielen sehen willst einfach den " Jan buchen" button anklicken, GELD DAFÜR BEZAHLEN und Spaß haben. Ich Spiele seit ca. 30 Jahren Schach im Verein und habe kurzremis schon auf allen Niveaus gesehen. Alle mögen sie ihre Gründe haben, z.B. Lustlosigkeit, remis reicht zum Sieg der Mannschaft, remis reicht zum Ratingpreis u 1400 , oder aber auch die Stadtmeisterschaft von Wanne Eickel soll schon mal durch ein kurzremis entschieden worden sein. Angesichts der oben genannten Punkte sei es jeden gestattet remis zu machen wann er möchte.
Nach 3 Partien ohne auch nur einen Zug eine schlechte Stellung gehabt zu haben und einen kurzremis in Runde 4, steigt er heute ausgeruht mit Weiß gegen einen Fridman der gestern über 100 Züge kämpfen musste in den Ring und ich sag es vorab, ein remis gegen Fridmann ist auch nicht verkehrt, da er dann alle guten hatte.
Ich versuch nächstes mal nachzuhalten wie viele Kommentare zu einer verlorenen Partie kommen indem ein unnötiges Risiko eingegangen wird, aber es müssten eigentlich genauso viele sein wie bei kurzremis, da es immer die gleichen Nörgler und Nix checker sind die es besser wissen aber selber nichts geregelt bekommen. Bevor ich noch unsachlicher werde beende ich diesen Kommentar und wünsche unserem Jan alles gute für das Turnier.

Michael
30.05.2011 14:24

Lieber Uli, wenn Du lesen würdest, wozu Du etwas schreibst, hättest Du entdecken können, daß ich das Verhalten unter Berücksichtigung des Modus verstanden habe. Der Begriff "Turniertaktik" findet sich in meinem Text wieder und ich habe es lediglich gewagt, meiner Enttäuschung Ausdruck zu verleihen und Sofia Regeln vorgeschlagen. Die Einkommensproblematik bei Schachspielern wird sich nicht lösen lassen, wenn man nicht ein gewisses Maß an Unterhaltung bietet.
Ich wünsche Jan übrigens genauso viel Erfolg wie Du.
Was den "Jan buchen" Button betrifft lieber Uli: Mich hat keiner gefragt, ob ich bereit bin für die Übertragung Geld zu zahlen. Aber das ist wohl nicht das Thema für diesen Blog. Ich bin bereit für gute Unterhaltung zu zahlen. Das gestern war keine gute Unterhaltung.
Die Kandidatenkämpfe habe ich übrigens auch verfolgt. Auch da war ich einigermassen entsetzt, über 10 zügige Remisschieberei. Allerdings haben auch diese Herren den Modus nicht zu verantworten. Daher macht es auch keinen Sinn, Grischuk vorzuwerfen, daß er sein Heil im Schnellschach sucht.
Dein Tonfall, lieber Uli, ist unter aller Kanone!

Uli
30.05.2011 14:41

Dann schreib mal los Michael ein remis an Brett 2 in 8 Zügen und ein remis an 8 in 10 Zügen.
Du kannst dir aber auch einfach sagen " Hey, eigentlich geht mich das nichts an"

hanjie
30.05.2011 14:43

Was war denn an diesem Kurzremis nun eigentlich so schlimm für die Zuschauer? Dass "uns Jan" nicht mehr zu sehen war? ;)
Es gab doch bei der kostenlosen (!) Liveübertragung immer noch genug zu sehen.

Die Fußballanalogie passt auch nicht wirklich: Wenn, sagen wir mal die Bayern 75 Minuten lang tollen Fußball spielen, 3:0 führen und dann die letzten 15 Minuten kein Vollgas mehr geben um Kräfte zu sparen, das entspräche eher dem Szenario hier. Im Stadion gäbe es vom (dort ja zahlenden) Publikum sicher auch ein paar Pfiffe, aber insgesamt war's doch gute Unterhaltung.

Und selbst dazu, "gute Unterhaltung", sind Jan & Co. keineswegs verpflichtet. Sie leben davon und tun dann das, was ihnen ihren Lebensunterhalt sichert, nicht mehr und nicht weniger.

Ich bin sehr froh dass Jan die eine oder andere Partie analysiert und uns hier kostenlos die Analyse zur Verfügung stellt über dieses Blog hier. Das ist Service at it's best! Und ich hoffe, dass er Zeit und Muße hat, nach der DM eine seiner Partien analysiert on zu stellen. :)

Thomas Oliver
30.05.2011 15:43

An Brett 1 haben sie heute immerhin ein paar Figuren abgetauscht ... . Aber bei Brett 2 und 8 kann ich mich nur wundern:
- Khenkin spielt mit Schwarz eine provokative Eröffnung, und dann macht er Remis? Wenn er nach 8 Zügen deutlich schlechter stand (mein Eindruck, aber ich kenne den Kram überhaupt nicht), warum akzeptiert Stern?
- Und Tischbierek wettert als Redakteur von "Schach" immer gegen Kurzremisen ... von anderen Spielern.

pipidipapa
30.05.2011 16:29

HALLO!!! LEUTE! draußen gutes Wetter. Is klar, dass man da mal schneller Feierabend macht...
:-D

ebitda
30.05.2011 17:47

Die remis in Runde 4 und fünf waren doch absehbar. Keiner verliert elo, spart Kraft und ist weiterhin vorne dabei. Gus hat seine Hauptkonkurrenten hinter sich, die anderen beiden werden sich noch Punkte abnehmen. Jetzt fehlen nur noch Huschenbeth und Buhmann. 1,5 aus 2 in diesen Partien, der Rest ist schaulaufen.

Hobbyspieler
30.05.2011 18:00

Ich schalte gerade den PC an und sehe die Ergebnisse aus Bonn. Macht es doch zukünftig einfacher. Der Veranstalter soll die Profis nicht mehr einladen, den GMs und IMs die Hälfte der eingesparten Hotelkosten bezahlen und keiner merkt es.

Alle Argumente gegen ein Remisverbot beim Schach ziehen nicht. Sorry - auch ein Hobbyfussballspieler muss 90 Minuten kicken - wenn er keine Lust hat - bleibt er daheim! Beim Boxen gibt es auch ein Remis, ein Kampf geht 12 Runden oder KO! Oder habt ihr schon einmal Boxer gesehen, die nach einer Runde händchenhaltend nach Hause gegangen sind?

Aber wir Schachspieler wollen wie Sportler behandelt werden, sind aber trotzdem etwas besonders?

Siehe Handyverbot, Rauchen etc.

PositionalGuy
30.05.2011 18:08

Slow down, Jungs, war doch klar, dass da 2 Remisen bei rauskommen. Am Schluss wird's eh wieder nur zum "Vize-Gusti" reichen. Mein Favorit ist Khenkin.

hanjie
30.05.2011 18:29

Wenn ihr ein Turnier als das Gesamtpaket anseht, dann fällt den Nörglern vielleicht leichter die Perspektive einzunehmen ...

Auch die Fußball-Nationalmannschaft hat mal "Leerlauf" bei einer WM, wenn sie nicht dringend gewinnen muss: 2 Siege, drittes Spiel unwichtig, also wird die zweite Garnitur auf den Platz geschickt.
Bei der Champions League läuft's ähnlich.

Diese Turniertaktik zwecks Schonung findet ihr bei allen Sportarten.
Wieso soll da Schach dabei denn bitten ne Extrawurst sein.

Happa
30.05.2011 18:35

@Hobbyspieler: Ich habe noch keinen Boxer oder Fußballspieler an neuen Tagen hintereinander kämpfen bzw. spielen sehen. Also rein strategisch muss ein Profi mit seinen Kräften über ein neun Runden Turnier haushalten und unter dem Gesichtspunkt macht es durchaus Sinn auch mal ein schnelles Remis zu schieben. Gewinnen ist natürlich immer schöner aber auch um einiges anstrengender und bei einem Partieverlust ist man dann weg siehe Gustafsson in Island.

patzerle
30.05.2011 19:15

der Fall Bindrich könnte/wird übrigens auch Gusti schaden. Immerhin hat er ihn ja geschlagen und bekommt jetzt sehr wenig Buchholz Punkte, weil sein Pferdchen nicht mehr im Rennen ist.
Zudem hätte Falko u.U. einem der beiden 2600er ein Bein stellen können.


Zur Remisseuche im Schach. Man könnte ja auch überlegen das Format der FIDE Kandidatenwettkämpfe für jede(!) Schachpartie anzuwenden. - Also: normale Partie, vielleicht mit leicht verkürzer Bedenkzeit und sollte die Partie remis ausgehen, eben direkt danach eine Schnellschachpartie und wenn auch die remis ausgeht, dann eben Blitz bis einer umfällt.

Auf den ersten Blick scheint es mir fast absurd, aber auf den zweiten hat es etwas, immerhin hat man so immer einen Sieger eines matches.
(So wie im Fußball, erst Verlängerung, dann Elfmeterschießen)

Ein Nachteil ist das was Grishuk ja vorexerziert hat, als besserer Schnell- und Blitzspieler die lange Partie von Anfang an auf ein schnelles Remis auslegen, auch mit Weiß, aber ein perfektes System wird es ohnehin nicht geben.



Neukölln
30.05.2011 19:53

Ich bin immer wieder erstaunt über die Remisdiskussion auf dieser Seite. Dabei ist es doch so einfach.

Diese Diskussion ist deplaziert.
Sie ist im engeren Sinne sinnfrei.
Sie ist im weiteren Sinne sinnfrei.

Zum Ersten. Dies ist keine unabhängige und überparteiliche Sportreportseite, die allgemein dazu einläd, sich über die Zukunft des Schachs Gedanken zu machen, sondern hier promotet sich ein Sportler selbst und liefert dazu interessante Artikel. Wozu denn dann eine überzogene Kritik an genau diesem Sportler auf dieser Seite posten?

Zum Zweiten. Es grenzt an Fieberwahn, zu glauben, ein Post würde irgendendwas am Verhalten der Spieler ändern.

Zum Dritten. Die Popularität des Schachspiels zum Beispiel in Deutschland wird nur durch einen einzigen Umstand drastisch zu steigern sein: ein Deutscher wird Weltmeister oder spielt dauerhaft unter den ersten drei.

Zu guter letzt gestehe ich ein, dass man als Schachfan gerne ausgespielte Partien sehen möchte. Dafür gibt es nur einen Adressaten: den Ausrichter (Sofiaregel).
Alles andere ist Geschwätz.

Ich bitte darum, meine deutlichen Worte nicht persönlich zu nehmen.

Thomas Oliver
30.05.2011 19:57

@patzerle: Tiebreak ist aber zunächst Eloschnitt der Gegner, dann DWZ-Schnitt, erst dann Buchholz. Letzteres ist eigentlich rein hypothetisch - genau identischer Elo- und DWZ-Schnitt ist nahezu unmöglich: selbst wenn sie genau dieselben Gegner hätten spielen sie ja auch gegeneinander. Das hiesse Vorteil Khenkin (2620) gegenüber Gustafsson (2646). Wenn beide weiter im Gleichschritt marschieren ist aber wohl Gusti im Vorteil: wegen seiner etwas höheren eigenen Elo bekam er bisher immer (oft nur etwas) stärkere Gegner, und nur er spielte gegen Bindrich. Ob das am Ende entscheidend ist???

Zu Deinem Vorschlag gegen die "Remisseuche" (den Ausdruck finde ich zumindest übertrieben): Es hat schon seine Gründe warum es im Fussball nur gelegentlich Verlängerung und notfalls Elfmeterschiessen gibt ... .

hanjie
30.05.2011 20:11

Wenn nun noch 3/4 und Turniersieg folgen sollten, wird kein Hahn mehr nach 2 unausgekämpften Remisen krähn.

Interessanter wird da der "Fall Bindrich", er wird die Null-Toleranz-Diskussion sicher noch einmal recht hitzig aufleben lassen.
Will gar nicht wissen, wieviel drüber auf den Fluren im Hotel während der DM nun darüber herumorakelt wird. ;)

Bauerndiplom
30.05.2011 20:35

Der Sleeptracker sollte Pflicht bei jeder DEM werden , dann kommt man auch nicht zu spät :) .

Phero
30.05.2011 23:56

Die Partien fangen um 14 Uhr an... erzähl mir nicht, dass Bindrich verschlafen hätte. Um die Zeit ist doch sogar Jan schon wach, wenn er nicht gerade sekundiert^^

Claude
31.05.2011 09:06

@ sportlicher Einwurf

auch in anderen Sportarten kann man entscheiden wann man keine Lust mehr hat: http://tinyurl.com/35nfdg

;-)

Gerhard
31.05.2011 09:13

@happa: Schau Dir mal die Kämpfe von Thomas "Hitman" Hearns an: Der ging volle 12 Runden.

Maxx81
31.05.2011 09:24

"Zum Zweiten. Es grenzt an Fieberwahn, zu glauben, ein Post würde irgendendwas am Verhalten der Spieler ändern."

Ein Post nicht. Tritt das Gemäkel aber gehäuft auf, kann der Spieler sein Verhalten dahingegen ändern, daß er aus Frust seinen Blog einstellt. Und das wäre jammerschade. In diesem Sinne, viel Erfolg noch Jan!

Suisuique
31.05.2011 10:07

@Maxx81: Sehr wahre Worte, sollte jedem hier zu denken geben.

Derjenige, der noch kein kurzzügiges Remis gegeben hat, werfe den ersten König (Stein).

@Blogbetreiber: Weiter so!

hanjie
31.05.2011 10:12

Ich muss aber auch mal sagen, dass ich diese Null-Toleranzgrenze komplett bekloppt finde.
Gut, 1 Stunde verspäten können muss ja auch nicht sein, aber 15 Minuten sollten ja wohl drin sein. Immerhin läuft die Zeit zu Lasten des Verspätenden, ungeschoren kommt dieser ja auch nicht weg.

Das Argument "in anderen Sportarten müssen sie ja auch auf dem Platz pünktlich sein" zieht m.E. da nicht: Auf dem Platz hat man Bewegungsfreiheit, am Brett nicht. Ebenso kenne ich (noch?) keinen einzigen Arbeitsplatz, bei dem eine Verspätung von 2 Minuten mit "dann kannst du für heute gleich wieder gehen" geahndet wird.

St. Pauli
31.05.2011 16:43

Ups. 1...e5 wurde widerlegt.

patzerle
31.05.2011 16:47

was für eine Partie heute!
superstarke Vorbereitung von Niklas, scheint so, als wenn die Stellung nach 12...Sd5(?) 13.c4!! schon verloren ist.
[scheinbar ist 12...Sac6(!) mit der Pointe Sxc7 Dxc7! Dxc7 Le5 spielbar.]
Aber all das muss man natürlich trotzdem alles erstmal finden und im Gedächtnis behalten.
Sehr sportliches Ende obendrauf - zeugt von Klasse dem Gegner nach der perfekten Partie das Matt zu gönnen.

Fridman steht auch auf Verlust nachdem er Txd5!! übersehen hat.
Jetzt ist es jedenfalls definitiv vorbei mit dem Durchremisieren, jetzt muss gewonnen werden ohne wenn und aber.

Viel Erfolg dabei.

mogelkatz
31.05.2011 16:49

Au, das war eine Klatsche....
Kopf hoch, Jan, noch ist nichts verloren!

Oliver
31.05.2011 17:01

Superstarke Partie von Huschenbeth, aber da innerhalb dieser Diskussion schon oft Fußballvergleiche herangezogen wurden:
Die Partie von heute erinnert mich stark an das 5:0 vom KSC gegen Borussia Dortmund aus der Saison 1995/1996. Danach waren auch nur noch drei Runden zu spielen. Im nächsten Spiel schlug Dortmund mit einem 5:0 gegen Uerdingen zurück und wurde Deutscher Meister.
Ich wäre jedenfalls nicht gerne Jans morgiger Gegner...
Jetzt erst recht!

Fritz
31.05.2011 17:23

Schade,
die zwei Kurzremisen waren möglicherweise zu erholsam und schädigten Kampfkraft und Konzentration.
Also voran, mit drei 1-sern kanns noch was werden.

hanjie
31.05.2011 17:43

Ja, starke Partie von Huschenbeth und starke Vorbereitung. Auf einmal ist für H. sogar die Titelverteidigung drin!

Schwarzer Tag für Jan, aber sowas kann auch mal passieren. Vorbei ist das Turnier ja noch lange nicht.
Allerdings könnte morgen Rasmus Svane warten, wäre ziemlich unangenehm, versaut den Eloschnitt und ist trotzdem nicht so einfach zu schlagen ...

Thomas Oliver
31.05.2011 18:27

Was stand gestern auf der Turnierseite?
"Nach einem schlechten Auftakt kommt der Hamburger [gemeint ist Huschenbeth] nun gut in Fahrt: „Ich bekam eine vorbereitete Variante auf das Brett.“ An eine überragende Aufholjagd wie bei der Meisterschaft im letzten Jahr, die ihm den deutschen Titel einbrachte, glaubt Huschenbeth jedoch noch nicht: „Ich muss noch gegen alle Favoriten spielen. Und die spielen sehr solide. Das wird sehr schwer. Schauen wir mal, was geht.“

Phero
31.05.2011 19:47

Hanseatisches Understatement? Wirkt zumindest nach dem heutigen Tag so. Aber noch führt ja Khenkin die Tabelle an...

Phero
31.05.2011 20:45

Was soll denn der Mist? Soweit ich weiß, laufen auch Weltklassegroßmeister in Eröffnungsvorbereitungen ihrer Gegner. Jan wird sich gerade wohl selber am meisten Vorwürfe machen... da ist es völlig unnötig, hier mit einer solchen Schadenfreude nachzutreten.

Martin
31.05.2011 21:10

Schade Hr. Gustafsson,

aber Hr. Huschenbeth war heute wohl sehr gut vorbereitet und hat stark gespielt.
Ich fand es übrigens sehr sportlich von Ihnen bis zum Matt zu spielen.

Ich wünsche Ihnen trotz allem viel Erfolg für die verbleibenden Runden !!

@KingMing: Ihre anonyme Häme ist, nach meinen Erfahrungen mit dem Internet, zwar nicht überraschend, aber trotzdem völlig unangebracht.

CoachJaxx
31.05.2011 21:35

Mit Hausaufgaben meint KingMing wohl die etwas zu oberflächliche Einschätzung auf Gustis DVD, dass Schwarz nach 9. Dxg7 Lf6 10. Dg3 dxe4 "fett" 'nen Bauern mehr hat, wobei allerdings hier die Engines schon alle offenkundig auf eine tiefere Analyse pochen und Kompensation sehen.

Naja ... und die "Faust", die der Comp nach gewisse Zeit ohne Druck auf die Leertaste dann ausfährt war halt einfach 13.c4! ;-)

Aus Zuschauersicht würde ich mal sagen: Gut dass Jan nicht mit 4... Lb6 abgetaucht ist, und sich auf seine DVD-Empfehlung hin hat angreifen lassen. War doch ein interessantes Spektakel, was uns da geboten wurde :-)

Stefan
31.05.2011 22:14

Oh nein, lass nich den Igor Remisowitsch Khenkin die Meisterschaft gewinnen. Bittebitte mit ganz viel Zucker obendrauf.

hanjie
31.05.2011 22:42

Ich erinnere mich an eine Aussage eines Großmeisters, der eine Partie nach einer starken Neuerung eines Gegners verlor, sinngemäß: "Du weißt dass er dich erwischt hat. Während du am Brett schwitzt, spaziert er seelenruhig im Raum herum, und du quälst dich für den nächsten Zug - eine halbe Stunde, vielleicht auch eine Stunde lang. - Das Schlimme ist: Du weißt nicht, ob die Partie bereits vorbei ist, oder ob es doch noch eine Rettung gibt, diesen einen schmalen Weg, der zum Remis führt, während du auch weißt, dass all die Leute im Internet da draußen mit ihren Computern bewaffnet bereits bescheid wissen. - In diesen Augenblicken fühlst du dich wie der einsamste Mensch auf Erden am Brett."

So ungefähr wird sich Gusti vermutlich vor 15. ... Dd6 gefühlt haben.
Naja, es wird auch wieder Tage geben, an denen er selbst am langen Vorbereitungsarm sitzen wird. Vielleicht ja noch in diesem Turnier. ;)

Hobbyspieler
31.05.2011 22:58

Es ist interessant die Diskussion um die kurz-zügigen Remis zu verfolgen.

Das schöne ist aber, dass die Rechenspiele nicht immer belohnt werden. Und so sehr ich den Blog von Gusti schätze, heute applaudiere ich für seinen Gegner und hoffe, dass die Euros in Bonn an den Spieler mit dem grössten Kämpferherz geht...:-)

Tiger-Oli
31.05.2011 23:22

Hey Großmeister Jan,

schade, verloren - aber so ist das manchmal. Morgen bekommst Du wieder alle Figuren zurück und kannst neu loslegen. Ich wünsche Dir viel Spaß und ein glückliches Händchen.

Ehrenvoll und mit Stil fand ich, dass Du gegen Niklas bis zum Matt ausgehalten hast. Tut zwar weh, aber - wer weiß, wozu es gut ist.

Freut mich auch für Niklas, na klar. Aber wie gesagt - das Turnier geht weiter, und morgen ist eine neue Partie. Glück auf also!

@KingMing: Ohne Kommentar. Schau mal in den Spiegel.

Moin aus HB

Tiger-Oli

ebitda
31.05.2011 23:23

Hab nochmal die Gus´dvd zum Evans-Gambit angeschaut. Schwarz sieht wirklich in allen Varianten gut aus. Huschenbeth muß schon wirklich tief gegraben haben, um in dieser Variante für Weiß etwas Spiel zu finden, denn die engine ist lange skeptisch. Ich glaube statt dd6 führt c6 forciert zum remis, aber das müßte man nochmal anschauen. Keinesfalls sollte Gus aber "den Sand in den Kopf stecken", sondern seine Gegner erbarmungslos plätten. Reichen 7 aus 9?

CoachJaxx
01.06.2011 00:28

Auf der Suche nach Ausgleich scheint mir der von patzerle skizzierte Weg [scheinbar ist 12...Sac6(!) mit der Pointe Sxc7 Dxc7! Dxc7 Le5 spielbar.] pragmatischer zu sein, denn das weiße Läuferpaar wird das ja kaum noch lange überleben.

In der Partiefortsetzung ist die Sache für Schwarz wohl hingegen auch nach 15... c6 weiterhin ganz schön haarig, wenn Weiß statt dem "natürlichen" 16.Tb1 einfach cool rochiert, da dann 16. 0-0 b4? (und diverse andere Züge ebenso) am thematischen 17. Sxe4! usw. scheitern. Es scheint irgendwie fast nur die Überdeckung von e4 mit 16... De7 Sinn zu machen, aber anzunehmen ist, dass dann Weiß nach 17.Lf4 weiter am Drücker bleiben sollte.

Phero
01.06.2011 08:00

Wobei... auch Huschenbeth hat die Variante nicht komplett ausanalysiert, oder? Schaut euch mal seine Zeit an... die ist am Ende auf 9 Minuten heruntergelaufen.

Und was Khenkin angeht... in diesem Turnier beweist er doch eigentlich durchaus Kämpferqualitäten, oder?

Peter B.
01.06.2011 08:10

Ein Unglück kommt selten allein: Nun auch noch das Jungtalent Rasmus Svane mit dem unlängst Jan in Travemünde so seine Probleme hatte.

Aber Zitat Turnierseite: Heute wird er durch Großmeister Jan Gustafsson trainiert.

Habt ihr das gewusst?

Trotz alle dem: Gratulation an Huschi. Superstark gespielt und der GM-Titel ist mehr als überfällig!

Thomas Oliver
01.06.2011 09:20

Ja, Khenkin hat offenbar vom letzten Jahr gelernt - damals hat er nach 4/4 durchremisiert und wurde noch von Huschenbeth überholt.
Ist Huschenbeth nicht de facto GM? Ich dachte dass er schon genug Normen hatte und bisher nur Elo >2500 fehlte, die Hürde hat er jetzt nach mehreren guten Ergebnissen übersprungen: Bundesliga Elo +14, Bad Wörishofen +9, Neckar-Open +14, Dubai Open +15.

Peter B.
01.06.2011 11:07

Nein, leider ist er noch nicht GM. Die erste Norm wurde "nur" bei einem 7-rundigen Turnier erfüllt. Zur Norm sind angeblich 27 (also 3x9) Partien erforderlich, also fehlen ihm zwei. Beim Neckar-Open ist er nur denkbar knapp an der 2600 Erfolgs-Hürde gescheitert. Bei der DM kann er, glaub ich, auch keine Norm machen, da ihm die notwendigen "ausländischen" Gegner fehlen. Ganz schön schwer so ein GM zu werden...

Norm
01.06.2011 11:18

Zur gm-Norm: für Nationale Meisterschaften gilt die Ausländerregel nicht. Also Niclas kann schon eine machen, die er auch noch, wie oben gesagt, braucht

Lasker
01.06.2011 11:34

Ich würde ja gerne etwas "Nettes" schreiben (mussmnajahier), aber tatsächlich war es so, dass sich mir bei Dd6 die Fussnägel gekräuselt haben. Hat Jan da intensiv gerechnet und ein Fehler hat sich eingeschlichen? Oder war das die Suche nach Aktivität am falschen Platz, wie mir das schon in drei seiner Endspiele aufgefallen ist (Stichwort Königsaktivität)? Oder hat er sich schon von seiner Stellung verabschiedet?

Jetzt würde ich gerne schreiben, dass Khenkin an 2 ein feines Endspiel gespielt hat. Seine Figurenführung ("Teile zusammenschweissen") kann auch gefallen, wenn auch der Gesamteindruck unter dem Motto steht: erstmal nix riskieren.
Das entscheidende ist aber, das Siebrecht das Endspiel enfach verpatzt hat.

Für die Fans von "ich-klopp-Dich-vom-Tisch" gabs bei den Ladys ne nette Partie von Sarah Hoolt.

Achja, für KindMing hab´ ich auch noch was, ein Foren-Tip:
www.wie-drücke-ich-richtig-meine-pickel-aus.de

Nariu
01.06.2011 12:26

Remisproblematik:
Grischuk sieht ein Problem für das klassische Schach auf Weltklassenivieau. 'Fischer Chess is very promising'


http://www.chessintranslation.com/2011/05/grischuk-i-was-worried-id-forgotten-how-to-play-chess/

OFF TOPIC
'Wenn jemand Fridman in dem Moment "+6" zugerufen hätte...'

Ganz genau. Hier zeigt sich wie einfach es für einen aktiv spielenden Spitzenspieler wäre, mit Hilfe eines Teams zu cheaten.
Ein kleines unauffälliges Zeichen mit der Bedeutung: ' Du hast JETZT einen Gewinnzug' ist völlig ausreichend. Hier müssen die Veranstalter höllisch aufpassen.


Halma
01.06.2011 13:04

Phero hat geschrieben:
"Wobei... auch Huschenbeth hat die Variante nicht komplett ausanalysiert, oder? Schaut euch mal seine Zeit an... die ist am Ende auf 9 Minuten heruntergelaufen."

Das Übertragungssystem hat die Bedenkzeiten nach dem Ende der Partie vertauscht! Huschenbeth hat nicht besonders viel Zeit verbraucht. Aber Jan hat für den 15. Zug sehr, sehr lange nachgedacht, aus meiner Erinnerung heraus sage ich, dass es mindestens eine Dreiviertelstunde war. Vermutlich ist Jan an dieser Stelle der Ernst der Lage bewusst geworden. Herausgekommen ist dann der laut Computer schwache Zug 15... Dd6 (zu versuchen war noch 15... c6, 15... Sc4 oder 15... De7, allerdings alles bereits mit weißem Vorteil).

methos753
01.06.2011 14:21

15. ... Sb3 könnte noch funktionieren.

CoachJaxx
01.06.2011 15:09

Hmmm ... das sieht heute nach 13 Zügen aber auch nicht gerade besser aus als gestern nach 14 :-(

hanjie
01.06.2011 15:20

Ja, grade läuft's für Jan so gar nicht, sieht wieder so aus als ob er in der Eröffnung improvisiert hätte, um eine spielbare Stellung zu erhalten - tja, nun nur noch spielbar für Svane :(

Wenn Schwarz das gewinnen sollte, dann drücke ich aber weiter Rasmus die Daumen. Ein 14jähriger wird Deutscher Meister, das hätte doch was *g*

Calimero
01.06.2011 16:19

hab grad die stellungnahme von falko bindrich gelesen. er schreibt das jan versucht hat auf herrn alt einzuwirken. sehr feiner zug, hätte sicher nich jeder gemacht. auch wenn es letztlich nichts geholfen hat.

Nordschach
01.06.2011 16:32

Auf der DEM-Seite http://www.dem-2011.de/?p=294 steht, dass Rasmus von Jan trainiert wird, also spielt Trainer gegen Schüler. Ganz schön pfiffig von Rasmus dann QGD gegen Jan zu probieren, wo Jan das ja gerade zum neuen Russisch erklärt hat.

Tiger-Oli
01.06.2011 17:31

Geile Partie!

Drei Figuren gegen die Dame - da ist was los, jetzt in Zeitnot und vorher auch schon. Heidewitzka!

a2-a3 und dann Lb4! waren auch hübsch - so macht sogar mir Damengambit Spaß. :-)

Da kann man nur sagen: Yay, Deutsche Meisterschaft!-

Die Stellungnahme von Falko Bindrich auf schach-welt.de klingt sehr ausgewogen und plausibel für mich. Eigenartig, dass es kein Schiedsgericht gibt! Es war bestimmt nichts Persönliches gegen Falko dort, aber auf diese Weise den Punkt zu verlieren, das hätte ich auch nicht akzeptiert.

Vielleicht hören wir ja nochmal die "Gegenseite".

Moin aus Bremen! ans ganze Forum!

hanjie
01.06.2011 17:44

Von der Svane-Partie hätte ich dann gerne eine Analyse. Scheint so als hätte ich die Stellung nach dem 13. Zug nicht kapiert ;)
Sieht ja nun so aus als ob Jan seinen Gegner langsam auskocht (grade ist der 40. Zug rum) ...

Zur Bindrich-Geschichte steht "drüben" schon genug. Klingt nach "merkwürdig gepfiffen" vom Schiedsrichter, Rote Karte gezogen, wo zuvor bei schlimmerem Foul nicht mal n Foul gepfiffen wurde. Bindrichs Ärger kann ich demzufolge auch nachvollziehen.
Auch wenn formell das "Nullen" drin war, Fingerspitzengefühl ist etwas Anderes.

Tiger-Oli
01.06.2011 18:29

@hanjie

Ja, scheint eine vorbereitete Analyse gewesen sein vom Janni.... beeindruckend! :-)

Der Rasmus Svane wird sich wohl sehr ärgern - da war bestimmt mehr drin. Die Jugend, die Jugend. Aber sie lernt schnell dazu, und beim nächsten Mal ist sie dann noch gefährlicher.

Kopf hoch, Rasmus! Morgen geht´s weiter.

Und alles Gute weiterhin, Herr Gustafsson!

Thomas Oliver
01.06.2011 19:12

Zweimal - nach 59.Sc8 und 68.Ke8 - sprang die Engine-Bewertung plötzlich zurück auf Null. Hatte Schwarz da Dauerschach oder sogar eine Pattwendung? Bei knapper Zeit konnte Svane das natürlich nicht finden ... .

hanjie
01.06.2011 19:50

Jaja, die Engines ... dass da ein Matt in 21 angezeigt wurde, um dann wieder keins zu sein kurz vor Schluss, fand ich auch recht amüsant.
Ich bin froh, dass die Menschen auch einfach mal menschlich spielen.

Knallo
01.06.2011 20:00

Naja, unmöglich ist das nicht. Aber man kann Svane sicher keinen Vorwurf machen.

patzerle
01.06.2011 20:38

Ich würde es sehr schön finden, wenn du diese Partie kommentierst, da sich bei mir doch einige Fragezeichen während der Partie ergeben haben, insbesondere was die Enginebewertungen und (meine) menschliche Bewertung betrifft, die oft stark voneinandere abwichen.

Eine andere Frage, die mehr die Matchtaktik selbst betrifft:
Wieso mit nem 350ELO Vorteil und Weiß sich auf diese Variante einlassen?
Auch wenn ich die Enginebewertung von klar besserer schwarzer Stellung nach Lb4 nicht teile, ist es doch definitiv zweischneidig und gibt Schwarz auch große Chancen - wenigstens aufs Remis, oder?

Thomas Oliver
01.06.2011 22:30

@patzerle: Wie man's macht kanns verkehrt sein - in Travemünde probierte Jan es gegen denselben Gegner (allerdings mit Schwarz) mit kontrolliertem Risiko, und es wurde nach langem zähem Kampf remis. Generell vermute ich dass sich der stärkere Spieler eher in unbalancierten Stellungen durchsetzen kann - dabei aber natürlich Risiken eingeht.

Chessbase vermutet aber ein Versehen von Gusti und schreibt dass sein junger Gegner "einige gute Möglichkeiten versäumte" - ohne Varianten zu liefern.

Dann habe ich noch eine Aufgabe fürs kommende lange Wochenende (Lasker, Karsten Müller, wer auch immer?): Dasselbe Endspiel gabs letztes Jahr in Bilbao zwischen Shirov und Carlsen, der (nicht ganz so) junge Norweger musste seine Gewinnbemühungen mit den drei Leichtfiguren nach über 100 Zügen einstellen. Hat Jan besser gespielt? "Schau her Magnus, so wird das gemacht!". Hat sich Svane schlechter verteidigt, wenn ja wann und warum? Oder was war der Unterschied zwischen den Stellungen??

hanjie
01.06.2011 23:09

Also, wenn eine Partie bislang analysierwürdig war, dann auf jeden Fall diese. Ich bin mir sicher, dass mindestens 80% der Mitleser die Partie nicht im Geringsten kapiert haben, mir inklusive, es könnte sich also lohnen ;)

@Thomas Oliver: Shirov gehört zu den besten Schachspielern der Welt in Sachen Endspiel, ist ja logisch dass es Gusti gegen einen Shirov schwerer gehabt hätte. Wer weiß, vielleicht hätte S. genau an einer der beiden Stellen, die die Engine "0.00" zeigte, die Ausgleichsfortsetzung auch gefunden ...

Svane ist kein Vorwurf zu machen. Es sah gut aus, also spielt er es. Dass eine Position mit ungleichem Materialverhältnis meist der bessere Spieler gewinnt wird er auch gewusst haben, aber wenn er da nicht zugebissen hätte, hätte er sich vermutlich den Rest der Partie drüber geärgert, und das ist psychologisch nun wirklich nicht angenehm.

Nein. Dann lieber diese spannende Partie geliefert, über die sicher nicht nur hier viele diskutieren werden. Denn just diese Partien sind es, die nicht so schnell vergessen werden!

Objektiver Beobachter
02.06.2011 11:14

Das Interesse und die lebhafte Diskussion an der letzten Partie ist gut verständlich, aber jetzt wollen wir einfach einmal die Fakten (!) der letzten 4 Runden aufzählen:

- Kampfloses Remis
- Kampfloses Remis
- Schnelle Niederlage aufgrund einer schlechten Vorbereitung
- Glücklicher Sieg mit Weiß (Quelle Chessbase) gegen einen Spieler mit einer ca. 350 schlechteren ELO

Fazit: ?

ebitda
02.06.2011 11:56

@objektiver Beobachter

Wenn es um Fakten geht, dann bitte keine Teilfakten vorbringen:
Runde 1 bis 5 war voll im Turnierplan, zunächst drei Siege, danach zwei erwartbare remis gegen 26+ GMs; Runde 6 Huschenbeth - Gus; als ich die Auslosung las, wußte ich bereits vor Partiebeginn, dass dies eine kritische Partie werden wird, dass es dann so drastisch wurde hat dann wohl jeden überrascht; Runde 7: die gestrige Niederlage zeigt Wirkung und Gus zeigt taktische Schwächen kämpft sich aber bravorös aus dem Schlammasel raus gegen einen Gegner, dessen Elo klar unterbewertet ist . Jetzt hat er 5 aus 7 und alles ist noch drin. Er wird mindestens 6,5 aus 9 holen und dann werden wir sehen, ob es reicht.

Mattovsky
02.06.2011 11:57

Fazit: Man kann alles schlechtreden, wenn man es unbedingt will.

mogelkatz
02.06.2011 12:11

Tatsächlich hätte Rasmus zweimal im Endspiel ins Remis entwischen können, hab das mit meinem Turm-Diplom sogar verifizieren können, aber klar, ich wusste ja, dass da was "drin" war. Das sagt dem Spieler am Brett niemand (dasselbe wie bei Fridman). Sogar mit netten Pattwendungen...Aber Jan hat es wohl auch nicht gesehen.
Habe großen Respekt vor Svane, das war bravorös gespielt gestern. Auch wenn er vermutlich kein zweiter Magnus Carlsson ist, aber ein Riesentalent ist er auf alle Fälle. Hoffentich bekommt er die Förderung, die er braucht!. Es wär ihm und dem Schach in Deutschland zu wünschen.

methos753
02.06.2011 13:04

Fazit: Zu lange Basketball geschaut ... ;-) (zumindest gestern)

Objektiver Beobachter
02.06.2011 13:05

1.) Rasmus ist sicher ein Talent - warten wir ab, wo er in einigen Jahren steht. Der DSB investiert im Moment viel Geld - für seine Verhältnisse - in die "Rasselbande". Und im Vergleich zum Damen "Spitzen"schach ist es dort besser aufgehoben.
2.) Mit 6,5 Punkten wird Jan kein deutscher Meister und auf der ELO Treppe geht es weiter abwärts.
3.) Schlammasel oder Schlamassel?
4.) Zum Glück wurde in Runde 6 das unsportliche Remis-Geschiebe mit einer fetten 0 belohnt (nicht objektiv :-) Meine persönliche Meinung.
5.) Leider wird der Ober-Nichtkämpfer Deutscher Meister!

short-thinker
02.06.2011 13:39

Wer ist Meister, wenn nach Runde 9 mehrere Spieler 6 1/2 Punkte haben?

Thomas Oliver
02.06.2011 13:42

@hanjie: Ich mach(t)e Svane keinerlei Vorwurf - weder dass er die Komplikationen eingeleitet hat (Jan hat sie ja eher hingenommen oder akzeptiert oder nicht vermieden) noch dass er das Endspiel nicht halten konnte. Ersteres war ja eine Reaktion auf patzerle, im zweiten Fall bin ich vor allem neugierig oder wissbegierig. Wer weiss, vielleicht bekomme ich so ein Endspiel sogar mal selber aufs Brett ... .

@"Objektiver Beobachter": Selbst wenn Engines und (unabhängig davon??) Chessbase fanden dass Gustafsson gestern zeitweise schlechter stand, kann man den Sieg nicht als glücklich bezeichnen. Wie gesagt, der bessere Spieler hat gewonnen - und nicht etwa weil der Gegner irgendwo gepatzt hat.

"der Ober-Nichtkämpfer" ist wohl Khenkin? Den Regeln entsprechen gewinnt am Ende der Spieler mit den meisten Punkten. Wie er die holt ist irrelevant - bisher hat er fünf Siege, ein ausgekämpftes und zwei Kurzremisen

Bardeleben
02.06.2011 14:16

Fazit: Ein (eher schwach besetztes) Open zu spielen ist für einen GM ziemlich undankbar. In der Mehrzahl der Spiele ist man zum Siegen verdammt, gegen gleichstarke Gegner kann es tödlich sein, auf Risiko zu spielen und wenn man gegen schwächere Spieler ausrutscht, drohen ELO- und Geldverluste. Natürlich stehen die Chancen, an die Geldtöpfe heranzukommen, nicht so schlecht, aber eben nur bei guter Leistung - Beamte schlafen besser.

Warum das Spiel gegen Svane schwer verständlich ist, verstehe ich nicht so ganz, ohne dass ich selbst ein überragender Schachspieler wäre - zumindest das Endspiel ist doch für Weiß relativ logisch zu spielen: Mit dem König zum gegnerischen König rüberwandern, Bauern abholen und den eigenen langsam vorrücken. Dabei auf Dauerschachs und Patts aufpassen und nix einstellen. Schwarz kann nur auf ein Remis hofen. Dass sich das in der Realität nicht ganz einfach spielt und ziemlich tricky ist, ist klar, aber das Prinzip scheint mir schon verständlich zu sein.

patzerle
02.06.2011 15:07

@bardeleben
ich würde bei der Partie von gestern einfach sehr gerne hören wie ein Großmeister die Stellung nach Lb4 einschätzt, wie er die Pläne für beide Seiten sieht und ab wann Jan z.B. bei sich (große) Gewinnchancen gesehen hat.
Ich z.B. bin schon bei der Bewertung von Lb4 nicht sicher ob "schwarzer Vorteil" treffend ist, da 3 Figuren sehr oft klar bessr sind als eine Dame, insbesondere wenn die Seite mit der Dame sowieso nicht genug Figuren für einen Mattangriff hat.
Und dann finden die engines ja d5 von Gusti einen Fehler, der die ohnehin schon klar bessere schwarze Stellung zur Gewinnstellung macht, aber auch hier bin ich alles andere als sicher und würde im Zweifel sogar von leichtem weißen Vorteil sprechen, da alles blockiert ist und Schwarz keine aktiven Ideen mehr hat, während die weißen Figuren aktiv werden...


So, gerade mal die Partien von heute angeklickt und Khenkin hat mit Weiß nach 11 Zügen Rremis gemacht in völlig unklarer Stellung.
Dazu fällt mir nur folgendes ein:
"Willkommen zur deutschen Schachmeisterschaft: hier werden nicht nur Partien verschoben, sondern ab und zu auch Figuren bewegt... :-(

Thomas Oliver
02.06.2011 16:00

Bei Khenkin ging wohl aus seiner Sicht die Eröffnung daneben, und er hat die Notbremse Remisangebot gezogen - schon zum zweiten Mal nach Runde 5 gegen Rene Stern? Dass seine nominell schwächeren Gegner dann 1/2 Punkt und vielleicht 1.5 Elopunkte mitnehmen ist deren Entscheidung ... . Wie sagte Carlsen unter gleichwertigen Gegnern (viel stärkere hat er ja nicht mehr): "If Kramnik offers me a draw I know what that means" und spielt weiter.

Falls es, wie Chessbase schreibt, gestern ein Eröffnungsversehen von Jan war hat er noch das beste draus gemacht ... oder bot er vielleicht auch Remis und Svane lehnte ab?? Heute sah es nach drei Zügen (Grünfeld) so aus als ob Jan mit Schwarz was reissen will, aber dann ist sein Gegner mit einer sehr soliden Variante der Vorbereitung ausgewichen!?

patzerle
02.06.2011 16:15

soweit ich weiß ist c6 doch reichlich passiv, c5 ist der Hauptzug, aber wieso Jan dann schon wieder mit 150Elo mehr und noch viel wichtiger in einer "must win" Situation aus der Eröffnung heraus remis annimmt (auch wenn Weiß sicher gut steht in der Schlußstellung) ist mir unbegreiflich.
Ich spiele natürlich nicht auf diesem Niveau, aber ich empfände es als Beleidigung, wenn mir jemand mit der deulich schlechteren ELO Zahl so früh remis anbietet und ich würde selbstverständlich ablehnen, entweder bin ich 150 Punkt besser und werde so eine Stellung 7 von 10 mal gewinnen oder eben nicht.

Genau da kommt der Kampfgeist ins Spiel der z.B. bei Magnus sehr ausgeprägt ist, der je selbst gegen 2750 Leute teilweise totremise Endspiele knetet und oft sogar noch gewinnt, wenn andere 50 Züge früher bei jeweils noch 10 Figuren mehr auf dem Brett schon remis machen. ("weil nichts mehr drin ist")

Man kann die Sache auch so sehen: wenn man 2700 erreichen will, so muss man Leute wie Khenkin und Fridman einfach schlagen (nicht in jeder Partie, aber man muss es eben versuchen und dazu diese Partien zu allererst immer auskämpfen) und wenn man diese Einstellung hat, dann ist auch ein frühes Remis gegen Leute wie Stern einfach weit jeseits dessen was einem überhaupt in den Sinn kommen kann.

(Immer vorausgesetzt, dass Jan fit ist. Die Partien zuletzt können ihm natürlich auch sehr zugesetzt haben und sollte auch noch ne Krankheit dabei sein, relativiert sich so einiges. - Aber was bleibt ist auf jeden Fall, dass die DEM insgesamt für mich bisher sehr enttäuschend ist.)

Lasker
02.06.2011 16:53

Ich sag´ dann mal "tschüss" hier, vielleicht sieht man sich irgendwo mal wieder!

Gruss
"Lasker"

Objektiver Beobachter
02.06.2011 18:35

Die Partien an den ersten zwei Brettern heute sind einer deutschen Meisterschaft unwürdig.

Ihr könnt mich gerne für diese Aussage prüfen - dass aber Nichtspielen mit viel Geld - für den Ersten - und mit dem deutschen Meistertitel belohnt wird?

Ich bin gepannt, wie Jan das Turnier im Nachhinein einschätzt, aber ich glaube, er wird auch sehr selbstkritisch genug sein.

Thomas Oliver
02.06.2011 19:05

@patzerle: Vielleicht wäre es eine Frechheit oder Beleidigung wenn Stern Gusti remis angeboten hätte (oder Natsidis gegen Khenkin). Dem war aber wohl nicht so: die GMs und Elo-Favoriten machten den letzten Zug, also haben sie selbst remis angeboten. Das kann man kritisieren, verurteilen oder Turniertaktik nennen.

patzerle
02.06.2011 19:17

@ Thomas Oliver
wenn dem so war, wäre es etwas anderes.
In der Übertragung war jedoch der letzte Zug 17.Le3 was ja nun ein weißer Zug ist, also muss Stern das Remis angeboten haben sofern kein Übertragungsfehler vorliegt..

Wobei ich mit meiner Kritik nicht Jan gesondert herausgreifen will, sondern das generelle Geschiebe bei der DEM absolut nicht in Ordnung finde und mir das inzwischen völlig die Lust genommen hat den Übertragungen zu folgen.

hanjie
02.06.2011 19:47

Hmmm - gegen Khenkin hätte ich wohl weitergespielt und mir nach ... d6 samt ... e5 mal zeigen lassen, ob der Entwicklungsvorsprung die beiden Bauern wirklich aufwiegt ;)

Bei Jan kann auch einfach ein "fühl mich komisch heute" der Grund sein. Die Position ist ziemlich zäh und für beide Seiten schwer zu gewinnen. Zumal zeigt der Zeitverbrauch, dass beide nicht mehr "im Buch" waren und die Stellung einfach nicht mögen.
So etwas kann passieren.

Bin mal gespannt, wie es morgen zu Ende geht. Khenkin kann sich auch nicht soo sicher sein, immerhin hat z.B. Jan einen recht guten Gegnerschnitt und morgen vermutlich Weiß, möglicherweise gegen Buhmann oder Tischbierek. Beides sicher keine Schlussrundenwunschgegner.

@Lasker: Keine Lust oder keine Zeit mehr? Heute waren ja zwei außerordentlich spannende Turmendspiele am Start. Bastian-Vatter bearbeitet vermutlich in diesen Minuten Karsten Müller, ist so ein schönes Lehrbuchbeispiel.

baladala
02.06.2011 20:12

@hanjie Glaube eigentlich nicht, dass man Bastian-Vatter auch noch in der Öffentlichkeit breit treten sollte. Es sei denn, man empfindet mehrfach ausgelassene Gewinne als lehrreich.

Nach der heutigen Runde fällt es mir schwer, einen Spieler zu identifizieren, der die DM bei den Herren als verdienter Gewinner beenden wird.

Das Frauenturnier scheint mir eher schwach besetzt zu sein. Möge die Beste gewinnen.

Thomas Oliver
02.06.2011 20:29

@patzerle: Wo hast Du 17.Le3 gesehen? Derzeit ist auf der Turnierseite 15.-Sb6 der letzte Partiezug - vielleicht hatten die beiden ein bisschen analysiert und das wurde "live übertragen" und danach wieder gelöscht.

Es gibt übrigens immer genug interessante Partien in der Liveübertragung, heute z.B. Huschenbeth-Buhmann. Der (andere) Hamburger hätte den Titel vielleicht am ehesten "verdient", hat aber nach Tiebreaks keine Chance mehr.

Ach ja: ich kann mich irren, aber ich hatte Laskers "Tschüss" als Reaktion auf Deinen Beitrag interpretiert: Ueber den Inhalt kann man diskutieren und streiten, im Ton hast Du Dich meiner Meinung nach vergriffen - auch und gerade Jan gegenüber der hoffentlich trotzdem noch was über die DEM schreiben wird.

Paarungen morgen:
Fridman-Khenkin (Endspiel zweier Favoriten)
Gustafsson-Tischbierek
Gschnitzer-Huschenbeth
Buhmann-Stern

Tiebreaks (Gegnerschnitt) sind ja schon bekannt: Stern 2497, Khenkin 2489, Gusti 2480, Fridman 2472, Huschenbeth 2449. Khenkin reicht ein Remis wenn Stern nicht gewinnt, alle anderen müssen auf Sieg spielen und hoffen dass Khenkin verliert.

hanjie
03.06.2011 00:37

@baladala: Ich empfinde es nicht als "breittreten", weil das Endspiel gerade zum Schluss sehr lehrrreich war und durchaus das Zeug hätte, in Endspiellehrbücher einzugehen.
Selbst wenn ich auf der "falschen" Seite säße, würde zumindest mir das ziemlich schmeicheln. Schließlich gelangt man so zu Bekanntheit obwohl man kein GM ist, und man redet über etwas, das man selbst produziert hat.

Nicht nur in der Werbung ist "any promotion good promotion" :)

Zur "Feigheit"s-Debatte: Ich finde sie mittlerweile ziemlich anstrengend und genau gesagt auch ziemlich unverschämt. Jan Gustafsson liefert hier einen ausgezeichneten Service mit diesem Blog hier und lässt Kommentare zu obwohl dies nicht zwingend notwendig gewesen wäre (er hätte ja auch einfach nur einen "danke"-Button installieren lassen können und gut ist ...), da sollte man dann schon etwas die Kirche im Dorf lassen.

Konstruktive Kritik ist in Ordnung, und einmal kann man seinen Unmut auch mal äußern.
Aber doch nicht ständig. Und auch erst recht nicht, ohne Lösungsmöglichkeiten anzubieten. MECKERN kann jeder! Alternativen anbieten nicht.

Khenkin wird's mit einem Kurzremis morgen (bzw. heute) wohl machen - vielleicht.
Denn vielleicht kurzremisiert Khenkin ja erneut und Stern schlägt Buhmann? Dann wäre René Stern Deutscher Meister, und das auch noch völlig zu Recht! Gegen alle Favoriten hat er remisiert und den Rest geschlagen, u.a. in Runde 2 Rasmus Svane. Sein Gegnerschnitt kommt nicht von Ungefähr, der Respekt der GMs wie Gustafsson heute (bzw. gestern) ebenso, den hat sich Stern hart erarbeitet.

Ein IM als Deutscher Meister klingt komisch, ist dann aber so. Ungelogen: Ich drücke Stern die Daumen, dass ihm der Coup gelingt. Underdogs als Sieger hatten schon immer ihren Charme.

Baker
03.06.2011 06:07

Viel Glück für die letzte Runde Jan !!!

Do it like Diiiiirk !!!!

15 Punkte Rückstand in 6 Minuten umgebogen,da ist ein 1/2 Punkt in 6 Stunden nix ;)

Phero
03.06.2011 07:33

Ein IM als Deutscher Meister wäre ja auch nichts neues... siehe letztes Jahr.Allerdings halte ich es für wahrscheinlicher, dass Fridman nochmal was versucht... der kämpft in diesem Turnier ja recht viele Partien aus.

Bundestrainer
03.06.2011 09:46

Worte sind genug gewechselt - jetzt wollen wir Taten sehen!

Thomas Oliver
03.06.2011 09:54

Auf der Turnierseite erwähnt: Für einige Spieler gibt es vielleicht wichtigeres als den Titel oder den Sieg in einer einzelnen Partie:
- Natsidis sicherte sich mit dem (Kurz)remis gegen Khenkin eine IM-Norm.
- Rene Stern ist nach einem Remis "gegen den starken Jan Gustafsson" (steht da wörtlich) auf GM-Normenkurs. Wenn ihm dafür heute ein Remis gegen Buhmann reicht wird er vielleicht seine (doch eher theoretischen) Titelchancen begraben? Und würde Buhmann ihm die Party verderben, jedenfalls falls er nach der Eröffnung nicht besser steht?
- Huschenbeth ist auch auf Kurs (letzte) GM-Norm. Dass er "noch eine Nacht von der Titelverteidigung träumen" kann stimmt übrigens nicht: Er kann nicht Khenkin UND Fridman überholen, und beiden gegenüber hat er die schlechtere Wertung.

hanjie
03.06.2011 10:32

Stimmt, Thomas Oliver, das ging mir auch noch auf, dass es hier ja auch um Titelnormen geht. Damit wäre Natsidis-Khenkin erklärt und auch Stern-Gustafsson, beides unter diesen Vorzeichen absolut logisch und auch völlig in Ordnung so.

Aus dieser Perspektive ist es den beiden GMs eher gut anzurechnen, dass sie nicht jeden Blutstropfen aus der Stellung rauspressen, um noch den ganzen Punkt haben zu wollen. Die Gusti-Partie wäre eh schwer zu gewinnen gewesen, und Khenkin stand m.E. eh schlechter (wobei das mal wieder eine dieser dynamischen Stellungen ist, die man als Amateur möglicherweise mal wieder nicht kapiert).

Ich wünsche allen Normenjägern den Erfolg und Jan einen Sieg zum Schluss als versöhnlichen Abschluss mit keiner eingestellten Elo.

Kopfschüttler
03.06.2011 11:21

@hanjie: Was ist den GMs denn anzurechnen, wenn sie gegen deutlich ELO schlechtere Gegner einen halben Punkt herschenken. Wer kampflos einen Titel will, soll nach Budapest fahren :-) Dort gibt es genügend Normenturniere.

Oder man veranstaltet als Sponsor ein Turnier und nimmt selber teil. Kürzlich in Hamburg passiert (Gusti ist damit nicht gemeint).

hanjie
03.06.2011 11:40

Ist ja nicht so dass sie die Partien gestern einfach so "herschenkten". In Budapest geschieht dies ja z.T. auch noch dann wenn die GMs bereits deutlich besser stehen, davon konnte gestern ja wohl eher nicht die Rede gewesen sein.
Bei Khenkin fraglos ohne Gewähr, die Stellung war ja doch sehr komplex.

Thomas Oliver
03.06.2011 11:55

Für mich erklärt es vor allem das Verhalten von Natsidis und Stern, nicht das ihrer Gegner. Ob diese bei der Normenjagd helfen sollen oder dürfen ist ein heikles Thema: zumindest kann es ihnen niemand übel nehmen wenn sie ihre eigenen Chancen (auf den Turniersieg) wahrnehmen wollen. Aber Khenkin hat wohl eher einen halben Punkt gesichert als hergeschenkt - dieses Glas war halb voll, nicht halb leer!?

Buhmanns Situation heute gegen Stern ist etwas anders, für ihn geht es praktisch um nichts mehr. Aber noch wird an den Spitzenbrettern gespielt (auch wenn Fridman-Khenkin bereits remislich aussieht), nur weiter unten gab es Remisen in 5, 10 und 11 Zügen.

Arkadis Jünger
03.06.2011 14:39

Buhmann zeigt aber Sportsgeist und zeigt, wie man die Stern(e) vom Himmel holt. Fridman kämpft - wie vermutet - und sogar Gusti findet seinen Kampgeist wieder. GEHT DOCH!

hanjie
03.06.2011 15:21

Über die letzte Runde braucht sich wirklich niemand zu beschweren. Sie ist sauspannend. Auch wenn's momentan so aussieht, als ob Khenkin deutscher Meister wird und Gustafsson Zweiter wird, falls er das gegen Tischbierek schaffen sollte.

Na gut, Deutscher Vizemeister eben dann. Shit happens.

Thomas Oliver
03.06.2011 15:39

Bei Fridman sah es für mich aber nach (zu) kontrolliertem Risiko aus: "Ich würde schon gerne gewinnen, aber vor allem will ich nicht verlieren." Der Preisgeld-Spatz in der Hand statt der Taube auf dem Dach?

Den anderen Titelträgern ist vielleicht aufgefallen dass ein halbes Pünktchen mehr doch einige Euros mehr einbringt. Wobei es irgendwie verständlich ist dass sie in einem Turnier ohne Ruhetag nicht in jeder Runde voll kämpfen - sondern nur wenn die Stellung es hergibt und tendenziell eher mit Weiss.

Wenn die Partien der Engine-Bewertung gemäss enden teilen sich Khenkin und Gustafsson 8500 Euro (nach welchem Schlüssel?), sowie Fridman, Gschnitzer und Buhmann 6000 Euro - bei letzterem war es also vielleicht nicht nur Sportsgeist. Deutscher Meister wird der (Khenkin) der als einziger keine Partie verloren hat - u.a. wegen einiger taktischer Remisangebote?

Und die Kurzremisen heute gab es zwischen Spielern die keine Chance mehr auf top10 und Presigeld hatten ... .

lvapatzer
03.06.2011 15:49

bingo
tf6 macht den sack zu.hatte schon angst der meister verpiddelt es noch.
ps:danke an jan für seine serientipps!

mogelkatz
03.06.2011 16:13

Uff, jetzt auch noch ein Betrugsfall....
Scheiße...

hanjie
03.06.2011 16:15

Wow, am Schluss endet die DM noch mit ner Bombe ... wenn es stimmt dass Natsidis während der Partie auf seinem Handy die Partie während sie lief nachgespielt hat (vielleicht die neue Fritz-App? ;) ), dann wird die DM nicht nur wegen des Bindrich-Falls in eher schachferner Erinnerung bleiben ...

Glückwunsch für Jan zum Vizetitel und auch für Khenkin zum Titel. Wer als einziger keine Partie verliert ist auch ein würdiger deutscher Meister, allen Remis-Unkenrufern hier zum Trotz.
Stern hätte ich den Sieg und den Titel gegönnt, aber Buhmann war heute eben einfach besser.

patzerle
03.06.2011 16:24

"nachgewiesen und eingeräumt" lässt wenig Raum für Spekulationen. :-(
http://www.dem-2011.de/?p=346

Halma
03.06.2011 16:33

Bevor hier noch jemand schreibt, dass Khenkin der einzige gewesen sei, der keine Partie verloren habe, und bevor dass hier andere Leser einfach so glauben: Es stimmt nicht!

Christian Seel

hat ebenfalls keine Partie verloren!

(Er hat allerdings auch nicht gerade viele Partien gewonnen.)

hanjie
03.06.2011 16:48

Ok, "der einzige Mann der in der absoluten Spitze mitgemischt hat".

Du musst aber zugeben, Halma, dass Seel in der letzten Runde ne ordentliche Portion Glück brauchte, um ungeschoren davonzukommen ;)

ebi
03.06.2011 18:15

Also wenn man das so liest mit dem Fall Bindrich auf schach-welt.de, dem Fall Natsidis und der generellen Remistendenz im Spitzenschach allgemein, so komme ich zur Schlussfolgerung - Schach ist tot.

PositionalGuy
03.06.2011 20:00

Na, was habe ich Euch gesagt? Gusti wird endgültig zum neuen Ballack und Igor gewinnt das Turnier. Ich sollte unter die Magier gehen ...

Thomas Oliver
03.06.2011 20:22

@ebi: Dann sind aber viele andere Sportarten auch tot. Ueberall gibt es
- Schiedsrichterentscheidungen über die man geteilter Meinung sein kann
- Betrug (meistens geht es um Doping)
- umstrittene Funktionäre (z.B. im Fussball)

Nur remis ist, gut oder schlecht, typisch Schach. Aber dafür dass schon Capablanca den Remistod prognostizierte ist Schach trotz aller Unkenrufe noch quicklebendig.

Helmut
03.06.2011 22:14

Glückwunsch zum geteilten 1.Platz!

Bardeleben
04.06.2011 00:01

Diese "Remistod"-Debatte überzeugt mich kein bisschen. Man hat selbst bei den Kandidatenkämpfen gesehen, dass sich auch in Spitzenpartien genug Chancen ergeben, sobald die Spieler mal mehr als 15 Züge machen. Alleine die Uhr als Druckmacher bringt schon eine gewisse Fehlerwahrscheinlichkeit ins Spiel. Würden die Spieler agressivere Systeme spielen, ließe sich das sogar noch steigern, momentan sind aber bei vielen Spielern Hochsicherheitssysteme in Mode. Ist m.E. daher eher ein Strategieproblem als eines des Schachs als Spiel. Abgesehen davon zeigen Computerprogramme ja, dass selbst absolute Spitzenspieler noch viel Luft nach oben hätten - und selbst bei Computerprogrammen haben wir noch nicht das Maximum erreicht.

Bauerndiplom
04.06.2011 04:50

Ich vermisse die Bilderrätsel !
Aus Nulltoleranz , Funktionären , e-cheating , Remistod .. kann man doch bestimmt was tolles machen , Kreativität ist gefragt .

Phero
04.06.2011 10:17

Glückwunsch auch von mir zum Vizemeistertitel! Immerhin hatten nur Gusti und Khenkin 6,5 Punkte... das zeigt wohl, dass hier auch die Garde 2500 und drunter nicht zu verachten ist.

whiteshark
04.06.2011 10:25

DEM 2011 - abgehakt!

Bardeleben
04.06.2011 12:04

Übrigens - Interview mit Jan und anderen zur DEM hier:http: //www.schach-welt.de/BLOG/Blog/Natsidiswar%C3%B6fteraufToilette-InterviewsvonderDeutschenMeisterschaft

baladala
04.06.2011 15:30

Wie ist denn eigentlich der Betrüger überführt worden?

Augenzeuge
04.06.2011 15:51

Bevor GM Siebrecht das Remisangebot annahm, verständigte er die Schiedsrichter Alt und Klühners. Am Brett zurückgekommen nahm er das Remis an, um dann mit den Offiziellen und FM Natsidis vor die Tür zu gehen.
Dort bat Herr Alt , Herrn Natsidis die Taschen zu leeren. Herr Natsidis kam der Aufforderung verwundert nach.
Nachdem zunächst Taschentücher, diverse Zettel und Kugelschreiber vorgezeigt worden, kam dann doch noch das vermutete Handy. Herr Alt aktivierte das Handy und ging auf eine Schach Anwendung, nachdem dort die aktuelle Stellung der gerade beendeten Partie zu sehen war gab es wenig Raum für Ausreden und so gab Herr Natsidis gegenüber den Offiziellen zu das er die Partie mit Unterstützung gespielt hat. 5-10 Min später trat Herr Natsidis an Herrn Siebrecht und entschuldigte sich.

Alles im allen ein trauriger Tag für das Schach.
Hier gibt es übrigens Interviews mit den wichtigen Teilnehmern der DM ( ausser Natsidis) :
http://www.youtube.com/watch?v=73U-p_WkxZQ&feature=player_embedded

ebi
04.06.2011 17:36

Natsidis...klingt irgendwie griechisch; ja,wenn das so ist, dem würde ich auch nicht trauen und Geld geben erst recht nicht. :)

hanjie
04.06.2011 18:23

Sehr schönes Video, tolle Interviews.

Sie sollten auch allen Remis-Unkenrufern hier mal zu denken geben, zeigen sie doch sehr schön, dass die Großmeister sehr wohl sehr selbstkritisch sind. Gerade Jans Beitrag (danke fürs Interview!) war diesbezüglich sehr interessant, weil es zeigte dass "Kurzremis" halt nicht gleich "Kurzremis" ist: Eins war ok, bei einem hätte er weiterspielen können eigener Aussage zufolge, und beim dritten wurde er schlicht auspräpariert. Nix mit "keine Lust" und was hier alles an Schmutz hinterhergeworfen wurde, sondern schlicht und einfach lebendiges Turnierschach!

DM nicht gewonnen, ok Ziel verfehlt - dann mal hoffen, dass es gegen Fressinet besser läuft und dann auch mal wieder Elopunkte eingeschnauft werden können.

Peter B.
06.06.2011 13:00

Und die größte Strafe kam noch:
Bei der Siegerehrung hat man Jan angeblich auch noch "überlesen". Es scheint als ob es in allen Belangen ein unglückliches Turnier war, obwohl die Rahmenbedingungen (Teilnehmerfeld mit Nationalspielern, für D sehr hohe Geldpreise, etc.) doch ein schönes Turnier versprachen....

Oliver
07.06.2011 22:14

Schade, dass lange kein Post mehr von Jan kam.
VIelleicht ist das seine Art zu zeigen, was er von einigen Beiträgen zu seinem Spiel und dem der Teilnehmer der DM hält.
Vielleicht arbeitet er ja auch nur einen feinen Artikel aus. Würd mich jedenfalls freuen...

Nostra
07.06.2011 23:19

Nunja, er hat ja im Interview bei Deepchess gesagt, dass er direkt ins Trainigslager geht. Klar könnte er ein paar Worte zur DEM und so schreiben, aber da er ja stets auf eine ordentliche Qualität seiner Beiträge bedacht ist, ist diese Pause nachvollziehbar. Dennoch wäre es schön etwas von Jan vor Oberhof zu hören. Ich freu mich schon und werd ihn hoffentlich am 18.6. dort sehen.

Grüße

Peter B.
08.06.2011 08:35

Ich stimme Nostra zu. Auch im Interview mit der DSJ beschreibt er seine intensive Vorbereitung:
http://www.deutsche-schachjugend.de/dem11_gmduell.html

Ich denke der Stachel "Niederlage gegen Huschi in meiner Spezialvariante" sitzt sehr tief. Denn in seiner Partieanalyse: http://www.jan-gustafsson.de/partieanalysen/partieanalyse/match/45/ hatte er Le7 eher impositiven Sinne erwähnt....

Aber jetzt gewinnt er mit Königsgambit (Zitat aus dem Interview) und das erfordert sehr viele Eröffnungsstudium...

Peter B.
08.06.2011 08:42

Oops, bevor ich mich schlagt: Die von mir zitierte Partie gegen Feygin war kein Evans-Gambit, mir blieb nur der Kommentar zu Le7 so im Gedächtnis..

Thomas Oliver
08.06.2011 11:34

OK, es kann am Trainingslager direkt nach der DEM liegen dass Jan sich hier noch nicht geäussert hat. Im Video-Interview hat er sein Turnier aus seiner Sicht ja schon zusammengefasst, einschliesslich Selbstkritik betrifft Kurzremisen und (ungewöhnlichen) Schwächen in der Eröffningsvorbereitung.

Ich hoffe dass Oliver unrecht hat, würde Jan auch nahelegen manche Beiträge einfach zu ignorieren - es gab ja auch konstruktive z.B. meine ,:) . Und einigen anderen rate ich, bei aller inhaltichen Schärfe in Zukunft im Ton höflich zu bleiben.

sudheim
08.06.2011 20:02

Jannile,

graduliere zom vizemeischta!

weidda so!

--sudheim

sudheim
08.06.2011 20:07

heb no au iets vergässa:

VIZEWELTMEISCHTA däs wärs!!! Gelfand kansch duuu au!!!

Oliver
08.06.2011 22:04

Was mir heut noch im Laufe des Tages einfiel: Wir sollten uns freuen und dankbar sein, dass Jan einen Artikel, den er für die "Schach" geschrieben hat, uns hier unentgeltlich präsentiert. Unter dem Hintergrund beleuchtet, dass er der "Schach" die Publikation (höchstwahrscheinlich...) gegen Bezahlung anbietet, bekommt diese Tatsache noch mehr Gewicht, denn wir bekommen es auf diesem Blog gratis... und zuerst !!

@Thomas Oliver: Mein Denkanstoß war bestimmt nicht an Dich gerichtet, im Gegentei ;-)

Blau und Orange
09.06.2011 08:15

Hallo,

Kann man den Wettkampf gegen Fressinet eigentlich irgendwo im Internet verfolgen? Weiß das jemand?

Peter B.
09.06.2011 08:47

Hier gibt es die Partien live:

http://djem2011.liveschach.net/

In der Combo-Box statt U10 ganz unten GM-Duell auswählen!

Leider bin ich 2 Wochen im Urlaub und bekomme nichts mit...

Blau und Orange
09.06.2011 10:50

Vielen Dank und schönen Urlaub.

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